KREISOBERLIGA OHV/BAR, 6. Spieltag, BSV Rot-Weiß Schönow – Häsener SV 5:0

„Effektiv“, so lautete das kurz und bündig auf den Punkt gebrachte Statement zum Spiel von Tobias Robel, dem Trainer des Siegerteams und vermeintlichen Favoriten in der Kreisoberliga Oberhavel/Barnim. Und damit hatte er den Nagel fast auf dem Kopf getroffen. Fast auch nur deshalb, weil seine Jungs doch noch die ein oder andere Möglichkeit hatten, etwas für das Torekonto zu tun. Denn dieses könnte in der Endabrechnung noch einiges an Gewicht haben.

Die Begegnung begann recht munter, denn Häsen präsentierte sich, auch wenn das Punktezählwerk dies nicht vermuten ließ, ebenfalls spielfreudig und auch mit ein paar Möglichkeiten. Dabei musste der Favorit nach noch nicht einmal zwei Minuten das erste Mal durchatmen. Steffen Ruch verwerte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld zu einem wuchtigen Kopfball, der nur knapp am linken Pfosten vorbeihuschte. In der 7. Minute wurde es dann auch für die Gastgeber offensiv gefährlich. Maximilian Bachnick versuchte es nach einer Körperdrehung mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, doch passierte das Spielgerät die Auslinie weit über dem Gästekasten. Verheißungsvoll wurde es für Rik Roelofs nach 13 Minuten, doch sein Abschluss rutschte ihm über den Schlappen und verlor somit seine Gefährlichkeit. Das 1:0 war eher einer Zufälligkeit geschuldet und schlussendlich von den Häsenern selber produziert. Beim Rauslaufen verschätzte sich Keeper Philipp Pommering und hatte auch noch Pech, dass seine Kollegen im Tiefschlaf waren, die sicherlich noch hätten eingreifen können. Letztendlich schnappte sich Maximilian Bachnick die Kugel und brachte diesen ungehindert im leeren Tor unter. (17.). Die Hoffnung auf eine etwas lebhaftere Partie wurde vor allem durch die Hausherren erstickt. Zwar erhöhte Stefan Schulz in der 22. Minute auf 2:0, nachdem er per Diagonalball auf der linken Seite geschickt wurde und schnörkellos einnetzte, trotzdem fehlte dem Auftritt des Favoriten das gewisse Etwas. „Wo ist das Selbstverständnis, die Euphorie, die vorgelebte Gier und das Mannschaftliche der letzten Saison, bevor Corona die Spielzeit vorzeitig beendete?“, war die Frage, welche Tobias Robel im Nachgang beantworten sollte. „Ich bin ganz ehrlich, ich weiß es nicht, das kann ich momentan nicht beantworten. Wir sehen das auch und suchen die Ansätze, probieren auch einiges aus, schlussendlich haben wir bis dato noch keinen richtigen Erfolg“, so der ratlose Tobias Robel, den dieser Makel scheinbar doch schon sehr ärgert. Denn in der Folge bestimmte Rot-Weiß gänzlich das Geschehen gegen einen Gegner, der nie aufgab, schlussendlich aber dem qualitativen Unterschied Tribut zahlen musste. Sicherlich musste Häsen auf einige Stammkräfte verzichten, sich aber auch immer mehr eingestehen, dass in Schönow wohl nicht zu holen ist. Mit dem 3:0 waren dann die Messen endgültig gesungen. Ein Freistoß auf der linken Seite, kurz hinter der Mittellinie, landete bei Rik Roelofs, der im Strafraum in vollster Freiheit zum Kopfball kam und unhaltbar einnetzte (41.).

Zum Wiederanpfiff stellten sich dann zwei Fragen: Hat Häsen den Mumm und den Punch noch einmal anzugreifen, um zurückzukommen? Und, hat Schönow Interesse etwas für das Torekonto zu tun? Die erste Frage wurde schnell beantwortet. Dennis Aerts markierte das 4:0 per Strafstoß, nachdem dieser bis zur Entscheidung durch das Schiedsrichter-Team in der Zusammenarbeit einiges Unverständnis erregte. Rik Roelofs wurde klar von den Beinen geholt. Doch Schiedsrichter-Assistent Stefan Kotte, der näher am Geschehen war, sah wohl nicht viel, was für einen Elfer sprach und vermittelte dies seinem Chef Sebastian Jahn, der Kotte aber schlussendlich überstimmte (52.). Die Folgezeit diente dann der persönlichen Unterhaltung für die zahlreich erscheinenden Zuschauer. Denn auf dem Platz herrschte nun viel Magerkost, wobei man den Gästen nicht unterstellen konnte, aufgegeben zu haben. Erwähnenswert war noch der fünfte Treffer durch den eingewechselten Caspar Finn Rehder (80.) und die Verletzung von Lukas Grybowski in der 78. Minute, welche Schönow zwang in Unterzahl zu Ende zu spielen, weil das Auswechselkontingent schon ausgeschöpft war.

Schönow muss trotz des Erfolges tabellarisch weiter der Reserve von TuS Sachsenhausen hinterherlaufen und für Häsen zeigt die Kurve schon etwas beängstigend nach unten.  

RW Schönow: Enrico Müller – Rik Roelofs, Dennis Aerts, Tobias Münchberg, Maximilian Bachnick, Stefan Schulz (73. Caspar Finn Rehder), Marcel Wlotzka (73. Steven Hagenah), Peter Erdmann (61. Marcus Croonenbrock), Paul Paasche, Justin Aerts (61. Lukas Grybowski), Pascal Bettge (78. Lukas Lang)

Häsen: Philipp Pommering – Robby Schaller, Raimund Wudick (67. Martin Regulin), Naji Alshahud, Lukas Traue, Stephan Pietsch, Nicolai Schulze, Steffen Ruch, Julian Dittmann, Michael Regulin, Maik Gregor

Schiedsrichter: Sebastian Jahn (Man merkte dem Referee seine Nervosität im ersten Einsatz in der KOL an. Er hatte aber auch Glück, dass die Spieler es ihm nicht allzu schwer machten. Schlussendlich eine solide Leistung.)

Zuschauer: 97

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