LANDESPOKAL BRANDENBURG, 1. Runde, FSV Bernau – Brandenburger SC Süd 05 3:1

Von der Ansetzung her war es schon eine Spitzenbegegnung in Landespokal. Am Ende gewann der Landesligist aus Bernau verdient eine Partie gegen eine Mannschaft aus dem Oberhaus des Landes, welche immer noch nicht eingespielt zu sein scheint. Für die Brandenburger war es aber auch erst der zweite Auftritt unter Wettkampfbedingungen und dies ausschließlich im Pokal. Das sollte aber die Leistung des FSV in keinem Fall schmälern. Gerade im Vorwärtsgang zeigte sich die Truppe von Co-Trainer Vincent Lipp, der seinen familiär verhinderten Chef Robert Pocrnic vertrat, sehr viel griffiger und am Ende auch wesentlich effizienter.

Das Spiel begann bei hochsommerlichen Temperaturen keineswegs verhalten. Doch ein Faktum rückte schon in den Anfangsminuten auf die sichtbare Oberfläche. Es würde kein Torschussfestival und irgendwie auch kein Spektakel werden. Zum einen lähmte die Hitze die große Bereitschaft, zum anderen kam irgendwie kein richtiger Spielfluss auf. Qualitativ hatten die Gäste die besseren Einzelakteure in ihren Reihen. Angefeuert von der laustarken Fangemeinde der 05er versuchte man schon das Spielgeschehen auf seine Seite zu bringen. Bis auf das Rauchzeichen, welches Patrick Richter in der 2. Minute aussichtsreich hätten, setzten können, sein Schüsschen verpuffte in den Händen von FSV-Keeper Hugo Paschen, bekam die Oertwig-Elf in den ersten fünfzehn Minuten offensiv nicht viel zustande. Bernau brauchte zehn Minuten, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein zentraler Angriff über mehrere Stationen schloss Yassine Salah per Flachschuss ab, aber auch dieser war leichte Beute für Gäste-Torsteher Tornike Zarkua. Die nächste Möglichkeit für die Brandenburger hatte wiederum Patrick Richter auf den Schlappen, als er per strammen Drehschuss sein Ziel nur knapp verfehlte (17.). Die Begegnung schleppte sich ein wenig, ob wohl die Akteure schon intensiv unterwegs waren. Doch vieles, gerade bei den Gästen, blieb Stückwerk und wurde oft zu hektisch vorgetragen. Da wurden immer wieder Geschenke in Form von Fehlpässen und schlampigen Anspielen gemacht, doch auch Bernau fehlte in dieser Phase die passende Antwort. Kai Niemann unterbrach dann die chancenarme Zeit und prüfte Süd-Keeper Zarkua aus der zweiten Reihe, doch auch diese Möglichkeit musste in der Bewertung zur Halbchance herunter degradiert werden (22.). Die größte Chance in der abgelaufenen Spielzeit bekam Patrick Hamel aufgelegt. Doch sein Schuss aus spitzem Winkel und Nahdistanz konnte von Zarkua gerade noch so zur Ecke abgewehrt werden (27.). Die Truppe, welche sich zumindest in der Vorwärtsbewegung griffiger zeigte, war der FSV. Der Treffer zum 1:0 durch Joris Günther untermauerte dies dann in der 35. Minute zu einhundert Prozent. Kai Niemann hatte den Ball im rechten Halbfeld erobert, sich sehenswert zur Strafraumgrenze durchgesetzt und abgezogen. Sein Schuss landete abgefälscht bei Günther, der aus dem Zweikampf heraus die Kugel über die Linie drückte. In der 40. Minute lag der zweite Bernauer Treffer sprichwörtlich in der Luft. Jean-Pierre Dellerue hatte versucht aus spitzem Winkel den herauslaufenden Gäste-Torwart zu überlupfen und im Endeffekt Pech, dass die Brandenburger Hintermannschaft die Kugel noch vor dem Einschlag heraus bugsieren konnte (40.). Zwei Minuten später bekam die FSV-Abwehr trotz mehrmaliger Versuche den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum befördert. Einer der Gäste-Versuche landete aus Nahdistanz an der Hand von Jean-Pierre Dellerue. Schiedsrichter Marvin Weiß zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Bernaus Proteste waren sicherlich nicht unbegründet, blieben aber letztendlich ohne Gehör. Patrick Richter übernahm die Verantwortung und nagelte das Spielgerät ins rechte untere Eck. Paschen hatte zwar die Schussbahn erahnt, blieb aber ohne Abwehrmöglichkeit (43.).

Mit dem Remis ging es in den zweiten Durchgang. Die auffälligsten Gästeakteure, im Spielaufbau Abdul Gafar Yakubu Deeko und an vorderster Front Victor Sunday, machten weiter Betrieb. Doch zwei Mängel warfen ihre Bemühungen immer wieder zurück. Fehlpässe und Ballverliebtheit machten einiges zunichte, was sicherlich vielversprechend möglich gewesen wäre. Die Partie schwappte hin und her, aber mit mehr Lastigkeit auf der Gästeseite. Wie das Auftauchen von Sunday vor Hugo Paschen, welches mit vergeblichen Versuchen im Liegen und in der Abstufung zur halben Sache endete (50.). Auch die Möglichkeit in der 54. Minute, in der Sunday zum Passgeber wurde und Matheus Tosta Cesario das Anspiel aufs Tor brachte, war leichte Beute für den jungen Bernauer Keeper. Obwohl der FSV in dieser Phase defensiv etwas mehr gefordert wurde, gab es auch sporadisch Möglichkeiten in Führung zu gehen. Ein Freistoß verlängerte die Gästemauer per Kopf in den Fünfmeterraum, wo Jean-Pierre Dellerue ebenfalls mit der Stirn zur Stelle war und die Kugel Richtung Tor brachte. Letztendlich konnte sich die Süd-Truppe bei Hafez El-Ali bedanken, der den Ball fast von der Linie kratzte (61.). Praktisch im Gegenzug war dann Patrick Richter auf dem Weg ins Eins-gegen-Eins-Duell mit Hugo Paschen, welches der Torsteher mit guter Reaktion für sich entscheiden konnte. Der sehr sehenswert über die Mauer gezirkelte Freistoß-Schuss von Matthias Klotsche aus siebzehn Metern, welcher dann im linken Angel landete, brachte den Landesligisten auf die Siegerstraße (73.). Brandenburg schien angeknockt, versuchte in der Folge vieles und agierte dabei aber recht glücklos. Bernau hingegen zeigte sich abgezockt. Nahm dankbar Foulspiele an, produzierte die ein oder andere Kontermöglichkeit und machte in der 87. Minute den Deckel gänzlich drauf. Jean-Pierre Dellerue brachte über die rechte Seite kommend seinen Kollegen Kai Niemann ins Spiel, der sein Laufduell gewann, Gästekeeper Zarkua umkurvte und am Ende ins leere Tor einschob (87.).

Co-Trainer Vincent Lipp war dann im Nachgespräch schon stolz auf seine Mannschaft. „Ich finde, dass wir der verdiente Sieger sind. Wir hatten schon im ersten Durchgang klare Möglichkeiten und mussten dann den Elfmeter hinnehmen. Brandenburg war eigentlich nur mit langen Bällen und Kontern unterwegs und aus meiner Sicht nur selten gefährlich. Im Halbzeitgespräch wurde uns dann schon klar, dass wir an der Sensation schnuppern und sind auch mit dem Willen das zu schaffen, in die zweite Halbzeit gegangen. Jeder hat dann seinen Job hervorragend erfüllt und ist dabei über seine Leistungsgrenze gegangen. Als Mannschaft haben wir uns diesen Erfolg erarbeitet und vor allem verdient.“

Bernau: Hugo Paschen – Leon Jarnetzky, Paul Schulze, Paul Risto, Patrick Hamel, Kai Niemann, Jean-Pierre Dellerue, Joris Günther (76. Lorenz Schulze), Yassine Salah (82. Jan Henrik Wessler), Marvin Jaskolka, Mathias Klotsche

Brandenburg: Tornike Zarkua – Damir Zuvela (87. Alpha Njie), Romano Mattaj (82. Pascal Holz), Pedro Paulo Nonato Alves, Victor Sunday, Patrick Richter, Matheus Tosta Cesario, Pavlo Malyk (46. Aron Peter Janeck), Abdul Gafar Yakubu Deeko, Erik Meschter, Hafez El-Ali

Schiedsrichter: Marvin Weiß (Solide und souveräne Leistung. Die Entscheidung zum Handelfmeter für die Gäste war schon mutig, zumal nicht jeder Referee einen so unkontrollierten Schuss an die Hand aus Nahdistanz als strafbar bewertet hätte.)

SRA: Rene Karge, Hans-Peter Bienia

Zuschauer: 106

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3 Gedanken zu “LANDESPOKAL BRANDENBURG, 1. Runde, FSV Bernau – Brandenburger SC Süd 05 3:1

  1. Der Bericht ist FALSCH!!! Es gibt beim FSV nur EINEN Co-Trainer und der heißt SLAVKO KEK! Kann jeder, der lesen kann, bei Fussball.de erfahren! Wer auch immer interviewt wurde, war nicht der CO-Trainer! Ich finde es nicht in Ordnung, dass man einem Trainer, der in Vertretung die ganze Trainingswoche leitet, so bloßstellt! Mag dem geneigten Amateur banal vorkommen, hat für mich aber menschlich und sozial einen enorm hohen Wert! Leider ist die Welt nicht mehr so…P.S: das Ergebnis stimmt…

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    1. Sehr geehrter Herr Pocrnić,
      Herr Lipp hat sich bei mir in der Funktion als Co-Trainer vorgestellt und wurde mir vorab von Ihrem sportlichen Leiter auf meine Nachfrage nach einem Ansprechpartner, weil Sie ja nicht anwesend waren, zugewiesen. Somit sollten Sie dies in Ihren Reihen klären. Und meinen Bericht als falsch zu deklarieren, bezeichne ich als Frechheit. Nur weil eine Funktionsangabe nicht der Wahrheit entspricht, kann doch nicht der ganze Bericht infrage gestellt werden.
      Persönlich kennen wir uns nicht. Aber aus meiner Zeit als Berliner Schiedsrichter habe ich Sie als sportlich fairen, bodenständigen und vor allem sachlichen Menschen kennengelernt und geschätzt. Ich habe es auch sehr begrüßt, dass Sie nun als Trainer beim FSV Bernau in der Verantwortung stehen. Leider haben Sie mein Bild von Ihnen mit Ihrem Eintrag hier, schon etwas mit den eigenen Füßen getreten.
      Ich denke, eine Entschuldigung Ihrerseits wäre sehr wünschenswert.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ingo Muhme alias BARNIM RASENBALLSPORT

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      1. Sehr geehrter Herr Muhme.

        das ändert die Sachlage natürlich deutlich!
        Das wurde mir so nicht übermittelt. Mir wurde es leider anders zugetragen.
        Ich entschuldige mich selbstverständlich für meinen Kommentar, der daher nicht gerechtfertigt war.

        Mit sportlichen Grüßen
        Robert Pocrnić

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