Die Anzeigetafel hatten die Zepernicker schon beräumt, ehe Gäste-Trainer Christian Städing, der ein intensives Gespräch mit seinem Mannschaftskapitän Daniel Bittner geführt hatte, zur Spielanalyse antrat. „Wir waren mindestens eine Klasse schlechter oder der Gegner eine Klasse besser. Wir waren in allen Belangen unterlegen. Punkt. Dann kommt halt so ein Ergebnis raus“, waren die ersten Worte eines sichtbar enttäuschten Übungsleiters. „Jetzt unmittelbar nach dem Spiel habe ich keine Antwort auf die Frage nach der Ligatauglichkeit. Fakt ist, dass wir Absteiger sind und für die Landesliga unsere Klasse noch nicht unter Beweis gestellt haben. Es wird momentan vieles hinterfragt, das tue ich ebenfalls für mich und meine Arbeit. Es gib auch einen Austausch auf allen Ebenen. So wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Wie es letztendlich weitergeht, entscheidet sich in der kommenden Woche und dann muss man halt mal schauen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden“, ließ Städing tief blicken und in der Nachbetrachtung viel Raum für Spekulationen und „Zwischen-den-Zeilen-Leserei“. Genau das Gegenteil erlebte der Einheit-Coach Markus Haase. Punktuell im vollen Soll zeigte er sich schon stolz auf seine Jungs. „Wir brauchten fünf Minuten, um in die Partie zukommen und haben dann vieles richtig gut gemacht. Es hat wieder Spaß gemacht und das Ergebnis ist dann auch die Belohnung für die gute Trainingswoche. Wir bleiben weiterhin als Aufsteiger demütig und blicken nicht zurück auf das, was eventuell an Torchancen im ersten Durchgang liegengelassen wurde. Wir haben immer wieder mal Phasen, wo es nicht so läuft. Aber daran arbeiten wir, dass wir darin stabiler werden. Ich hoffe, die positive Reise geht weiter. Mir macht es wirklich Freude, mit den Jungs zu arbeiten.“

Dabei begann die Partie bei bestem Wetter auf einem Rasen, dem ein kürzerer Schnitt sichtbar gutgetan hätte, mit einer Gästemöglichkeit. Ein Freistoß, der lang in den Strafraum geschlagen und per Kopf verlängert wurde, brachte Cedric Burchardi in die Situation aus Nahdistanz einzuschieben. Doch Burchardi kam nicht richtig zum Ball, sodass die Kugel knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus ging (1.). Die Anfangsperiode zeigte schon an, mit welchen taktischen Marschrouten beide Teams ihre Agenda abarbeiteten. Während die Gäste vornehmlich mit langen Bällen operierten, zeigte sich die Einheit mit geduldiger und spielerischer Aufbauqualität. Fünf Minuten dauerte es, bis sich Tom Bittner als erster Zepernicker auf Strichliste der Abschlussmöglichkeiten eintragen ließ. Doch für eine klare Chance war der Winkel dann doch zu spitz, sodass die Spielfortsetzung „Abstoß“ lautete. Luca Grabarek versuchte es in der 10. Minute recht frei von der Strafraumgrenze. Sein strammes Geschoss wurde aber weggeblockt. Das 1:0 durch Phillip Opitz war in der Entstehung schon zum Zunge schnalzen. Ümit Ejder hatte die Kugel hinter die Abwehrreihe der Gäste gelupft und damit den durchgelaufenen Opitz bedient. Der zeigte sich im Abschluss kaltschnäuzig und ließ FF-Keeper Daniel Bittner nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit (14.). Für Städing wurde die Folgezeit immer mehr zur Leidenszeit. Seine Jungs entfernten sich zunehmend von der Ligatauglichkeit und konnten eigentlich von Glück reden, dass die Heimtruppe erst einmal keine weiteren, aber durchaus möglichen Kapitalerträge auf die Habenseite bringen konnte. Für Zepernick war gegen tief stehende Gäste weiterhin Geduld gefragt. Doch die Gegenwehr für die Hausherren war so harmlos, dass es genug Alternativen gegeben hätte, um für mehr Torgefahr zu sorgen. Geschwindigkeit wäre ein probates Mittel gewesen, doch der Nichtgebrauch läutete eine elfminütige Leerlauf-Etappe ein. Beim 2:0 ließ Lesley Park den geschossenen Ball von der Strafraumgrenze flattern und Gäste-Torsteher Bittner nicht wirklich gut aussehen. Park kam frei zum Abschluss, nach dem er Nutznießer einer sehenswerten Ballstafette wurde (24.). Falkensee-Finkenkrug zuckte sporadisch im Vorwärtsgang, musste aber auch in diesem Bereich qualitative Abstriche in Kauf nehmen. Philip Opitz trug sich in der 32. Minute wiederholt in die Torschützenliste ein. Ein Larifari-Spielaufbau der Falkenseer wurde zum positiven Bumerang für Opitz, der nicht lange fackelte und unhaltbar einnetzte. Sechzig Sekunden später herrschte dann mal leichtes Chaos im Einheit-Strafraum. Doch auch daraus war kein Gäste-Guthaben zu erzielen, denn der Schuss von Hassan Oumari verkümmerte förmlich auf dem Weg zum Tor. Auch der Versuch aus der Ferne von Ole Oppermann brachte keine Gefahr für Heim-Torsteher Dennis Tietz (44.).
Mit dem beruhigenden Vorsprung und der Erkenntnis „Eine Mannschaft ist nur so gut, wie es der Gegner zulässt …“, ging es in die Halbzeitpause. Die Erkenntnis passte zum Auftritt der Gäste, die gerade im Vorwärtsgang der Hausherren alles zuließen, aber auch für sich konstatieren mussten, dass Zepernick schon recht ansehnlich und überzeugend unterwegs war. Städing hatte in der Kabinenpredigt scheinbar an die Moral appelliert, denn seine Jungs gaben den Belagerungszustand in der eigenen Hälfte auf und griffen die Zepernicker nun schon in deren Aufbaubereich an. Dieser Umstand machte die Partie etwas interessanter und kurzweiliger. In der 50. Minute gesellten sich auch noch verbal vorgetragene Emotionen in das Spiel, welche Schiedsrichter David Schrödter konsequent mit Verwarnungen honorierte. Dabei konnte gerade Hassan Oumari von Glück reden, dass Schrödter seinen Handlungsspielraum stark ausweitete und nicht noch nachlegte, als keine Ruhe einkehrte. Die weitere Spielgeschichte ist dann schnell erzählt. Ümit Ejder hatte das 1:0 bekanntermaßen mit seinem Heber vorbereitet. Beim 4:0 wurde er der Adressat eines solchen Spielzuges und machte beim unhaltbaren Abschluss ebenfalls kurzen Prozess (53.). Die Folge hatte noch einige gute Einheit-Möglichkeiten im Petto. Schlussendlich machte sich Tammes Ole Wolter neben Opitz auch zum Doppelpacker. Beim 5:0 staubte er ab, nachdem Max Gerhard an Bittner gescheitert war und ihm der abgewehrte Ball vor die Füße sprang (80.). Der eingewechselte Lenny Canalis Wandel bereite dann mit einem Pass in den Lauf des Torschützen das halbe Dutzend Tore vor. Wolter bedankte sich im Nachgang und bescherte damit sich und seinen Kollegen einen hochverdienten und Sieg behafteten Feierabend (87.).
Zepernick: Dennis Tietz – Oliver Eckert, Jerome Ehweiner (54. Eric Woiton), Lesley Park (62. Lenny Canalis Wandel), Tom Bittner (66. Tammes Ole Wolter), Marinko Becke, Luca Grabarek, Max Gerhard, Victor John, Ümit Ejder (62. Kalid El-Ahmar), Philip Opitz (54. Marvin Caetano)
Falkensee-Finkenkrug: Daniel Bittner – Eyke Espig, Luca Ksienzyk, Dejan Kljajic (60. Benedikt Bundschuh), Fatih Aydogdu (71. Tchanawe Tunde Kris-Walick Odoubiyi Cocou), Linus Eick, Cedric Burchardi, Fabian Benjamin Kracht, Felix Kober (71. Matthieu Weinlein), Ole Oppermann (60. Benedict Schynol), Hassan Oumari (71. Michael Werner)
Schiedsrichter: David Schrödter (Ein gute und überzeugende Leitung des Referees mit seinen beiden Assistenten an der Seitenlinie. Besonders hervorzuheben war der Umgang und das Handling mit den persönlichen Strafen in der emotionalen Phase rund um die 50. Spielminute. Dort nicht rigoros durchzugreifen, passte sehr gut zum Spielcharakter und brachte schlussendlich die Gemüter wieder auf Normaltemperatur.)
SRA: Niklas Wiese, Gero Metzner
Zuschauer: 124
Foto-Galerie 1























































Foto-Galerie 2



























































