„Wir sind halt eine junge Truppe, gespickt mit Erfahrung. Was wir auf jeden Fall nicht sind, einer der gehandelten Favoriten“, fasste Strausbergs Trainer Roman Sedlak die Partie im Nachgespräch zusammen. „Ahrensfelde war heute sehr effizient. Und wenn wir unsere Chancen nicht nutzen, kommt halt ein verdienter Gäste-Sieg heraus. Was mich ein wenig ärgert, dass wir es nicht konsequent geschafft haben, wenigstens die Null zu halten. Wir hatten gute Phasen, zum Anfang der Partie und nach dem Anschluss-Treffer. Das ist das, was die Jungs einfach mal über neunzig Minuten hinbekommen müssen“, so die Einschätzung des Trainers zum Spiel. Sein Gegenüber, Enrique Aljama Donoso, war natürlich sichtlich zufrieden. „Die Mannschaft war heute wesentlich effizienter als letzte Woche. Ich finde, alle Spieler haben ihre Sache gutgemacht, ich bin sehr glücklich über den Sieg.“

Eine Aufwärmphase hatten beiden Vertretungen sichtbar nicht in ihre Agenda geschrieben. Die Offensive forcierend, waren besonders die Hausherren strukturierter unterwegs. Die Stadionuhr hatte noch keine ganze Spielminute angezeigt, da heimste sich Routinier Silvan Küter nach einem kapitalen Abspielfehler der Ahrensfelder die Kugel ein, um das frühe 1:0 zu erzielen. Doch sein Schuss aus spitzem Winkel konnte gerade noch so abgewehrt werden. In der 5. Minute trat FC-Kapitän Sven Müller abschlusstechnisch das erste Mal aus der zweiten Reihe in Erscheinung. Letztendlich war GWA-Keeper Glenn Böhme zur Stelle und klärte die Angelegenheit auf Kosten eines Eckballs. Grün-Weiss begann in der 10. Minute Rauchzeichen zu setzen. Jakub Kilank zog aus halbrechter Strafraumposition ab und verfehlte das Tor sehr knapp. Nach gut fünfzehn Minuten flaute die Partie merklich ab und wurde nun zu einer ganz normalen Landesklassen-Begegnung. Lange Bälle traten immer mehr auf die Tagesordnung, mit dem Effekt, dass nur selten die Adressaten zum Zuge kamen. Wenn für Strausberg etwas ging, dann war Silvan Küter beteiligt. „Er ist leider kein Torschütze, das war er in seinem alten Verein auch nicht. Trotzdem ist er immens wichtig für uns“, nahm Roman Sedlak seinen erfahrenen Offensiv-Spezialisten in Schutz. Ahrensfelde kam nach gut einer halben Stunde besser in die Partie und gestaltete die Gemengelage auf eine Ebene. Dabei wirkte aber gerade in Strafraumnähe der Aufzug oft zu verspielt, anstatt den direkten Weg zu wählen. Zweimal lag der Ball im Gäste-Netz, beide Male war Küter beteiligt und beide Male hatte Schiri-Assistent Leo Tadeusz Gontarek die Fahne korrekterweise zur Abseitsanzeige gehoben. In der 38. Minute schaltete sich Ahrensfeldes Abwehr-Chef Alexander Kaatz mit in den Angriff ein und kam dabei auch gut positioniert zum Schuss. Der verunglückte aber und wurde so zur leichten Beute für FC-Torsteher Rene Fingerhut. So konnte man noch zwei Möglichkeiten vor der Pause erwähnen. Erst war es wiederholt Küter, der knapp sein Ziel mit einem Schuss aus zwölf Metern verfehlte (40.). Dann trug sich Pavlo Moherchuk auf die Strichliste der GWA-Chancen ein. Aber auch sein Schlenzer aus halblinker Position wurde nur mit einem Abstoß belohnt (44.).
Mit der Erkenntnis, dass Ahrensfeldes Abwehr nicht sehr sattelfest daherkam und die Strausberger es nicht schafften, daraus Kapital zu schlagen, begann der zweite Durchgang. „Es ist natürlich schwer, wenn wir die ganze Woche mit dem eigentlichen Stammpersonal trainieren, dann aber Spieler aus dem Oberligakader einbauen müssen,“ erklärte der Ahrensfelder Übungsleiter den etwas hakeligen Auftritt seiner Abwehrreihen. Den Auftakt der Tormöglichkeiten machte wieder Silvan Küter, dem wiederholt das Schussglück fehlte (47.). Ein Pass in den Lauf von Küter ließ dann das 1:0 in der Luft liegen. Das Eins-gegen-Eins-Duell mit Grün-Weiss-Schlussmann Böhme verlor er und auch den Abpraller konnte Küter nicht unterbringen (56.). Ganz anders die Gäste, die sich nun in der erwähnten Effizienz und vor allem kaltschnäuziger zeigten. Ansehnlich über die linke Seite unterwegs, kam der Ball in den Strafraum, den Strausbergs Keeper Fingerhut entgegenlaufend verteidigen wollte. Dies misslang und endete mit einem Querpass zu Timm Gromelski, der keine Mühe hatte, die Kugel im Kasten unterzubringen (59.). Die große Reaktion der Hausherren blieb in der Folge aus. Stattdessen erzielte Ahrensfelde den zweiten Treffer. Mit schlampiger Abwehrarbeit lud man die Gäste förmlich ein, sich mehrmalig in Schussposition zu bringen, welche Jeremy Schröder dann zum viel umjubelten 0:2 nutzte (71.). Der FC schien schon angeschlagen, zumal in der Folge offensiv kaum noch etwas zusammenlief. Angehauchte Brechstange konnte man die Hoffnungen nennen, die aber auch Chancen produzierte. Die Belohnung folgte in der 88. Minute. Sven Müller war der Torschütze, der sich nach dem ersten Versuch den Abpraller des Torstehers schnappte und abgeklärt einnetzte. Doch die Freude und Zuversicht, wenigstens einen Punkt mitzunehmen, versiegte zwei Minuten später. Der eingewechselte Sebastian Huger machte den Deckel drauf und wurde dabei Nutznießer der guten Vorarbeit seiner Kollegen und der wiederholt schwachen Defensivaktivitäten der Hausherren.
Strausberg: Rene Fingerhut – Paulus Jermis (84. Lucas Radtke), Sven Müller, Joel Wilhelm, Maximilian Brasch (63. Erik Günther), Ben Jacob (77. Philipp Ebelsheiser), Jakob Sedlak, Max Röhr (63. Maximilian Lichtenow), Roger Sobotta, Silvan Küter, Luis Suter (84. Justin Fiebig)
Ahrensfelde: Glenn Böhme – Paul Neugebauer, Alexander Kaatz (82. Sebastian Huger), Leo Buchholz, Timm Gromelski, Pavlo Moherchuk (63. Tom Heinrich), Loris Bethge, Jeremy Schröder, Tim Frey (53. Dominic Gesierich), Jakub Kilank (82. Dennis Klein), Lemilian Lehmann
Schiedsrichterin: Leni-Alexandra Kunze (Die Schiedsrichterin war gut unterwegs. Sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und trotze mit Gehördurchgang der aufkommenden Kritik, womit sie die richtigen Mittel gefunden hatte. Trotzdem war sie bei Erfordernis präsent, kam ohne persönliche Strafen aus, in einer wohltuend fairen Begegnung.)
SRA: Matthias Rapske, Leo Tadeusz Gontarek
Zuschauer: 61
Foto-Galerie 1

















































Foto-Galerie 2
















































