1. KREISKLASSE OST, 23. Spieltag, SC Althüttendorf – SpG Lichterfelde/Finow II 1:3

Bei bestem Wetter und gut hergerichteter Spielfläche trafen zwei Teams aufeinander, die tabellarisch zwar im oberen Tabellendrittel beheimatet sind, dies aber mit doch reichlich Punkteabstand zum Platz an der Sonne. Zu einem früheren Saisonzeitpunkt wäre sicherlich das Prädikat „Spitzenspiel“ treffend gewesen, so war es schlussendlich doch der berühmte Kick um die goldene Ananas.

Doch davon war mit Beginn des Spieles gar nichts zu merken. Denn bereits nach vierzig Sekunden hatte Johannes Bester die Gäste-Führung auf den Schlappen und fand im gut reagierenden SC-Torsteher Patrick Döbler seinen Meister. Aber auch Althüttendorf war offensiv unterwegs und versuchte es durch Calvin Strey mit einem Versuch aus der zweiten Reihe. Doch der Schuss kam zu zentral und war leichte Beute für Norbert Krause im Tor der Spielgemeinschaft (3.). Es entwickelte sich eine sehr interessante Begegnung mit spielerischen Elementen auf beiden Seiten. Strey versuchte es einige Male aus der zweiten Reihe, vergeblich, mal mit einer Zielverfehlung, das andere Mal mit guter Parade von Krause. Die nächste Möglichkeit der Rand-Eberswalder kaum auch aus der Ferne. Philipp Neumann hatte aus halbrechter Position abgezogen und dabei Pech, dass aus seinem platzierten Schuss abgefälscht nur ein Eckball wurde (11.) Sechzig Sekunden später machte es dann sein Kollege Johannes Bester besser. Einen Eckball von der linken Seite konnte die SC-Abwehrfraktion nicht entscheidend klären, sodass der Torschütze keine große Mühe hatte, den Ball im Netz unterzubringen. Die Partie blieb weiter auf hohem Niveau. In der 15. Minute lag der nächste Gästetreffer in der Luft. Einen Diagonalball verwertete Daniel Beyer mit einem Schlenzer, der knapp am rechten Tor vorbei ins Aus rauschte. Altenhüttendorf blieb in deren eigenen Angriffsbemühungen ebenfalls nicht ungefährlich. Allein schon die Möglichkeit durch Philipp Gabriel, der aus spitzem Winkel den rechten Pfosten traf, untermauerte die Ambitionen der Heimelf auf einen möglichen Ausgleich. Auch der Kopfball nach einem Eckball durch Erik Bohn hätte ein Treffer sein können, wenn er richtig gesetzt worden wäre (20.). Fast im Gegenzug bekam Christian Kuhn nach einer halbhohen Flanke die Möglichkeit, auf 0:2 zu erhöhen. Doch Patrick Döbler hatte etwas dagegen, als er sehenswert reagierte und den Schuss entschärfte. Die Partie baute in der Folge qualitativ etwas ab und sah die Heimelf mit den größeren Spielanteilen. Es stellte sich sowieso, auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt, die Frage nach der Kondition. Besonders vom Gästeteam, welches fast zu hundert Prozent aus der Ü30-Generation bestand, war nicht wirklich zu erwarten, dass man mit diesem sehenswerten und zum Teil auch laufintensiven Fußball über neunzig Minuten gehen würde können. So schlief die Gemengelage zu sehend ein, weil auch Althüttendorf ein wenig an der Physis knabberte und zum anderen aus der nun zur Verfügung gestellten Freiheit viel zu wenig machte.

Die zweite Halbzeit war genau fünfunddreißig Sekunden alt, da zappelte das Spielgerät zum zweiten Mal im Netz der Hausherren. Ein öffnender Diagonalball aus der Gästehälfte erreichte Kay Reichelt im linken Strafraumbereich. Er nahm genau Maß, schlenzte den Ball Richtung rechten Pfosten, wo er das Aluminium traf und die Kugel ins Tor sprang. Wer von den Hausherren nun eine spürbare Reaktion erwartete, sah sich getäuscht. Althüttendorf betrieb großen Aufwand, aber weiter ohne zählbare Erträge. Die Ansätze waren vielversprechend, doch mit dem Erreichen der Strafraumgrenzen ebbte die Gefährlichkeit massiv ab. Da lag schon eher das dritte Gästetor in der Luft. Wie in der 55. Minute, als Johannes Bester den Ball durchgesteckt bekam und bei seinem platzierter Geschoß Pech hatte, dass ein SC-Bein den Einschlag verhinderte. Oder auch die Chance von Joshua McKenna, der aus Nahdistanz das Kunststück vollbrachte, die Kugel über die Querlatte zu jagen (61.). Die vergebenen Möglichkeiten rächten sich, denn Althüttendorf kam durch Calvin Strey zum Anschluss, der nach einem Freistoß und lapidarer Gäste-Abwehrleistung umjubelt einlochte (63.). Doch der große Sturmlauf der Hausherren blieb aus. Mangelnde Kondition war jetzt auch ein Begriff, der durch die SC-Reihen schlitterte. Die Begegnung schleppte sich und kam kaum noch zu Höhepunkten. Dazu gesellte sich nun auch Schiedsrichter Jan Toron, der mit einigen merkwürdigen Entscheidungen, der eigentlich sehr fairen Partie, eine gewisse emotionale Note beifügte. Schlussendlich machte Kay Reichelt den Gästedeckel auf die Partie. Wieder war es ein Diagonalball in die linke Strafraumhälfte, den Reichelt sehr abgezockt und platziert im langen unteren Eck unterbrachte. Während von Althüttendorfer Seite in einem sehr kurzen Statement von einem verdienten Gästesieg gesprochen wurde, nahm sich SpG-Trainer Jano Beierlein etwas mehr Zeit. „Am Ende denke ich schon, dass wir verdient gewonnen haben. Es war sehr kampfbetont. Wir haben gerade im zweiten Durchgang des Öfteren mit der Kondition zu kämpfen, dies war heute aber nicht so. Die Jungs haben alles reingehauen. Sicherlich hätten wir vor der Halbzeit schon alles klarmachen können.“   

Althüttendorf: Patrick Döbler – Erik Bohn, Sascha Werlitz, Philipp Gabriel, Florian Zenke, Friedrich Raasch (54. Marvin Müller), Calvin Strey, Michel Flatow, Johannes Anker, Florian Thöns (65. Danny Lade), Max Christian Fritsche (83. Pascal Alberti)

Lichterfelde/Finow II: Norbert Krause – Philipp Neumann, Alexander Flecks, Christian Kuhn, Joshua McKenna (75. Nick Path), Daniel Beyer (44. Stefan Türbergen), Johannes Bester (90. Tobias Anana), Roman Kühn, Kay Reichelt (90. Patrick Stegemann), Maximilian Ziesler, Robin Segeth

Schiedsrichter: Jan Toron (Ein typisches Kreisklassen-Duell unter der Rubrik „Man kennst sich gut…“. Und so hatte der Referee sichtbar seine Spielleitung angelegt. Hätte auch funktionieren können, wenn da nicht besonders im zweiten Durchgang die eine oder andere Ungereimtheit aufgetreten wäre, welche vornehmlich mit dem Aktionsradius des Spielleiters zu tun hatte. Diverse Abseits- und Zweikampfsituationen wurden mit dem Fernglas begutachtet und auch so entschieden und brachten die Spielergemeinde verständlicherweise in Rage. Ein wenig mehr Laufarbeit und die daraus resultierende Tatortpräsenz wäre absolut hilfreich für die Entscheidungsfindung und die Resonanz der Aktiven.)   

Zuschauer: 50

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