LANDESLIGA NORD, 5. Spieltag, SG Einheit Zepernick – FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf 03 1:2
Die große Feier-Arie hatten sich die Gäste gebucht, und dies nicht einmal unverdient. „Erst einmal bin ich sehr glücklich über den Sieg“, begann FC-Coach Matthias Schönknecht seine Spielanalyse. „Wir haben sicherlich nicht die Kaderbreite der Zepernicker und mussten für diese Partie auch umstellen. Bei unserer dünnen Spielerdecke ist der Plan, auf die zweiten Bälle zu gehen, absolut aufgegangen. Der heutige Erfolg ist schon sehr wichtig für uns, denn ich bin ganz ehrlich, wir wollen schon oben dranbleiben“, konnte Schönknecht noch von sich geben, ehe er von seinen Jungs in den Mannschaftskreis beordert wurde.

Dabei begann die Begegnung sehr taktisch geprägt. „Buckow ist schon sehr hoch angelaufen“, stellte Zepernicks Trainer Daniel Lingfeld im Nachgespräch fest und musste auch zugeben, dass sich seine Mannschaft spielerisch dadurch nicht sehr entfalten konnte. Zehn Minuten blieben die Strafräume fast verwaist und zu diesem Zeitpunkt war schon zu erahnen, dass dies auch so weitergehen konnte. Doch der erste Angriff der Hausherren hätte diese These über den Haufen werfen können. Luca Grabarek bekam die Kugel rechtslastig in Lauf gespielt. Er gewann sein Sprintduell und flankte sauber in die Mitte zum mitgelaufenen Paul Maurer, der mit neunundneunzig prozentiger Quote das 1:0 hätte erzielen können. Doch irgendwie versagten ihm die Nerven, als er den Ball knapp links am Tor vorbeischob (11.). Obwohl Lingfeld in der Nachbetrachtung zu Halbzeit eins seine Truppe auf Augenhöhe sah, wirkte Buckow/Waldsieversdorf einfach griffiger und zweikampfgieriger, aber ohne nach dem Ballgewinn die ganz große Torgefahr auszustrahlen. Den nächsten Einheit-Riesen hatte wieder Paul Maurer für sich reserviert. Nach einem Eckball von der rechten Seite bekam er den abgewehrten Ball hervorragend aufgetischt, doch wie beim ersten Versuch, setzte er das Spielgerät neben den Kasten (19.). Während die Gäste vieles richtig machten und Zepernick versuchte besser zu werden, unternahm Maurer den nächsten Anlauf seine Farben auf die Anzeigetafel zu bringen. Ein Freistoß aus siebzehn Metern, recht mittig gelagert, zirkelte er sehenswert und unhaltbar über die Mauer in den linken Dreiangel zum 1:0 (36.). Die Gäste mussten schon mit sich hadern, denn bei allem, was die Truppe so positiv produzierte, fehlte ihnen schlussendlich im Zielgebiet der letzte Punsch, die Idee und vielleicht auch der Knipser. Der Treffer verschaffte den Hausherren nicht nur im Ergebnis etwas Luft, sondern auch in der Spielanlage.
„Das ist hier schon Rohkost“, hatte Zepernicks Routinier Max Gerhard in der Halbzeit im Vorbeigehen in den Raum geworfen und dies sicherlich auf die allgemeine Spielqualität bezogen. Damit hatte er aber auch recht und musste erst einmal zu sehen, wie die Gäste mehr und mehr die Spielkontrolle übernahmen. Chancen blieben immer noch Mangelware, doch der Ausgleich rückte spürbar näher. Zepernicks Konteransätze versiegten, doch in den Standards, wie bei dem Eckball in der 60. Minute wurde es noch einmal knackig. Rodrigo De Jesus Mendes stieg ohne Gegenwehr zum Kopfball hoch, schien dabei etwas überrascht zu sein und setzte den Ball Zentimeter neben dem Pfosten ins Aus. Während für die 03er aus dem Spiel heraus weiterhin die klaren Möglichkeiten ausblieben, brachte ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld das ersehnte und auch verdiente 1:1. Jonas Ehm war am langen Pfosten am höchsten gestiegen und damit erfolgreich, als er den Ball mit der Stirn über die Linie drückte (67.). Einheit schien angeknockt, denn Buckow/Waldsieversdorf drängelte weiter. Die Partie war inzwischen tief in den Kampfmodus eingetaucht. In die reagierende Rolle gezwungenen Hausherren versuchten per Konter Offensive auszustrahlen, was kaum noch gelang. Die 82. Minute war angebrochen, die Gäste griffen über die rechte Seite an und eine passgenaue Flanke erreichte Ibrahim Cante. Der zeigte sich in Stürmermanier und ließ dem armen Tietz im Kasten der Zepernicker keine Abwehrmöglichkeit. Einheit suchte die berühmte Brechstange, fand diese erst spät und kam nur noch zu einem erwähnenswerten Abschluss. Diesen setzte Max Gerhard, halbrechts, aus der zweiten Reihe ab, mit dem Resultat, dass die Kugel die Querlatte knapp ins Aus passierte (90.). „Eine völlig unnötige Niederlage“, begann Daniel Lingfeld sein Statement. „Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit festmachen können und haben heute leider die Möglichkeit einen großen Schritt zu vollziehen, verpasst. Kämpferisch kann ich heute keinem einen Vorwurf machen. Aber so ganz unschuldig an der Niederlage sind wir nicht.“

Schiedsrichter Stefan Hübner hat, trotz geteilter Meinungen besonders aus dem Zepernicker Lager, mit einer insgesamt guten Leistung aufgewartet. Was ihm so ein wenig auf die Füße gefallen ist, ist der Fakt, dass er im ersten Durchgang die Leine in der Zweikampfbeurteilung zu lang gelassen hat. Dabei erkannte er nicht das „Austesten“ der Spieler nach der Größe Handlungsrahmens, was sich in schon recht knackige Zweikämpfe auslebte, ohne dass darauf für alle sichtbar reagiert wurde. Offensichtlich erkannte er in der Halbzeit diesen Sachstand, arbeitete in der Folge mit mehr Bedachtheit und erntete damit auch positiveren Anklang, was sich in geringer Kritik widerspiegelte.
Die Informationen für Statistiker findet man hier.
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