Auswärtssieg im eigentlichen Heimspiel …

KREISLIGA OST, 15. Spieltag, SpG Biesenthal/Grüntal – FSV Schorfheide Joachimsthal II 3:2

Bei der Recherche nach dem Spielort musste man sich schon Augen reiben. Die Werneuchener Multifunktionsanlage liegt ja nun nicht wirklich im Dunstkreis des Biesenthalers Heidebergs. „Unser Platz ist definitiv nicht bespielbar und dies sicherlich noch bis Ostern,“ begann Roman Stasik, der Biesenthaler Fußball-Abteilungsleiter, seine Erklärung. „Wir sind an den Fußball-Verband herangetreten und sprachen eine Verlegung kompletter Spieltage an. Dies wurde abgelehnt, weil bis dato kein weiterer Verein angefragt hatte. Ich arbeite in Werneuchen und habe auf kurzem Wege die Partie hierher verlegen lassen“, so Stasik, etwas angefressen über die lapidare Absage des Verbandes. Auch Schorfheides Trainer Matthias Thiede konnte dem Biesenthaler Ansinnen etwas abgewinnen. „Unsere Plätze sind ebenfalls nicht spieltauglich. Wir waren aber froh, dass wir mit einem Auswärtsspiel starten können. Ganz zu schweigen von dem Umstand, dass kaum einer überhaupt trainieren konnte.“

Gespielt wurde dann auch noch. Und dies auf Kunstrasen bei bestem Frühlingswetter. Doch der Umstand des künstlichen Geläufs ließ die Partie auf Grund von Anpassungsschwierigkeiten nur zäh in die Gänge kommen. Zwei Aluminium-Treffer auf jeder Seite, Marcel Kerlikofsky von der Strafraumkante für die Gäste (5.) und Madox Neumann per direktem Freistoß (11.), waren die einzigen Rauchzeichen in der Anfangsminuten. Dabei hinterließ Jachimsthal in dieser Phase den besseren Eindruck, weil man die Hausherren energisch am Vorwärtskommen hinderte. Ein Konter über zwei Stationen ließ dann die Gäste jubeln. Marcus Jungnickel bekam das Spielgerät sauber in den Lauf gespielt und blieb im Eins-gegen-Eins-Duell mit SpG-Keeper Lukas Schönhoff eiskalt, als er das Spielgerät unhaltbar am Torsteher vorbei ins Netz bugsierte (12.). Der Treffer zeigte positive Wirkung für die Partie. Biesenthal/Grüntal beendete seine Kunstrasen-Erkundungsphase und kam in der 14. Minute zum Ausgleich. Julius Lars Blumenschein machte die Bude aus Nahdistanz, als er von der energischen Vorarbeit seines Kollegen Nick Volkmer profitierte, der ihm die Kugel von der rechten Grundlinie auflegte. Während es die Schorfheider weiterhin mit langen Bällen versuchten, eventuell um auch Eindruck zu schinden, hatte die Spielgemeinschaft mehr auf den spielerischen Ansatz gesetzt. Doch vieles war Stückwerk. Die Begegnung lebte vorrangig von der Spannung. Denn die Fehlerquote machte den erfolgversprechenden Zieleinlauf oft zunichte. Trotzdem schaffte die Heimtruppe die Wende mit dem 2:1. Unter der Anweisung in der Gästeabwehr „Lasst die Hände weg und springt mit hoch“ kam ein Eckball in den Schorfheider Fünfmeterraum, wo Nick Volkmer im Spielerknäuel mit der Stirn zur Stelle war, um sich im Nachgang über seinen Torerfolg feiern zu lassen (26.). Biesenthal/Grüntal hatte das Geschehen nun an sich gezogen und wäre in 39. Minute dem Ausbau des positiven Ergebnisses wesentlich nähergekommen. Der Ball wurde Nick Hayn in den Lauf gelupft, den er nun sehr unkontrolliert versuchte am herauslaufenden Marc-Phillip Lembke vorbeizuspielen, mit dem Resultat, dass die Kugel knapp das Ziel verfehlte.

Mit der dünnen SpG-Führung ging es dann in den zweiten Durchgang. Joachimsthal hatte sich spürbar einiges vorgenommen. Und der wiederholte Ausgleich folgte auf dem Fuße. Jannis Maasch wurde beim Eindringen in den Strafraum in ein „Zäng‘chen“ genommen und nahm die Einladung, ein Foulspiel für sich zu produzieren, dankend an. Schiri Maron zögerte und zeigte dann, nach dem sich die Ersten lautstark für einen Elfer stark gemachten hatten, auf den Punkt. Paddy Höhr trat an, versenkte abgezockt, ohne Abwehrmöglichkeit für Schönhoff (50.). Doch Spielgemeinschaft hatte praktisch im Gegenzug die passende Antwort. Die Gäste zeigten im Vorwärtsgang der SpG große Schwächen im Zweikampfverhalten und mussten schlussendlich zuschauen, wie ein Querpass bei Dario Tetzlaff landete. Tetzlaff verwandelte in Stürmermanier mit folgender ausgelassener Feier-Arie (52.). Der Rest der Partie ist schnell erzählt. Biesenthal schnitzte und fummelte an der Ergebnisverbesserung. Bis zum Strafraum sah das Ganze auch sehr vielversprechend aus. Doch der ausbleibende Ertrag hielt die Gäste weiter in der Partie. Joachimsthal hingegen, die in den Schlussminuten alles versuchten, mussten für sich selber konstatieren, dass schlussendlich die Puste und auch ein wenig Qualität fehlten, um wenigstens ein Pünktchen mitzunehmen.

In Puncto Spielwertigkeit gingen die Ansichten der beiden Mannschaftsverantwortlichen doch etwas auseinander. Während SpG-Coach Christopher Knoll einen verdienten Sieg seiner Mannen auf Grund der Effizienz in der Chancenverwertung sah, war sein Gegenpart Matthias Thiede leicht enttäuscht. Er fand die Niederlage etwas ungerecht, konnte aber schlussendlich damit leben. Auch die immer noch nicht weggeputzte Abstiegsnot macht ihm keine Sorgen. „Wir werden die nötigen Punkte schon noch holen. Da bin ich ganz entspannt und auch auch zuversichtlich.“  

Die Spielleitung, im speziellen von Referee Henryk Maron, kann man als solide beschreiben. In einer Partie, welche im Grunde sehr fair daherkam, waren die Anforderungen an das Schiedsrichter-Team überschaubar. Trotzdem hatte er auch seinen Anteil daran, dass die Parie über die gesamte Spielzeit ohne große Ecken und Kanten auskam. Henryk Maron zeigte sich kommunikativ, was sich für anbahnende Diskussionsrunden, als probates Mittel zeigte. Leider muss man ihm sein nicht sehr angepasstes Lauf- und Stellungsspiel ankreiden. Mehrmals wurde er angeschossen und bei der Strafstoß-Entscheidung fehlte ihm ganz einfach die Seitenansicht. Sonst hätte er sicherlich anders entschieden. Lobenswert die beiden jungen Assistenten, Thadeus Hirsch und Tayler Fahrendholz, die engagiert ihre Aufgaben erledigten, dies nachvollziehbar und in guter Manier.

Die offizielle Statistik zum Spiel findet man hier.

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