„Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht …, oder vielleicht doch nicht.“

Die Hinrunde ist gegessen. Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Da nimmt man sich doch gerne mal die Zeit und denkt an die Gilde, ohne der unser geliebtes Hobby nicht stattfinden könnte. Neunzehn Spiele habe ich mir in den zurückliegenden Monaten seit Beginn der Spielzeit 24/25 reingezogen und dabei immer auch eine Schiedsrichter-Bewertung abgeben. Was mich schon seit Jahren wundert, ist der Fakt, dass sich dazu kaum einer in irgendeiner Weise kritisch oder auch positiv äußert. Gerade in der heutigen Zeit der Nutzung der sozialen Medien, in denen ich auch präsent bin, werden kaum oder auch gar keine Diskussionsrunden aufgemacht. Da stellen sich mir schon ein paar Fragen. Habe ich vielleicht sehr oft den Nagel auf den Kopf getroffen und alles richtig bewertet? Oder traut sich keiner kritisch dagegenzuhalten? Oder fehlt mir eventuell dann doch die fachliche Kompetenz, was dann zum Wegatmen meiner Statements angeregt hat? Dabei weiß ich genau, dass viele Leser und Leserinnen meiner Spieltags-Beiträge immer erst nach unten scrollen, um dann das Statement zur Schiedsrichterleistung zuerst zu lesen. „Zerrupft“ war mal ein Wort in meiner Erinnerung, welches aus einer lockeren FB-Messenger-Unterhaltung stammte und mit einem Augenzwinkern versehen war. Vielleicht auch mit einem stärkeren Hauch von Wahrheit?

Fußball-Plätze sind wie kleine Städte und dort trifft man sich immer wieder. Und genauso treffe ich auch dort die durch mich „gescholtenen“ Schiedsrichter. Man begegnet sich, grüßt sich, hält Smalltalk, selten auch mehr. Ich muss ehrlich gestehen, ich würde es mir wünschen, mich mehr auszutauschen, auch persönliche Meinungen zu hören und darüber zu diskutieren. Schlussendlich würde ich es auch begrüßen, ein Feedback zu bekommen, über das, was ich da manchmal kritisch in den Raum stelle. Ich bin kein Schiedsrichter-Beobachter, der sich in seiner Bewertung an vorgegebene Richtlinien hält, darauf seinen Gesamteindruck aufbaut und schlussendlich Noten vergibt. Nein, ich bin ein popeliger Berichterstatter, der nebenbei ganz ordentliche Fotos macht und aufgrund seiner Jahre zurückliegenden Schiri-Karriere sich die Freiheit nimmt, auch noch die Schiedsrichter zu bewerten. Ob das genauso wahrgenommen wird, besonders der Part der Spielleiter-Kritik, ist mir leider nur bedingt bekannt. Schlussendlich bin ich mit Spaß dabei und so schlecht scheint das auch nicht anzukommen.

Die Schiedsrichterei ist ein Hobby mit vielen Facetten. Positiven und bedauerlicherweise auch Negativen. Manchmal erlebe ich in mir, wie ich mit den Referees leide und mich dann auch diebisch freue, wenn es den ein oder anderen Spieler oder Offiziellen endlich erwischt hat oder ein gegebener Vorteil von Erfolg gekrönt wurde. Es gibt aber auch Spiele, in den ich gerne der Spielleiter gewesen wäre, weil ich der Meinung war, dies besser hinzubekommen.

Was mir nebenbei und auch erwähnenswert aufgefallen ist, dies aber erst beim Betrachten der Fotos, dass die meisten Schiri-Teams beim Auflaufen unheimlich ernst und konzentriert rüberkommen, anstatt Freude und Spaß an Ihrem Hobby zu vermitteln. Ein Lächeln sollte Lockerheit und muss definitiv keine Überheblichkeit bedeuten, sondern kann die Tür zu einer kommunikativen Partie öffnen, gepaart mit gegenseitigem Respekt und Akzeptanz.

Es freut mich jedenfalls sehr, dass Zahl der Schiedsrichter, trotz jahrelanger Unkenrufe, stabil geblieben und zum Teil auch gestiegen ist. Der Fußballkreis Oberhavel/Barnim hat auch das Glück momentan viele junge und hoffnungsvolle Talente „sein Eigen“ zu nennen. Aber auch die sogenannten Schiri-Oldies sollten nicht vergessen werden. Obwohl sich, ich konnte es einige Male live erleben, deren Aktionsradius altersbedingt in der Schrumpfung befindet und dadurch oftmals mit dem Fernglas entschieden wurde, machen die „Jungs“ noch ihr Ding. Und dies ist nicht negativ gemeint.

In der Fotogalerie habe ich die Schiedsrichter und eine Schiedsrichterin abgelegt, die meine besuchten Spiele geleitet haben. Es war mir und wird mir auch zukünftig eine Freude sein, die Leistungen zu bewerten und vielleicht auch ein wenig dabei zu helfen, den ein oder anderen Spielleiter besser zu machen.

FROHE WEINACHTEN

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