Hochverdiente Heimniederlage …

LANDESKLASSE NORD, 18. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – Birkenwerder BC 08 0:2

Die Konstellation vor der Partie schien für die Hausherren sehr wohlwollend daherzukommen. Während Strausberg tabellarisch im Rausch der Einsamkeit auf dem Platz an der Sonne thront, hat sich Wandlitz so ein wenig in der Verfolgergruppe der Landesklasse Nord eingenistet. Ein Momentum, dass der Eintracht in der Vergangenheit auf Grund einer gewissen Inkonstanz nicht so oft vergütet war. Ganz anders bei den Gästen aus der Oberhavel. Hier ist man im Großformat dem Kampf um den Nichtabstieg verpflichtet. Es könnte eine Mamut-Aufgabe werden. Schlussendlich wurde es wieder eine typische Landesklasse Nord-Begegnung, in der wohl gefühlt jeder gegen jeden punkten kann.

Die Partie begann intensiv, mit zwei Vertretungen, die sich vorrangig im Vorwärtsgang wieder finden wollten. Es war aber auch hektisch. Wandlitz hatte in der dritten Minute in einer Doppelchance die Möglichkeiten früh in Führung zu gehen. Paul Roller spitzelte im Liegen den Ball zu Manuel Thomas weiter, der dann Birkenwerders Keeper Jacob Schäfer prüfte. Dieser konnte das Spielgerät nur abprallen lassen und brachte damit Roman Schmidt in die Abstauberposition. Doch Schmidt traf die Kugel nicht richtig, so dass sein Schuss knapp neben dem rechten Pfosten ins Aus ging. Auf Augenhöhe begegnend, lebte die Partie von rassig geführten Zweikämpfen, aber auch von der Erkenntnis, dass man in beiden Strafräumen in der Abwehrarbeit recht wackelig agierte. Besonders die Gäste spielten „Caro einfach“ mit langen Diagonalbällen, aus denen dann Flanken kreiert wurden, die nur selten Abnehmer fanden. Es dauerte bis zur 21. Minute, um wieder etwas zu Erwähnendes auf den Notizzettel zu bringen. Manuel Thomas hatte auf der linken Seite seinen Gegenspieler düpiert und wurde im Strafraum, gut hörbar, beim Abspiel von Marlon Mörcke am Fuß getroffen. Thomas nahm die „Einladung“ an, ließ sich fallen und bekam von Schiri Michel Sieh ohne Umschweife den fälligen Strafstoß zu erkannt. Routinier Paul Roller übernahm die Verantwortung, schlenzte die Kugel Richtung linkes unteres Eck. Doch Birkenwerders Torsteher Schäfer roch den Braten und wehrte den doch recht schwach geschossenen Ball ab. In der Folgezeit schoben sich die Kräfteverhältnisse im mehr auf die Gästeseite. Vieles beim BBC wurde richtig gemacht und sah auch noch gefällig aus. Doch auf der Zielgeraden gab es reichlich Stückwerk, was den schwächelnden Wandlitzern erst einmal in die Karten spielte. Eintracht, wenn auch nur sporadisch, hatte weiterhin die klareren Möglichkeiten. In der 29. Minute wieder eine Doppelmöglichkeit. Erst spitzelte Steffen Philipp Hennig den Ball aus Nahdistanz Richtung Tor und hatte dabei Pech, dass der Abschluss abgefälscht am Pfosten landete. Noch in gleicher Situation zog Adrian Fischer aus der zweiten Reihe ab und zwang Schäfer zur Glanztat, der seinen Kollegen sehenswert einen Rückstand ersparte. Die erste richtige 08er-Möglichkleit stammte aus der 31. Minute. Ein Konter über die rechte Seite, mit Flanke zur Strafraumkante, verwertete Max Meller mit strammem Geschoß, welches nur knapp sein Ziel verfehlte. Die nächste Gäste-Möglichkeit bekam Eric Stephan per Eckball serviert. Am langen Pfosten positioniert, hielt er seine Strin hin, doch fehlte dem Kopfball der Druck und die Zielgenauigkeit, um es auf die Torschützenliste zu bringen. Mit dem Versuch von Moritz Reimann aus achtzehn Metern zum Erfolg zu kommen, ging es torlos und ohne Nachspielzeit in die Halbzeitpause.

Der zweite Durchgang begann so, wie der Erste geendet hatte. Birkenwerker wirkte nun noch galliger und vor allem spielfreudiger, was die Hausherren immer schlechter aussehen ließ. Allein schon der sichtbare Willen die Partie an sich zu reißen und erkannt zu haben, was die Stunde geschlagen hatte, erzeugte spürbaren Gästedruck. Der Erfolg stellte sich ein und dies auch passend zur nun vorherrschenden Wandlitzer Misere. Ein Eckball von der linken Seite, getreten Tom-Piet Ziemann, rauschte durch Freund und Feind und schlug ohne Zwischenberührung am langen Pfosten ein (51.). Wandlitz wackelte mächtig, agierte verunsichert und stark fehlerbehaftet. Hinzu gesellten sich nun auch Emotionen, gepaart aus Frust über die eigene Leistung und dem Unverständnis gegenüber Referee Sieh, der Andreas Boddenberg (70.) und Paul Roller (71.) folgerichtig verwarnte und denen damit so ein wenig den verbalen Spielraum eingrenzte. Mit dem 0:2, dem ein Fehlpass „erster Güte“, produziert durch Steffen Philipp Hennig voraus ging, war die Partie praktisch entschieden. Tom-Piet Ziemann preschte in den verhungerten Rückpass und ließ dem ärmsten Wandlitzer, Torhüter Janis Pal Hahn, keine Abwehrchance, als er die Kugel vielumjubelt über die Line drückte (75.). Birkenwerder wollte noch mehr und hatte auch die Möglichkeiten. Wandlitz hingegen muss mit einem verdienten Dämpfer leben und braucht sicherlich einige Tage, um die Wunden zu lecken und vor allem Erklärungen und Ursachen zu finden, warum man schlussendlich einen so desolaten Auftritt hinlegte.

Wandlitz Übungsleiter Christian Schramm hatte verständlicherweise nicht wirklich Lust ein Statement abzugeben. „Der Gästesieg ist hochverdient. Ich hatte vor der Partie irgendwie schon eine Ahnung, dass es heute so kommen wird. Wir haben versucht die Tabelle aus den Köpfen zu kriegen. Das scheint aber nicht funktioniert zu haben. Uns hat alles gefehlt, was uns in der Vergangenheit und in der letzten Woche ausgezeichnet hat. Mit Fußball hatte das heute nichts zu tun.“ Sein Gegenüber, BBC-Trainer Sascha Pohl, war natürlich hochzufrieden. „Ich denke, es war eine schwierige erste Halbzeit für uns. Mit zwei unglücklichen Niederlagen in der Rückrunde war es dann aber sehr wichtig diesen Sieg einzufahren. Wir sind dann wesentlich besser aus Halbzeit gekommen und haben es endlich geschafft, uns zu belohnen. Mit den Winter-Verstärkungen und der heute aufgestellten Mannschaft ist nun vieles möglich.“

Schiedsrichter Michel Sieh ist in Puncto Regelkenntnis und deren Anwendung auf guten Pfaden unterwegs. Wenn er es dann noch schafft, den „Verkauf“ von Entscheidungen mit Körpersprache und für alle sichtbarer Transparenz zu untermauern, ist der Weg von einem soliden Referee zum einem guten bis sehr guten Spielleiter nicht weit. Auch die Variabilität der Lautstärke an der Trillerpfeife, je nach der Intensität des Vergehens für welches unterbrochen wurde, verstärkt die Akzeptanz eines Referees.

Die offizielle Statistik zu Partie findet man hier.  

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