Dass ich in der Regel sonntags nur noch selten für den BARNIM RASENBALLSPORT unterwegs bin, sollte hinlänglich bekannt sein. Und so habe ich mich „antifamiliär“, so im Affekt, dazu kurzerhand durchgerungen an den Bernauer Wasserturm zufahren, wo die Rot-Weißen Schönower auf dem Kunstrasen ihr Winterdomizil aufgeschlagen haben. So weit, so gut. Mit einem Augenzwinkern im Hinterkopf wurde mein Foto-Koffer in den Kleinen Schwarzen geworfen, für den Fall der Fälle. Eigentlich war meine Ziel-Intension, Leute zu treffen, um einfach mal zu quatschen. Naja, ich habe dann doch meine Knipse angelegt und mir gedacht „wenn de schon mal hier bist, kannste och‘n paar Fotos machen. Den Bericht lässte heut mal weg“.
Kreisoberliga stand auf dem Plan, BSV Rot-Weiß Schönow vs. Löwenberger SV. Vom Papier her, 2. gegen 10., sollte es eigentlich eine klare Geschichte werden. „Eigentlich“, ein Wort, welches mir gar nicht gefällt. Denn es ist so nichts sagend. Und genau so gestaltete sich die Partie. Schönow startete mit hoher Prozentquote im Ballbesitzbereich, mehr aber auch nicht. Die Gäste besonders in der Anfangsphase nur darauf bedacht, nicht unterzugehen. Nach neun Minuten das 1:0, standesgemäß, aber im Auftreten des Favoriten wurde die Überzeugung vermisst. Es war schwere Kost, was geboten wurde. Behäbigkeit, ein Hauch von Arroganz und wenig Ideenreichtum machten das Ganze schon recht unansehnlich. Löwenberg hingegen schrubbte den qualitativen Unterschied mit Leidenschaft und Willen weg und gewann gefühlt mehr Zweikämpfe als die Heimtruppe. Auch das 2:0, welches sicherlich verdient war, brachte keine Ruhe und vor allem Selbstverständlichkeit in die Schönower Reihen. Irgendwie bekam man die Löwenberger nicht gebändigt und lud sie auch zusehends mit „Larifari“ im Spielaufbau dazu ein, selbst zu Möglichkeiten zu kommen. Die Rache folgte auch auf dem Fuße mit dem Anschlusstreffer zum 2:1, der dann auch den Halbzeitstand bedeutete.
Wer nun hoffte, ich auch, dass die Rot-Weißen das Pausengespräch genutzt hätten, um sich nun zusammengerauft zu präsentieren, sah sich schnell getäuscht. Denn bis auf das 3:1 in der 49. Minute, änderte sich rein gar nichts. Phrasen technisch passte der Ausspruch mit dem „Ergebnissport“ genau in diese Partie. Löwenberg gab einfach nicht auf. Und Schönow ließ das weiterhin zu. Zwar bekam der Favorit die Möglichkeiten, aber da fehlte es dann doch das ein oder andere Mal an der Qualität im Abschlussverhalten. Und so kam es, wie kommen musste. Innerhalb von vier Minuten war der Ausgleich hergestellt. Qualitativ blieb das Niveau auf dem eher überschaubaren Level. Spannend war es aber alle mal. Ein berechtigter Foul-Elfer brachte Schönow jetzt auf die Siegerstraße. Löwenberg warf alles nach vorne und wurde dafür bestraft.
Es hat sich wieder einmal im Fußball bewahrheitet, dass zu einem Aufstieg auch erfolgreiche Spiele gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel gehören und dass man dort nicht scheitern sollte. Schönow ist ein Team, das vom Potenzial und dem tollen Umfeld in die Landesklasse gehört. Doch die jahrelangen Anstrengungen passen nun schon die Kategorie „Vizekusen“ und lassen einen Blick in Beletage des Profifußballs zu, wo sich der momentane Tabellenführer anschickt, diesen Nimbus endlich abzulegen. Parallelen zu ziehen, steht einem zu. Es liegt letztendlich an den Rot-Weißen solche Vergleiche erst gar nicht aufkommen zuzulassen.
Sport frei!





























































































