Ein Hauch von Barnim wehte durch die Sportanlage „Am Rosenhag“. Toni Bauer, der Referee dieser Partie, ist nämlich Mitglied des FSV Schorfheide Joachimsthal und ganz nebenbei einer der renommiertesten Schiedsrichter aus dem Brandenburger Landkreis.

Im Duell der Tabellennachbarn war Mahlsdorf besonders gefordert, da der Mantel des Schweigens aus der Vorwoche, belastet durch das Heimdebakel gegen den Meisterschaftskandidaten Hertha Zehlendorf (0:8), schon extrem nach Wiedergutmachung schrie. Doch das Aufbegehren fiel gänzlich aus. „Wir haben unter Woche das Training extra ausgeweitet, um für die heutige Partie gewappnet zu sein. Das hat aber scheinbar nicht gereicht. Die Reaktion ist leider ausgeblieben“, hatte der Eintracht-Trainer und Ex-Zepernicker Coach Lucio Geral in seinem Statement nach Spielende in den Vordergrund gestellt.

Die Partie begann zäh und dies sollte sich auch über die gesamte Spielzeit kaum ändern. Dabei hatten sich die Gäste ein leichtes Übergewicht erarbeitet, weil man ganz einfach der Eintracht vor ihrem eigenen Strafraum den Vorwärtsgang abdrehte. Mahlsdorf fand in den Anfangsminuten kaum ein Mittel, um überhaupt einmal aus der eigenen Hälfte zu kommen. Tasmania machte das clever, schaffte es aber im Gegenzug auch nicht, daraus offensiv Kapital zu schlagen. So kam die Geral-Truppe nach einer Ecke zur ersten Möglichkeit. Die Variante, den Ball erst in den Rückraum zu bringen und dann in Strafraum zu flanken, hatten die Gäste nicht auf dem Plan. Schlussendlich stieg Nils Stettin am höchsten, doch sein Kopfball war zu schwach für den gut regierenden Michael Hinz im Tasmanen-Kasten (7.). Anton Kanther, der kurz zuvor die Flanke geschlagen hatte, bereite mit einem Chipball die nächste Eintracht-Möglichkeit vor. Sein Kollege Kevin Stephan konnte die Kugel erlaufen, kam im Zweikampf zum Abschluss, doch der Ball blieb in einer Fußabwehr hängen (8.). Mahlsdorf kam besser in Partie, legte ein wenig die durchaus spürbare Verunsicherung ab und agierte mit den Neuköllnern nun auf Augenhöhe. Die Folgezeit bestimmte viel Leerlauf. Der Elfmeter, bei dem Tasmanias Mannschaftskapitän Daniel Gläser klar von den Beinen geholt wurde, passte jetzt gar nicht ins Nervenkostüm der Hausherren. Rico Steinhauer verwandelte abgeklärt und untermauerte schon zu diesem Zeitpunkt die Ambitionen der Gäste, etwas mitzunehmen (21.). Obwohl Tasmania im Angriff den blasseren Eindruck hinterließ, war die Führung irgendwo nicht unverdient. Das Spiel plätscherte weiterhin ohne Höhepunkte vor sich hin. In der 26. Minute zuckte die Gästeoffensive mit dem Schützen Niklas Wiebach, der aber in Eintracht Keeper Büchel seinen Meister fand. Mahlsdorf betrieb großen Aufwand, der aber nur selten zu überzeugen wusste. Lethargie, Ideenlosigkeit, ohne Mumm, fehlende Körpersprache machte es dem Gegner aber auch einfach, dagegenzuhalten. Ein Mangel war es aber auch, dass man aus fast jeden Angriff die Geschwindigkeit nahm und somit den eigenen positiv eingeleiteten Spielfluss lähmte. Tasmania hingegen glänzte keineswegs, musste sich auch Kritik gefallen lassen, kaum Anstalten gemacht zu haben, Nutzen daraus zu ziehen. Es blieb weiterhin dickflüssig im Spielverlauf auf dem schönen Grün „Am Rosenhag“. Ein Freistoß für die Eintracht, mittig, kurz vor dem Gästestrafraum, brachte Hoffnung auf Torgefahr. Dino Fazlic trat an und verfehlte sein Ziel doch um einiges (33.). Auch die wahrscheinlich angedachte Flanke aus dem rechten Halbfeld durch Anton Kanther landete in der Kategorie „weder Fisch noch Fleisch“, als der Ball unvermittelt am langen Pfosten die Aus-Linie überquerte (34.). Kanther war es auch, der es dann mal aus der zweiten Reihe versuchte, mit dem Resultat eines durchwachsenen Schusses und des Wegfangens durch Hinz (37.). Mit einem Freistoß, den Mahsldorfs Verteidigung von der Linie kratzte, läute Tasmania noch einmal offensiv geführte Schlussminuten ein (39.). Dabei hatte Dzenis Hot die größte Möglichkeit, auf 0:2 zu stellen. Sein Geschoß aus der Drehung aus gut zehn Metern war dann aber doch recht kläglich auf den Weg gebracht und weit über dem Tor ins Aus gegangen (40.). In der Schlussminute roch es dann noch einmal stark nach Gästetreffer. Niklas Wiebach bekam nach einem Eckball und unfreiwilliger Kopfballverlängerung durch die Heimabwehr die Kugel vor die Füße gelegt, doch sein strammer Schuss blieb in der vielbeinigen Abwehr hängen.
Mit der Hoffnung auf einen Qualitätssprung ging es in den zweiten Durchgang. Doch es wurde nicht besser. Mahlsdorf litt immer noch unter den eigenen Mängeln und blieb im Vorwärtsgang weiterhin blutarm. Zwar hatte Christoph Zorn in der 51. Minute eine gute Möglichkeit, doch sein Abdruck war zu unplatziert und landete in den Armen von Hinz. Fast im Gegenzug verpasste Dzenis Hot mit dem Treffer zum 0:2 der erfreulichen Zuversicht der Hausherren einen großen Dämpfer. Der unnötige Ballverlust im Mittelfeld wurde postwendend bestraft. Neil-Nigel Bier hatte sich die Kugel ergattert und auf dem Weg zum Tor zu Hot quer gepasst, der sich dann im Anschluss seines Einlochens gebührend feiern ließ. Für Eintracht war dies schon ein spürbarer Nackenschlag. Das Aufbäumen vermittelte keine großen Hoffnungen, zu schwach agierte die Truppe gegen nun tief stehende und clever verteidigende Tasmanier. Eintracht schaffte es, bis auf die Zorn-Möglichkeit, kein einziges Mal in Halbzeit zwei in die Gefährlichkeit zu kommen. Stattdessen markierte der eingewechselte Batikan Yilmaz das 0:3 und untermauerte damit den in der Höhe auch verdienten Auswärtssieg (86.).
„Die Enttäuschung sitzt natürlich tief. Wir hatten heute leider nicht die Galligkeit und Intensität, um einiges geradezurücken. Mit dem Knüppel draufzuhauen, wird jetzt nicht viel bringen. Wir werden in den Dialog gegen und die Sachen aufarbeiten. Und da nehme ich mich nicht heraus. Es kommt noch sehr viel Arbeit auf uns zu“, brachte es Lucio Geral im Nachgespräch auf den Punkt.
Mahlsdorf: Paul Büchel – Valentin Rode, Niklas Thiel, Anton Kanther (73. Linus Fürstenow), Nils Stettin (64. Toby Michalski), Fabian Fritsche, Kevin Stephan, Christoph Zorn, Jannes Spangenberg (57. Dennis Duraku), Fabio Findeisen, Dino Fazlic
Tasmania: Micheal Hinz, Emil Ian Marley Gustavus, Daniel Kaiser (61. Maximilian Henning Strom), Neil-Nigel Bier (83. Batikan Yilmaz), Maurice Miguel Noel Opfermann Arcones (61. Darryl Julian Geurts), Florian Kohls, Dzenis Hot, Rico Steinhauer, Lirim Mema, Niklas Wiebach (70. Fynn Johannes Rocktäschel), Glodi Danila-Doda Zingu (70. Tamino Marker)
Schiedsrichter: Toni Bauer (Tadellose Leistung des Referees, der vor allem damit glänzte, sein Bemühen einzubringen, die Begegnung immer am Laufen zu halten. Bei viel Empathie und großer Akzeptanz konnte er sich es getrost leisten, seinen Handlungsspielraum großflächig auszuweiten. Im Zusammenspiel mit seinen beiden, ebenfalls überzeugenden Kollegen an der Seitenlinie, eine rundum gelungene Leitung dieser Partie.)
SRA: Frank Heinze, Nils Böhme
Zuschauer: 120





































































































