KREISLIGA OST, 1. Spieltag, SV Blau Weiß Ladeburg – FV Preussen Eberswalde II 1:4

„Wir sind es gar nicht mehr gewohnt, so hoch zu verlieren,“ hatte Ladeburgs-Coach Ronny Musterer nach seiner Spielanalyse leicht lächelnd und dabei augenzwinkernd in den Raum geworfen. Es war aber die Enttäuschung über den in den Sand gesetzten Saisonauftakt zu spüren, der die Aussage so ein wenig galgenhumorig herüberkommen ließ. „Wir haben heute alles vermissen lassen und verdient verloren,“ war der Kernpunkt in seinem Statement zum Auftritt seiner Jungs. „Das muss ich erstmal sacken lassen. Ich denke, die Hauptursachen waren heute, dass wir mit anderen Dingen beschäftigt waren und in allem viel zu langsam agiert haben,“ legte er noch nach.

Dabei war die Anfangsphase bei hochsommerlichen Temperaturen noch sehr vielversprechend. Den ersten Abschluss setzten aber die Gäste schon nach fünfundvierzig Sekunden. Paul Schuster hatte halblinks aus dreißig Metern einfach mal abgezogen und den Ladeburger Keeper Alexander Berth gezwungen, in die Streckung zu gehen und den Ball zur Ecke abzuwehren. Das frühe 1:0 hatte dann ebenfalls einen etwas kuriosen Beigeschmack. Eduardo Ermelinda Duce eroberte die Kugel an der eigenen Strafraumgrenze und kredenzte einen langen Ball auf seine Stürmerkollegen. Sein Pass aus gut fünfzig Metern wurde aber zum Torschuss bei dem Preussens Keeper Leon Fiedler kalt erwischt wurde. Zu weit vor seinem Gehäuse positioniert, sprang der Ball unglücklich über ihn hinweg ins eigene Tor (4.). Ladeburg machte weiter und arbeitete an der Ergebnisverbesserung. So war es Dennis Richter, der nur einen Wimpernschlag zu spät kam, als ihm Diego Dziemballa nach guter Vorarbeit auflegte (7.). Auch die Möglichkeit für Chris Heinick, der von der linken Seite flach angespielt wurde und den Ball nicht platziert auf den Gästekasten bekam, war nicht minder hochkarätig (9.). Preussen überstand diese Phase und befreite sich so langsam aus der Ladeburger-Druckphase. Kenny Ladewig traf in der 12. Minute aus spitzem Winkel das Außennetz, nachdem die Preussen ein Handspiel reklamierten und der abgewehrte Ball zu ihm gekommen war. Auch der Freistoß aus achtzehn Metern, getreten durch Sebastian Schmidt, brachte die Gäste ein Stück näher an den Ausgleich. Doch Alexander Berth hatte etwas dagegen und wehrte den Schuss sehenswert zur Ecke ab (15.). In der 19. Minute jubelten dann die Eberswalder. Ladeburgs Defensive nahm sich eine kurze Auszeit und musste schlussendlich zusehen, wie sich Anton Jur im Laufduell durchsetzte und platziert einschieben konnte. In der Folgezeit nahm die Qualität der Begegnung immer mehr ab. Viele Zufälligkeiten, resultierend aus einem fehlerhaften Anspiel-Miteinander, sorgten für lange Weile auf den spärlich belegten „Zuschauer-Rängen“. Preussen schlug nun die etwas überzeugendere Klinge und kam dabei sporadisch zu Halbchancen. Im Ladeburger Spielerlager machte sich zunehmend eigener verbaler Unmut breit, der in der vierzigsten Spielminute in einer lautstarken Ansage durch Romano Fieting führte. Ein Thema, das sicherlich auch im Halbzeitgespräch dazu gehörte.

Doch eine zu erwartende Steigerung, gerade durch die Hausherren, blieb gänzlich aus. Auch die Ansage von Fieting und wahrscheinlich auch dem Trainerteam, schien nicht wirklich angekommen zu sein. Stattdessen hörte man schon den ein der anderen Aktiven artikulieren, „keinen Bock mehr zu haben“. Das alles störte die Gäste überhaupt nicht, denn die zogen nun ihr Spiel kontrolliert und ohne jeglichen Stress auf und zeigten sich in der Chancenverwertung unheimlich konsequent und effektiv. Den zweiten Gästetreffer erzielte Kenny Ladewig, der Nutznießer der tollen Vorarbeit durch Fadi Kammaz wurde, der den Torschützen im Nachgang seiner gewonnenen Zweikämpfe per Querpass bediente (57.). Den Hausherren gelang indessen gar nichts mehr. Selbst die lautstarken Kritiker verstummten zusehends, weil bei denen im qualitativen und kreativen Bereich jetzt auch der Leerlauf einsetzte. So schraubten die Eberswalder Jungs, in Persona des Dreifach-Torschützen Anton Jur, die eigene Torquote auf vier Zähler. Beim 1:3 war Jur Sieger im Zweikampf mit BW-Torsteher Berth und drückte den Ball aus Nahdistanz über die Line (77.). Den Endstand erzielte er in 83. Minute. Dabei kam er nach feinem Anspiel vollkommen frei zum Schuss und schob dabei dem armen Berth die Kugel durch die Hosenträger. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftakt,“ begann Gäste-Trainer Schirrmeister seinen Spiel-Kommentar. „Es ist halt immer so beim ersten Spiel, man weiß nicht, wo man steht. Aber aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg hochverdient.“ „Der Umbruch in der ersten Mannschaft hatte keine Auswirkungen auf unser Team. Wir haben uns noch mit jungen Spielern verstärkt und sehen uns nicht in der Favoritenrolle der Liga. Wir schauen von Spiel zu Spiel und dann, was dabei herauskommt,“ so seine Antworten auf die Fragen nach den Veränderungen im Herrenbereich der Preussen und dem Kampf um den Liga-Aufstieg.

Ladeburg: Alexander Berth – Diego Dziemballa, Chris Heinick (67. Alex Batasiou), Philipp Noack, Marcus Lauber, Eduardo Ermelinda Duce, Dennis Richter (67. Janis Zenser), Jöran Reich, Mikel Nitsche, Pascal Lutze (20. Tobias Schmidt), Romano Fieting (84. Julian-Ramon Koppe)

Eberswalde: Leon Fiedler – Maik Wendland, Hannes Teschulat (84. Adrian Blank), Janis Grunert, Anton Jur, Maximilian Voigt (75. Bastian Deutsch), Kenny Ladewig, Paul Schuster (57. Fadi Kammaz), Sebastian Schmidt, Jeffrey Temma, Abdelhafid Houssini (84. Michael Prost)

Schiedsrichter: Tommy Jäckel (Souveräne Leitung, mit einigen kleinen Abstrichen. Der Referee brauchte schon etwas, um sich die neue Kapitänsregelung zu eigen zu machen. Dabei konnten ein, zwei Spieler von Glück reden, dass sie nicht schon frühzeitig die Partie hätten beenden müssen. Des Weiteren kann auch ein Schiri-Kollege, der in dieser Partie als Spieler aktiv war und einige Male mit dem Regelwerk belehrend, verbal und kritisch agierte, persönlich bestraft werden.)

SRA: Oliver Dominick, Henrik Groß

Zuschauer: 45

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