Der letzte Sonnenbrand in der Hinrunde …

LANDESKLASSE NORD, 4. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – SpG Lunow/Oderberg 0:0

Keine Tore in Wandlitz. Da stellt sich oft die Frage nach der Qualität der Nullnummer. Diese konnte man neutral und nüchtern betrachtet, nur mit einem Kopfschütteln beantworten. In Einem waren sich die Mannschaftsverantwortlichen nach Spielende aber einig. Christian Schramm für die Heimtruppe und auf der Gästeseite, Matthias Kandula zeigten sich mit der Punkteteilung wohlwollend zufrieden. „Wir sind Aufsteiger und haben auswärts gepunktet“, fand Kandula. Schramm war voll des Lobes. „Mit den Umständen heute und dem Ergebnis kann ich sehr gut leben“. Dabei zielte er besonders auf den dezimierten Kader, der im Gesamten acht Stammkräfte als Ausfall zu verzeichnen hatte. „Wir mussten mit Spielern aus der Zweiten auffüllen, was die Aufgabe nicht leichter machte. Die Jungs haben das aber sehr gut gemacht“, ergänzte er sein Statement.

Dabei begann die Partie mit Gästen, denen wohl klar eingeimpft wurde, die Anfangsminuten fest in die eigenen Hände zu nehmen. Dies gelang auch nicht schlecht, bis nach gut fünf Minuten die Hausherren bemerkten, dass der Gästeauftritt dann doch nicht ganz so überzeugend daherkam. Die Einstellung und der Einsatz stimmten auf beiden Seiten. Doch dem Ansatz, mit Qualität, zumindest den Stempel auf die Partie zu drücken, konnte man nur selten nachkommen. Vielversprechende Chancen waren Mangelware, wobei Lunow/Oderberg im Vorwärtsgang etwas planvoller daherkam. Doch Richtung Ziellinie fehlte dem Unterfangen oft die Geradlinigkeit und auch der Mut es direkt zu versuchen, anstatt immer einen eventuell besser Postierten anzuspielen. Das erste Rauchzeichen des Uckermarkvertreters war dann ein Freistoß, den Patrick Kirsten flach in den Strafraum jagte und dieser nur knapp links am Tor vorbei seinen Einschlag verfehlte (12.). Auch die Möglichkeit von Stefan Schmidt aus spitzem Winkel hätte gefährlich sein können, wenn die Zielgenauigkeit gepasst hätte. Schlussendlich war Wandlitz Keeper Florian Schweitzer mit leichten Mitteln zur Stelle, um die Angelegenheit zu entschärfen (14.). Aber auch Wandlitz machte offensiv auf sich aufmerksam. Ein Konter wurde hoffnungsvoll durch Pascal Sorgatz im Laufduell eingeleitet. Jan Lukas Firlej war mitgelaufen und wurde von Sorgatz bedient. Doch sein Abschluss, dann aus etwas ungünstiger Position, landete in den Armen von SpG-Torsteher Sasa Bozickovic (16.). Beseelt konnte sich Wandlitz in der 18. Minute schätzen. Steve Daul hatte die Kugel unglücklich, aber strafstoßwürdig, an die Hand bekommen. Doch der Pfiff von Schiri Finn Tautermann blieb unter verständlichen Gästeprotesten aus. Die Begegnung blieb intensiv und irgendwie auch spannend. Aber Hoffnung auf Tore und dadurch eventueller Änderung des Spielcharakters wurden durch viele Mängel im Spielaufbau, bei denen man auch von fehlender Güte sprechen konnte, zunichtegemacht. Selbst der Abwehr-Fauxpas, wie in der 22. Minute, als sich die Gästeabwehr, inklusive Torsteher, selbst behinderte, konnte von der Eintracht nicht genutzt werden. Der eingewechselte Abdul Ghafur Jamshidi stand vollkommen blank, setzte das Spielgerät ans Außennetz. Auch im Gegenzug wäre für Lunow/Oderberg mehr möglich gewesen. Letztendlich verkomplizierte sich der Angriff und verpuffte vollends. Die Partie schleppte sich. Sporadische Halbchancen versprühten kaum mentale Wirkungen. Auch der Freistoß, den Roman Schmidt in den Gäste-Fünfer bugsierte, brachte schlussendlich nichts ein. Zwar war Pascal Sorgatz der Kopfballduell-Sieger, aber ohne Fortune, als der Ball ungefährlich über die Querlatte segelte (35.). Dass die Gäste auch gradlinig und schnörkellos können, zeigte die 39. Minute. Ein Angriff über die linke Seite mit flacher Eingabe war sehenswert. Doch der Abschluss, den Patrick Kirsten auf den Schlappen hatte, war schon mit etwas Peinlichkeit behaftet, als er den Ball aus Nahdistanz übers Tor beförderte.

Die zweite Halbzeit begann mit der Blaupause zum ersten Durchgang. Es wurde nicht besser. Nun stellte sich auch die Frage nach der konditionellen Verfassung beider Vertretungen bei den doch sehr hochsommerlich Temperaturen. Der Wille war weiter ungebrochen. Doch fehlte immer noch die Qualität zur Niveauanhebung. „Not gegen Elend“ und der „Mantel des Schweigens“ machten verbal die Runde. Genauso die Gedanken „noch Stunden zu spielen, ohne ein Tor zu erzielen“ waren nachvollziehbar. Die Teams schnupperten am Torerfolg, leider aber ohne etwas auf die Anzeigetafel zu bringen. So war es Paul Roller, der aus der zweiten Reihe knapp an den Händen von Bozickovic scheiterte (58.). Genauso wie sein Stürmerkollege Abdul Ghafur Jamshidi, der kläglich das Spielgerät neben den Kasten setzte (72.). Aber auch die Spielgemeinschaft hätte jubeln können. Patrick Kirsten bekam in der 68. Minute die Chance, doch ihm gelang nur ein Schüsschen, anstatt die Kugel mit Schmackes in die Maschen zu jagen. Schlussendlich hatte keines der beiden Teams einen Sieg verdient. „Dass das heute kein Fußballspiel wird, war doch klar. Aber die Jungs aus der Zweiten haben sich voll hinein gehangen und alle haben ihr Herz auf dem Platz gelassen. Das hat heute wieder einmal gezeigt, was Wandlitz für eine Familie ist“, so Christian Schramm in Nachgang mit Stolz behaftet. Matthias Kandula fasste das Geschehen kurz und knapp zusammen. „Wir sind Aufsteiger und wir wissen, wo wir herkommen. Wir wollen am Ende nicht absteigen, das ist unser vorrangigstes Ziel. Und dabei hilft uns auch dieser Auswärtspunkt gegen einen gestandenen Landesklassenvertreter.“

Das Schiedsrichterteam bewegte sich leider auf dem Niveau der gesamten Partie. Licht und Schatten prägten die Leitung von Finn Tautermann. So glänzte der Referee in der Anfangsphase mit guter Vorteilsauslegung, verpasste es aber frühzeitig den gelben Karton in Richtung der lamentierenden Fraktion zu setzten, um sich damit die ein oder andere Diskussionsrunde zu ersparen. Auch die Zweikampfbewertung war nicht immer nachvollziehbar und einige Male zu spät in die Unterbrechung gebracht. Ein Hinweis noch an Assistent 2, Sebastian Schott. Ein Headset ist ein gutes Hilfsmittel für die Situationskommunikation. Und dass eine gewisse Lockerheit dazu gehört, ist auch positiv zu bewerten. Wenn dann aber für alle hörbar Lachtiraden gesetzt werden, birgt dies die Gefahr des Verlustes der Ernsthaftigkeit in dieser Sportart.

Die offizielle Statistik findet man hier.

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