Entscheidungsspiel um den Einzug in den Landespokal, FSV Schorfheide Joachimsthal – SG Einheit Zepernick 1:4

Der Stadionsprecher im „Fichte-Stadion“ kündigte die Partie als Spiel um Platz 3 des letztjährigen Kreis-Pokalwettbewerbes an, der schlussendlich die Teilnahme am Landespokal in der kommenden Saison genehmigte. Gegner hier wird der bereits zugeloste FC Eisenhüttenstadt sein. Doch eigentlich war die Partie eine Art „Looser-Runde“. Denn mit dem Ausscheiden beider Kontrahenten im Halbfinale gegen die Reserve-Teams aus Sachsenhausen und Klosterfelde, die nicht im Brandenburger Pokalwettbewerb starten dürfen, wurde ihnen noch einmal ein Strohhalm gereicht, um mit den „Großen des Landes“ die Kräfte zu messen.

Beide Teams stecken noch voll in der Vorbereitungsphase und hatten zum Teil urlaubsbedingt nicht alle Probanden am Start. Besonders in der Bredouille steckten die Schorfheider, denn auf der Torhüterposition herrschte absolute Mangelware, so dass der eigentlich in der Abwehr beheimatete Christian Lorenz zwischen die Pfosten rücken musste. Eines sei schon vorab erwähnt, er machte einen guten Job und war im Endeffekt eine sichere Vertretung auf dieser Position.

Die Partie begann auf beiden Seiten taktisch und vor allem sehr diszipliniert geführt. Joachimsthal hatte dabei den größeren Ballbesitz und musste trotzdem den ersten nennenswerten Abschluss durch den wiedergenesen Zepernicker Kevin Maek über sich ergehen lassen (7.). Mit zunehmender Dauer wurde immer augenscheinlicher, dass beide Vertretungen versuchten mit langen Bällen zu operieren, um damit die schnellen Offensivvertreter in Stellung zu bringen. Genauso wurde auch den Zweikämpfen aus dem Weg gegangen. Es dauerte ganze dreizehn Minuten, eher der bis dato fast arbeitslose Referee Sven Roden zum ersten Mal wegen eines Foulspiels in sein Meldeorgan pusten musste. Drei Minuten zuvor hatte Kevin Maek seine Einheit in Führung geschossen. Ein schnörkelloser Angriff über die linke Seite mit Folgepass zum Torschützen, der ohne Gegenwehr einnetzen konnte, brachte Zepernick in die Lage die Partie mehr unter Kontrolle zu bringen. Nur sechzig Sekunden später kam auch das Heimteam zum ersten Abschluss. Moritz Fedder hatte für seinen Kollegen Willi Adler aufgelegt, der dann aber recht eindeutig verzog. In der Folge schleppte sich Partie ein wenig, gerade weil den Schorfheidern in der Bringepflicht offensichtlich der Mut fehlte. Einheit, nun aus der Lauerstellung und mit langen Bällen unterwegs, kam immer wieder zu Halbchancen, bei den Kevin Maek und der junge Luca Grabarek die meisten Aktionen hatten. Joachimsthal war im Gegenzug offensiv nicht untätig, machte aber den Fehler in Strafraumnähe zu verspielt zu wirken, anstatt auch mal aus der zweiten Reihe abzuziehen. Kevin Maek, in vorderster Front, erzielte dann das 0:2. Die Flanke von der rechten Seite, getreten durch Max Gerhard, erreichte Maek, der eingelaufen war, auf den Punkt. Christian Lorenz war absolut machtlos, denn die Wucht und die Genauigkeit des Kopfballs ließ ihm keine Abwehrmöglichkeit (37.). Bedanken konnte sich die Heimtruppe bei ihrem „Ersatzkepper“. Dieser stand bis zum Halbzeitpfiff noch zweimal im Mittelpunkt und verhinderte dabei sehenswert die Gegentreffer, welche sicherlich eine Vorentscheidung bedeutet hätten. Zum moralisch günstigen Zeitpunkt fiel dann doch noch der Anschlusstreffer. Den schnellen Angriff über die rechte Seite, begünstigt durch schläfriges Abwehrverhalten der Gäste, nutzte Chris Bolle, als er sich im Zweikampf um den Ball durchsetzte und diesen unhaltbar versenkte (45.). Zum Wiederanpfiff änderte sich das Bild kaum. Zepernick mit der Führung im Rücken, ließ es taktisch clever angehen, in dem man das Spiel etwas verschleppte, um dann gnadenlos zu zuschlagen. Eric Woiton erzielte das 1:3 und schob damit seine Truppe so langsam Richtung Teilnahme am Landespokal. Einer dieser Tempovorstöße landete bei Woiton, der vollkommen blank und in der Folge kompromisslos das Spielgerät in die Maschen jagte (53.). Für Joachimsthal bedeutete dieser Treffer noch nicht den Genickbruch. In der Folgezeit wurde vieles versucht, doch schlussendlich scheiterte man an der Qualität der Gegnerschaft. So belohnte sich Zepernicks Youngster Luca Grabarek für seine sehr gute und engagierte Leistung mit dem 1:4 (70.). Das Anspiel im Strafraum verwertete er mit viel Willen und Durchsetzungsvermögen zum Endstand, der schlussendlich eindeutig nun die Teilnahme am Landespokal noch mehr untermauerte. Andy Lindt, der Vertreter des im Urlaub weilenden Sven von Pruschak, war trotz der klaren Niederlage mit dem Auftritt seiner Jungs nicht unzufrieden. „Wir stecken immer noch voll in der Vorbereitungsphase. Da war dieses Spiel mit Wettkampfcharakter genau de richtige Gratmesser. Es haben noch einige Jungs gefehlt, dadurch konnten sich unsere jungen Spieler beweisen. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden“. Zepernicks Übungsleiter Lucio Geral war schon stolz auf die nun erreichte Qualifikation. „Für meinen Verein hätte ich mir schon gewünscht, dass wir diesen Erfolg sportlich mit einen Pokalsieg geholt hätten. Ich bin aber ganz ehrlich, für mich ist das heutige Erreichen der Teilnahme am Landespokal das Maximale. Ich möchte mich schon mit meiner Mannschaft mit den stärksten Teams der Region messen. Meine Jungs haben heute das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Taktisch diszipliniert in der Defensive, um dann mit schnellen Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen.“

 Joachimsthal: Christian Lorenz – Christopher Krumnow, Chris Bolle (78. Hannes Jungnickel), Niclas Philip Zameit (58. Marcus Jungnickel), Moritz Fedder, Tobias Fischer (64. Alexander Targatz), Marius Martin Falk, Willi Adler, Sven Musolf, Florian Groß (58. Paddy Höhr), Lucas Schmidt

Zepernick: Dennis Tietz, Kevin Maek, Eric Woiton, Alexander Rathmann, Eric Schneider, Lesley Park (49. Fabian Plehn), Marinko Becke, Luce Grabarek (87. Fabian Schulz), Max Gerhard, Niklas Liebenthal, Patrick Toepfer

Schiedsrichter: Sven Roden – gute Leistung

Zuschauer: 99

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