KREISOBERLIGA OHV/BAR, 19. Spieltag, SG Einheit Zepernick II – SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde III 0:1
Eigentlich war diese Kreisoberliga-Partie vorab dem „Nüchternen Mittelfeld“ zuzuordnen. Bei den Ahrensfeldern wird aber ein emotionaler Nebenschauplatz immer mehr zur Existenzfrage bzw. Sorge um den Ligaverbleib. Denn das tabellarische Abschneiden der Grün-Weissen Zweitvertretung in der Landesklasse Nord, momentan als Schlusslicht, könnte zum Verhängnis werden und für die Dritte mit einem Zwangsabstieg enden. Hinzu gesellte sich für den Gastauftritt in Zepernick der personelle Notstand, der mit der Bereitschaft der Seniorenkicker, Christian Gehrke und Mirco Axmann, wie sich zeigen würde, entscheidend abgefedert werden konnte.

Bei bestem Frühlingswetter begann die Begegnung auf dem kleinen Kunstgrüngeläuf sehr intensiv. Für beide Teams kein Nachteil, weil deren Heimspiele nur selten auf Naturrasen ausgetragen werden. Die erste Möglichkeit hatte sich Ahrensfeldes Kai Kaelcke reserviert, als er halblinks im SG-Strafraum auftauchte und abzog. Doch mehr als ein abgefälschter Schuss und daraus resultierendem Eckball sprang nicht heraus (5.). Unter der Abwehrregie von Routinier Christian Gehrke, der im Stile eines Spielertrainers seine Vorderleute lautstark dirigierte, machte Grün-Weiss den etwas stabileren Eindruck. Zepernick hingegen offenbarte schon einige Mängel im Spielaufbau mit lapidaren Anspielen vor dem eigenen Strafraum. Doch Ahrensfeldes Offensivabteilung schien noch etwas schläfrig, um daraus Kapital zu schlagen. Es blieb spannend und auch ein wenig taktisch. Zeitweise verengte sich die Spielfläche im Mittelfeld auf die Breite des Mittelkreises, was zur Ursache hatte, dass der Ballbesitz im zehn Sekundentakt wechselte. Ein öffnender Pass auf die linke Seite, organisierte einen Gästetreffer, der schlussendlich für den Auswärtssieg reichen sollte. Henry Preuss war der Adressat auf der Außenbahn, der dann butterweich in den Fünfer flankte. So richtig brannte es nicht. Doch unter Mithilfe der Zepernicker Abwehrfraktion, die einfach nicht in Lage war, die Kugel weg zu befördern, stocherte Florian Stolz den Ball über die Linie (18.). Das Spiel gönnte sich keine Ruhephase. Keines der beiden Teams schaffte es die Machtverhältnisse klar auf die eigene Seite zu ziehen. Es war kraftraubend und schon in dieser Phase stellte sich die Frage nach dem Zeitpunkt der Sichtbarkeit des Kraftverschleißes. Es dauerte bis zur vierunddreißigsten Minute, in der Ahrensfelde die nächste Chance serviert bekam. Ein Angriff über die rechte Seite und folgender Eingabe, welche den kompletten Torraum passierte, brachte Marcel Adamowicz in den Genuss direkt abzuziehen. Schlussendlich missglückte sein Versuch und landete weit über dem Kasten im Toraus. Keine zwei Minuten später kam Zepernick zum ersten eigenen Torabschluss. Johannes Klauser wurde Abnehmer eines Eckballs von der rechten Seite, als er am langen Pfosten aus spitzem Winkel das Spielgerät knapp neben den Pfosten setzte. Eine sehenswerte Kombination über drei Stationen roch ebenfalls nach dem Ausgleich. Danny Frenzel verschaffte sich die Freiheit abzuziehen, doch der Schuss landete in den Armen von GWA-Keeper Louis Brodda (41.). Einheit kratzte nun am verdienten Torerfolg. Das Zuspiel in den Lauf von Cornel Platow machte den Weg frei, im Eins-Gegen-Eins-Duell, den Torsteher zu überwinden. Letztendlich fehlte dem Versuch die „Schmackes“, um Brodda zu überwinden, der mit guter Parade die Halbzeitführung festhielt. (45.+1).
Die Halbzeitpause brachte dem Spielcharakter keinen Abbruch. Intensität blieb das Motto der Partie. Leider blieben aber auch die Mängel, wie schnelle Ballverluste und zum Teil auch die hektische Spielweise, auf der Tagesordnung. Ein Ahrensfelder Eckball, den Julien Hill verwertete, zwang SG-Torsteher Hendrik Peter Zimmer zur Glanztat (48.). In der Folge wurde vorrangig die Spielfläche zwischen den Strafräumen bearbeitet. Sporadische Halbchancen bedienten die Szenerie. In der 65. Spielminute schnappte den Gästen zweimal der Atem. Beide Male war es Elias Stange, der den Torschrei hätte hervorrufen können. Zum Ersten wurde sein Schuss geblockt, beim zweiten Mal landete die Kugel abgefälscht an der Querlatte. Ahrensfeldes konditioneller Aderlass wurde nun spürbar und ließ die nächste Möglichkeit der Hausherren zu. Eine Flanke erreichte Cornel Platows Stirn, die den Ball aber nicht richtig platzieren konnte und knapp über die Latte passieren ließ (67.). Zepernick wechselte dreifach, um noch einmal die Betriebstemperatur zu erhöhen (75.). Was nun auch zusehends auf die Waage drückte, war der Zeitfaktor, welcher sich immer mehr gegen die Heimtruppe stemmte. Ein Zeichen für die Schlussoffensive setzte der eingewechselte Marco Schmidt, der einfach mal aus zwanzig Metern abzog und das Ahrensfelder Quergebälk wackeln ließ (77.). Zepernick schmiss nun alles rein, auch mit angehauchter Verzweiflung. Ahrensfelde, auf der letzten Rille, verteidigte geschickt und konnte am Ende einen Sieg am seidenen Faden feiern.

Mit nun achtundzwanzig Zählern auf der Habenseite, könnte man beruhigt aus Ahrensfelder Sicht auf eine neue Saison in der Kreisoberliga anstoßen. Wenn da nicht das Wort „wenn“ wäre und dies mit der Ahrensfelder Landesklassen-Truppe zusammenhänge. Die fast zeitgleiche Heimniederlage der sogenannten „Zweeten“ macht den Strohalm für die GWA-Dritte nicht wirklich dicker. „Ich bin wirklich sehr stolz auf die Truppe“, begann Ahrensfeldes Rainer Marco Fiedler sein Spielanalyse. „Wie die Mannschaft zusammengehalten und gekämpft hat, das nötigt größten Respekt ab. Das ist ein Fingerzeig, dass wir da sind. Sicherlich hatten wir heute auch das Glück auf unserer Seite. Es gab aber auch Phasen in dieser Saison, wo das nicht hatten. Vielen Dank auch an unsere Seniorenspieler. Besonders Christian Gehrke mit seiner Erfahrung hat unsere Abwehr stabil zusammengehalten.“ Zepernick hingegen wird die Niederlage nicht umwerfen. Der Abstand nach unten ist beruhigend, um entspannt den Saisonende entgegen zu trudeln.

Schiedsrichter Jonas Knospe war ein sehr guter Leiter. In einer Partie, welche ihm auf dem engen Platz volle Konzentration abverlangte, war er der Leiter, den man sich für eine solch intensive Begegnung vorstellen und wünschen konnte. Die Kommunikation und vor allem positive Zusammenarbeit mit seinen Kollegen an der Linie, Thadeus Hirsch und Noyan Ahmadabadi, überzeugte. Ein Referee, den man für die Zukunft auf dem Schirm haben sollte …
Die Spielstatistik findet man hier.

















































































