KREISLIGA OST, 12. Spieltag, SG Einheit Zepernick II – SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde III 4:4

Das Spiel des Tages in der Kreisliga Ost endete im Gesamten betrachtet, gerecht unentschieden. In dieser Wertung waren sich auch beide Trainer in ihren Statements einig. Doch das Torspektakel hatte die Mannschaftsverantwortlichen stark emotional strapaziert, war aber für den neutralen Beobachter an Spannung kaum zu überbieten und für den Kreisliga-Fußball schon ein seltenerer Hingucker. Dabei waren die Vorzeichen auf Gästeseite nicht die Besten. „Wir sind krankheitsbedingt schon arg gebeutelt. Das ist unser letztes Aufgebot. Trotzdem wollen wir hier heute nicht untergehen“, hatte GWA-Trainer Marco Fiedler kurz vor dem Anpfiff verlauten lassen.

Doch von der Tiefstapelei Fiedlers war in den Anfangsminuten kaum etwas zu spüren. So hatte Zepernick zwar die erste Möglichkeit durch Piet Dübel, der nach Flanke von der linken Seite im Zweikampf den Ball nur knapp verpasste, ansonsten zeigten sich nur die Gäste. Das frühe Pressen, die Galligkeit und vor allem die Wachsamkeit machten den Hausherren schwer zu schaffen. Dies mündete in der GWA-Führung, der ein schwerwiegender Ballverlust im Mittelfeld vorausging. Denis Rotenberg reagierte blitzschnell und versenkte die Kugel unhaltbar in Stürmermanier (6.). Einheit tat sich schwer, wirkte verunsichert und war weit weg von der Form eines Tabellenführers. Ahrensfelde hingegen kratzte am zweiten Treffer mit Versuchen aus der zweiten Reihe und einem Eckball, bei dem Rotenberg per Kopfball SG-Torhüter Hendrik Peter Zimmer prüfte (10.). Doch Grün-Weiss versäumte es, diese Phase für sich zu nutzen. Denn mit zunehmender Dauer arbeitete sich die Heimtruppe in die Partie, die dann auch zu Möglichkeiten kamen. In der 13. Minute kam Piet Dübel, nachdem er sehenswert die Kugel aufgelegt bekam und sich mit zwei Schlenkern in Position gebracht hatte, die fast hundertprozentige Chance, den Ausgleich zu erzielen. Doch sein Versuch endete am rechten Pfosten. Auch den Kopfball von Dübel nach einem Eckball konnte man getrost als Tormöglichkeit bezeichnen, letztendlich wurde daraus nur ein Abstoß (19.). Die Belohnung der erarbeiteten Verschiebung der Machtverhältnisse folgte in 23. Minute. Eine normale Flanke aus dem rechten Halbfeld breitete den Gästen große Probleme, die Bruno Koster, vollkommen blank, am langen Pfosten für sich nutzte, um einzunetzen. Ein haarsträubender Ballverlust durch Christian Schnittke kurz vor der eigenen Strafraumgrenze, hätte zum zweiten Gästetreffer führen können, wenn nicht sogar müssen. Rotenberg hatte den Ball erobert und alle Möglichkeiten, Einheit-Torsteher Zimmer im Eins-gegen-Eins zu überwinden. Schlussendlich versagten ihm die Nerven und der Ball passierte die Torauslinie knapp neben den linken Pfosten (23.). Zepernick hatte nun das Spiel im Großteil übernommen und damit der Partie auch so ein wenig den Charakter einer Spitzenbegegnung eingehaucht. Mit der Ergebnis-Drehung zum 2:1 untermauerte die SGE auch die nun vorherrschenden Kräfteverhältnisse. Ein Eckball von der linken Seite offenbarte starke Gästezugriffs-Mängel, die der nimmermüde Dübel per Kopfball für sich nutzte (37.). Zepernick blieb am Drücker, stellte die Gäste immer wieder vor Probleme, schaffte es aber nicht einen zwei Torvorsprung herauszuspielen.

Zum Wiederanpfiff gehörte die Anfangsminuten den Hausherren, die mit Zug zum gegnerischen Tor Versuche starteten, die Torquote zu erhöhen. Die Folgezeit wurde aber irgendwie zu einem Spiegelbild die Anfangsphase des ersten Durchganges. Und dabei zeigte sich Ahrensfelde gnadenlos und auch ein wenig glücksbehaftet. Das 2:2 erzielte Sebastian Apt. Ein kurz ausgeführter Eckball mit folgender Flanke von der linken Außenbahn landete bei Apt am langen Pfosten. Der drückte die Kugel trudelnd über die Linie und hatte dabei Glück, dass er Zimmer auf dem falschen Fuß erwischte und der nicht mehr eingreifen konnte (49.). Drei Minuten später hatte Ahrensfelde die Partie nun zu ihren Gunsten gedreht. Ein stümperhafter Spielaufbau der Hausherren mit wiederholt unnötigem Ballverlust leitete die erneute Gästeführung ein. Schlussendlich bekam Dean Pleikies das Spielgerät in den Lauf durchgesteckt und ließ im Abschluss SGE-Keeper Zimmer keine Chance. Zepernick hatte aber Antworten. Erst war es Toni Winnewisser, der am überragend haltenden Vollmer scheiterte (54.) und dann Bruno Koster, der mit seinem zweiten Tor zum 3:3 sich und seine Kollegen überschwänglich feiern ließ. Ein Eckball diente Koster zur Vorbereitung seiner Bude, welchen er in Nutznießer-Manier aus dem Rückraum frei stehend einlochte (56.). Die Partie zog indessen merklich an. Nicklichkeiten mit emotionalen Geräuschen und auch Ansätze von Rustikalität gesellten in die Partie. Auch der Kampf um jeden Kunstrasenhalm machte das Ganze zwar nicht ansehnlicher, aber unheimlich spannend. Als dann Marius Honeck den Ball bei einer halbhohen Flanke an die Hand bekam und Referee Nico Eckbrett etwas verzögert, aber nachvollziehbar auf Strafstoß für die Gäste entschied, wurde die Stimmungslage noch angespannter. Jeremy Dühlmeyer hatte die Traute und versenkte die Kugel halbhoch zum nächsten Gästevorsprung (60.). Das Spiel ebbte nun in der Qualität etwas ab, weil sich auch immer mehr Nebenbaustellen entwickelten und diese den Spielfluss negativ beeinflussten. Die fortschreitende Zeit lief den Hausherren immer mehr davon. Der Schiedsrichter hatte eine fünfminütige Nachspielzeit angezeigt und damit die Zepernicker Hoffnung auf ein Remis und auch mehr verlängert. Ahrensfeldes Justin-Gill Reisner verlor in der 92. Minute die Kugel im Mittelfeld und leitete damit so ein wenig den Ausgleich ein. Lapidarer Umgang Reisners mit dem Spielgerät und auch das etwas rustikale Abräumen durch die Gegnerschaft begünstigten den daraus folgenden Angriff der Hausherren. Am Ende war der eingewechselte Ariclaiton Oliveira Fernandes zur Stelle, um dem Spiel den doch sehr gerechten Ausgang zum 4:4 zu geben.

„Nüchtern betrachtet, geht das Unentschieden schon in Ordnung. Erst einmal bin ich mit der Leistung sehr zufrieden. Das hat mich schon ein wenig überrascht, dass wir uns mit der ersatzgeschwächten Besetzung hier so gut verkauft haben. Man darf nicht vergessen, dass wir die Reserve der Reserve sind. Es ärgert mich aber schon ein wenig, dass wir die Führung nicht über die Zeit bekommen haben“, so die Analyse von GWA-Trainer Marco Fiedler. Sein Gegenüber, SGE-Trainer Peter Strauß, war dann schon erfreut über den Punktgewinn. „Wir haben uns immer wieder zurückgekämpft, darauf bin ich schon sehr stolz. Ahrensfelde hat uns heute unsere Mängel aufgezeigt, an denen wir definitiv arbeiten müssen. Wir streben schon einen Aufstieg an und arbeiten daran, uns auch kreisoberligatauglich zu machen. Dass wir regelmäßig unsere Anfangsphasen verschlafen, sprechen wir immer wieder an.“  

Zepernick: Hendrik Peter Zimmer – Jonny Ratajczak, Lenard Wünsche, Toni Winnewisser, Oliver Grybowski, Dustin Elgt (75. Sepp Kluge), Christian Schnittke, Piet Dübel (75. Antoni Gröning), Bruno Koster, Steffen Behrens (58. Ariclaiton Oliveira Fernandes), Marius Honeck

Ahrensfelde: Dominik Vollmer – Jeremy Dühlmeyer, Denis Rotenberg, Justin-Gill Reisner, Henry Preuß, Sebastian Apt (74. Jonas-William Harloff), Sebastian Schulz, Marcel Adamamowicz, Kevin Etter (35. Florian Stolz), Dennis Mitschke, Dean Pleikies

Schiedsrichter: Nico Eckbrett (Die Leistungsnote des Referees durch die Vereinsbrillen gesehen, wäre sicherlich eine vier Minus gewesen. Aus neutraler Sicht konnte man ihm aber getrost eine zwei vor dem Minus verabreichen. Der Schiedsrichter war über die gesamte Spielzeit präsent, zeigte sich sehr gesprächsbereit und war regeltechnisch solide unterwegs. Was man ihm aber ankreiden muss, dass er es versäumte, den ständigen Stänkerern die Schranken zuzuweisen und dies mit der konsequenten persönlichen Bestrafung (Ermahnung, Verwarnung, Feldverweis) entsprechend zu honorieren.)     

SRA: Guido Dauhs, Bernd Riedel

Zuschauer: 53

Foto-Galerie 1

Foto-Galerie 2

Hinterlasse einen Kommentar