KREISOBERLIGA OHV/BAR, 14. Spieltag, SV Eintracht Bötzow – SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde III 7:1
„Klare Kiste“, wäre ein mundgerechtes Urteil zum Spiel in der Kreisoberliga Oberhavel/Barnim gewesen. „Kantersieg“ würde genauso passen im fachgerechten Jargon. Schlussendlich feiert Eintracht Bötzow einen auch in der Höhe verdienten Sieg gegen eine Ahrensfelder „Dritte“, die personaltechnisch aus dem letzten Loch pfiff und qualitativ kaum etwas entgegenzusetzen hatte. „Das ist heute das Letzte vom letzten Aufgebot“, hatte GWA-Trainer Marco Fiedler im Vorgespräch angekündigt, darin aber auch eine Chance gesehen. „Oft schweißt so etwas ja noch mehr zusammen“, wusste er hoffnungsvoll zu ergänzen.

Denn Fiedlers Glaube konnte relativ früh gefüttert werden. Seine Jungs führten nach dreizehn Minuten nicht unverdient mit 0:1, was dem engagierten Auftritt erst einmal auch entsprach. Tobis Schulz war nach einem Eckball zur Stelle, als Eintracht den Ball schlampig herausspielte, er erneut flankte und Glück hatte, dass die Kugel an Freund und Feind vorbei im Tor einschlug. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten beide Vertretungen jeweils einmal ein Rauchzeichen gesetzt und Ahrensfelde den griffigeren Eindruck hinterlassen. Doch die Gästefreude war noch gar nicht verklungen, da lag das Spielgerät im eigenen Netz. Torschütze war Robin Schneider, dem sein Abwehrversuch misslang und die Hausherren jubeln ließ, als er per Eigentor den Ausgleich erzielte (14.). Die Begegnung kippte nun ein wenig, weil Bötzow die eigene Rückhaltung etwas ablegte und mehr in die Offensive investierte. Schnörkellos ging es jetzt über die Außen und auch zum Torerfolg. Zwei Stationen und lapidare Gäste-Abwehrarbeit im Mittelfeld reichten, um Sebastian Senning in Schussposition zu bringen, der vom linken Strafraumeck abzog und auch traf (19.). Die Führung war jetzt nicht unverdient. Bötzow kontrollierte die Partie, agierte geduldig und zeigte sich sehr effizient. „Karo einfach“ blieb das probate Mittel der Hausherren, was in der nächsten sich bietenden Möglichkeit wieder zum Erfolg führte. Diesmal war es Lennert Schwach, der als Torschütze davon profitierte, wie lehrbuchartig, konsequent und einfach Angriffe an der Seitenlinie entlang aufgezogen und mit flacher Eingabe ins Ziel gebracht werden können (31.). Grün-Weiss hatte daran zu knabbern und offenbarte gerade in der Defensivleistung in allen Belangen große Mängel. Dass sich diese Negativzeichen auch in Standards, wie bei Eckbällen, zeigten, quittierten die Hausherren knallhart mit dem 4:1. David Stein staubte ab und schob damit die Partie für die Gäste schon Richtung Debakel. Eintracht ließ einfach nicht locker. Wieder wurde ein Angriff über die linke Seite eröffnet. Und zum wiederholten Male wurde Lennert Schwach zum Nutznießer der genannten Pragmatik, als er die Barnimer mit dem 5:1 in die Halbzeitpause schickte (45.+2).
Fiedler wechselte zum Wiederanpfiff doppelt und hauchte dem GWA-Auftritt, zumindest optisch, etwas mehr Schwung und Kontrolle ein. Die Einstellung stimmte. Doch leider spielte die qualitative Beschaffenheit eine negative Rolle. Viel Aufwand verpuffte auf der Ziellinie, weil die Konsequenz, vor allem die Genauigkeit fehlte und damit den Bötzowern immer wieder die Möglichkeit gegeben wurde, defensiv entscheidend zu reagieren. Die Angriffsbemühungen der Hausherren waren sporadisch, wenn, dann aber von Erfolg gekrönt. Der eingewechselte Marvin Haase machte das „Halbe Dutzend“ voll, nachdem seine Kollegen entlang der Gästestrafraumkante den Ball ungehindert weiterreichen konnten und er das Spielgerät in den rechten Angel beförderte (58.). Während sich Grün-Weiss im Vorwärtsgang weiterhin erfolglos um Zählbares bemühte, setzte die Heimtruppe den nächsten Nadelstich in Form des 7:1. Den ersten Versuch konnte Ahrensfeldes Schlussmann Dominik Vollmer sehenswert vereiteln. Im Stich gelassen von seinen Kollegen, kam die Kugel zum ebenfalls eingewechselten Hannes Fenrych, der den Ball mit voller Wucht aus Nahdistanz in die Maschen jagte (66.). Die Partie war längst entschieden und bei mehr Kaltschnäuzigkeit wäre ein zweistelliges Ergebnis möglich gewesen. Schlussendlich konnte sich die GWA-Dritte bei ihrem Keeper bedanken, dass aus dem kleinen Debakel kein ganz großes geworden ist. Die Schlussphase präsentierte sich unverständlicherweise in Gelb und Roter Vielfalt. Erst war es Leon Lautz, der Opfer der Kapitänsregel wurde, als er sich bei Schiedsrichter Sebastian Jahn lautstark über eine Entscheidung beschwerte und dafür vorverwarnt vom Platz musste (74.). Dann war es Benjamin Alessadro Konrad, der hörbar beim Tackling Schuh klappernd seinen Gegenspieler von den Beinen holte und dafür auch die Ampelkarte sah (79.). Auch im Zuschauerbereich musste der Ordnungsdienst beruhigend einwirken, um die Gemüter etwas herunterzukühlen. Letztendlich festigte Bötzow seine tabellarische Mittelfeldpräsenz, während Ahrensfelde nach guten Saisonstart den Blick nach unten werfen muss.
„Unser Matchplan ist vollkommen aufgegangen. Es war eine top Mannschaftsleistung, ich bin sehr zufrieden“, so das kurze Fazit von Heimtrainer Dennis Wahl. Sein Ahrensfelder Pendant, Marco Fiedler, war da schon gesprächiger. „Ich denke, wir haben sehr gut angefangen und sind auch verdient in Führung gegangen. Wir sind eine junge Truppe und ich habe schon vor der Saison gesagt, dass wir Lehrgeld, so wie heute, zahlen werden. Was uns natürlich auf die Füße fällt, sind Ausfälle, wie wir sie jetzt haben, die einfach nicht zu kompensieren sind. Dadurch fehlt uns die Qualität. Bötzow hatte uns das voraus, was uns logischerweise noch fehlt, die Erfahrung.“

Schiedsrichter Sebastian Jahn zeigte im Gesamten gesehen eine solide Leistung. Vor allem im ersten Durchgang profitierte er vom fairen Miteinander, was seiner Spielleitung sehr zugutekam und ihm auch Akzeptanz verschaffte. Als die Partie Mitte der zweiten Halbzeit unverständlicherweise emotional anzog, blieb er weitestgehend konsequent, besonders in der Vergabe der persönlichen Strafen. Auch wenn viele die aufkommenden Gefühlswallungen zum größten Teil unberechtigt am Referee und seiner Leitung festmachten, blieb er im Handeln unbeeindruckt. Dass er in der Nachspielzeit dem ausgewechselten Ahrensfelder Patrick Hilliger nur den gelben Karton zeigte, als dieser sich sehr lautstark und auch beleidigend gegenüber dem zweiten Assistenten äußerte, hat die vorgelebte Konsequenz etwas geschmälert.
Statistik zum Spiel findet man hier.










































































