BRANDENBURGLIGA, 21. Spieltag, TSG Einheit Bernau – BSG Stahl Brandenburg 1:0
Stahl Brandenburg setzt mit der Niederlage am Bernauer Wasserturm seine Phase ohne Dreier, welche sich seit dem Rückrundenstart in Präsenz zeigt, weiter fort. Die TSG hingegen, als das sogenannte „Wunderwerk der Liga“ mit dem schmalen Kader, hockt weiterhin auf Platz sieben und kann sich so langsam, aber immer sicherer mit dem Gedanken zum verdienten Ligaverbleib anfreunden.

„Es gibt Spiele, die kann man einfach nicht erklären. Und wenn ich ganz ehrlich bin, haben wir schon sehr glücklich gewonnen“, suchte Bernaus Übungsleiter Matthias Schönkecht in seinem Statement kurz nach Spielende nach den Ursachen für einen wackligen Spielverlauf mit positivem Ende für sein Team. Denn die Begegnung begann wie eigentlich immer in den Heimspielen der TSG auf dem engen Kunstrasen, sehr intensiv. Genau eine Minute war gespielt, da lag schon der erste Gästejubel in der Luft. Dabei hatte Bernau viel Glück, dass Maksymilian Bozcek, nach feinem Anspiel, nur ein Schüsschen gelang und der Ball von Heimkeeper Steve Jarling locker weggefischt werden konnte. Ein Freistoß für die TSG in der elften Minute wurde aus der eigenen Hälfte lang auf die rechte Seite geschlagen worden. Einstudiert wirkend, kam der Ball geflankt an die Fünferkante, wo Luis Hübner eingelaufen war und schläfrig wirkende Gäste mit Konsequenz zum 1:0 bestrafte. Dass dieser Treffer das „Tor des Tages“ bedeuten sollte, war nicht im Ansatz zu erahnen. In der Folge blieb es intensiv, mit Brandenburgern, die etwas galliger wirkten, aber spielerisch und kämpferisch, nur im Bereich zwischen den Strafräumen der Gemengelage etwas mehr Oberwasser einhauchten. Bernau hielt dagegen, machte vieles in der Defensive richtig, war aber im eigenen Ballbesitz viel zu hektisch unterwegs. Fast jeder Zweikampfgewinn wurde mit dem „Ruhig“-Ruf von TSG-Coach Nico Tomaschewski begleitet, blieb aber irgendwie ungehört und auch umgesetzt. Erschwerend kam noch hinzu, dass sich Steve Jarling früh im Zweikampf verletzt hatte und per Pedes für den Rest der Begegnung nicht vollumfänglich zur Verfügung stand. Dieser Umstand kam erst einmal nicht zum Tragen, weil Stahl es nicht schaffte, irgendwie die Kugel gefährlich auf den Kasten zu bringen. So war es Lukas Steinert, der die nächste Bernauer Möglichkeit auf den Schlappen hatte. Doch seinem Schuss aus halblinker Strafraumposition fehlte die hundertprozentige Präzision, so dass er knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus zischte (21.). Während das Spiel keine Atempause gewährte, blieb in der Qualität vieles im Argen. Zerfahrenheit war der Stempel, den beiden Vertretungen präsentierten und den Torstehern einen bis dato ruhigen Nachmittag bescherten. Eine Glanztat von Steve Jarling, der einen satten Schuss von Maksymilian Bozcek parierte, machte Hoffnung auf mehr Torraum-Szenen. Doch dies blieb nur ein Strohfeuer. Stattdessen machten sich zunehmend Emotionen breit, welche auch die Auswechselbänke ergriffen, weil man auf Brandenburger Seite mit den schwerfälligen Spielfortsetzungen der Hausherren so seine Probleme hatte. Zwar zuckte die Stahl-Offensive noch zweimal in der Nachspielzeit vor der Pause, richtig gefährlich wurde es aber nicht.
Die Hoffnung auf vermittelte Lösungen der Mannschaftverantwortlichen für einen besseren Spielfluss und mehr Überzeugung in den eigenen Aktionen wurden mit dem Wiederanpfiff praktisch vom Platz gefegt. Ansatzlos wurde der hektische, manchmal auch fehlerbehaftete und daraus resultierende zerfahrene Spielzustand fortgesetzt. In der 50. Minute konterte die Ball- und Sportgemeinschaft über zwei Stationen. Pavel Sachs hatte zum Schützen Maksymilian Bozcek weitergeleitet, doch Steve Jarling war, immer noch angeschlagen und Zähne zusammenbeißend, zur Stelle und machte die gute Möglichkeit parierend zunichte. Auch beim Schuss aus der zweiten Reihe, den Pavel Sachs getreten hatte, brachte sich Jarling mit guter und sicherer Flugeinlage in die Partie ein (57.). Ein Einwurf, den Pavel Sachs für seine Farben gesehen hatte, wurde für ihn zum Verhängnis. Als Reaktion auf die Schiedsrichterentscheidung, die Spielfortsetzung den Hausherren zu zugestehen, schmiss er den Ball abwertend auf den Boden, was Referee Rene Müller als Unsportlichkeit bewertete. Sachs, bereits vorverwarnt, bekam sein Verhalten in Form einer Verwarnung quittiert, was schlussendlich die Ampelkarte und den Ausschluss bedeutete. Eine harte Entscheidung, aber durchaus regeltechnisch nachvollziehbar (60.). Die Gefühlswelt der Gäste und derer zahlreich erschienen Fangemeinde war nun von Aufregung geprägt. Die Partie, nun auch emotional getragen, zog spürbar an. Fußballerische Höhepunkte blieben aber Mangelware. Der Platzverweis zeigte bei den Gästen Wirkung, denn Bernau kam etwas besserer in die Kontrolle, ohne sich großartig vor dem Gästekasten zwingend zu zeigen. Doch die aufwühlenden Ausbrüche auf der Gästebank brachten immer wieder den Spielleiter in Zugzwang zu reagieren. In der 78. Minute traf es den ausgewechselten Jonas Günther, der ebenfalls vorverwarnt mit Gelb/Rot bedacht wurde, weil er sich lautstark gegen eine Schiedsrichterentscheidung echauffiert hatte. Die letzten zehn Minuten wurden dann zur besten Phase der Gäste im Spiel. Brandenburg schnürte die Hausherren ein und kam zu guten Möglichkeiten. Doch Steve Jarling mit starken Paraden und seine leidenschaftlich agierenden Kollegen verteidigten die knappe Führung. „In dieser Phase haben wir uns wirklich dämlich angestellt und uns fast noch um den Erfolg gebracht. Für mich schon etwas unverständlich, dass wir uns so hinten reindrängen lassen, haben“, waren die abschließenden Worte von Matthias Schönknecht in seiner Analyse zur Partie.

Auch wenn es auf Brandenburger Seite auf Unverständnis stoßen könnte. Schiedsrichter Rene Müller war genau der richtige Spielleiter für diese Partie. Die Ruhe, die er ausstrahlte, passte positiv in dieses hektische und zerfahrene Spiel. Dass die ein oder andere Entscheidung im zweiten Durchgang nicht unberechtigt kritisiert wurde, war zu verschmerzen. Ansprache und die passende persönliche Strafe gaben ihm fast immer recht und wurden konsequent zum richten Zeitpunkt gesetzt. Auf seine beiden Kollegen konnte er sich verlassen, sie gaben ihm die Unterstützung in den emotional geprägten Phasen.
Die Spiel-Statistik findet man hier.



























































































































