Öko-Dörfler können den Aufstieg wohl abhaken …

1. KREISKLASSE OST, 18. Spieltag, SpG Lichterfelde/Finow II – SG Brodowin 63 3:2

Es geht noch spannend zu, in der Staffel Ost der 1. Kreisklasse des Fußballkreises Oberhavel/Barnim. So zumindest war die Sachlage vor der Spitzenbegegnung. Nun, mit der Niederlage der Brodowiner und den sieben Punkten Rückstand, den auch der 1. FC Barnim tabellarisch belastet, scheint das Aufstiegsrennen beendet zu sein.

Dabei war eigentlich alles angerichtet. Die hochmoderne Anzeigetafel hatte ihren Betrieb aufgenommen, der Platz wurde noch einmal ausreichend gewässert und der Himmel strahlte mit Temperaturen, welche den Aktiven nicht ganz in den Kragen passen sollten. Letzteres hätte man noch verschmerzen können, wenn da nicht die Personalprobleme, besonders auf Brodowiner Seite, im Raume standen.

So begann die Partie, wie man es schon erahnen konnte. Brodowin wurde in die Defensive gedrängt, leistete sich im und am eigenen Strafraum einige Patzer, die der Spielgemeinschaft schon früh auf die Siegerstraße verhelfen hätten können. Paul Paech zog nach vierzig Sekunden ab, hatte aber seine Peilung noch nicht richtig justiert, so dass der Ball weit über dem Kasten ins Aus ging. Wenige Sekunden später hatte Kay Reichelt den nächsten Abschluss für die Hausherren auf den Schlappen, nachdem er per Flanke von der rechten Seite bedient wurde. Der Winkel war spitz, der stramme Schuss ließ den linken Pfosten wackeln. Robin Segeth war dann der Dritte im Bunde, der eine gute Möglichkeit aus Nahdistanz versiebte (3.). Brodowins Defensiv-Abteilung machte keinen guten Job und lud die Hausherren weiterhin ein, Grundlagen für Tore zu legen. Den nächsten Riesen, inklusive Nachschuss, bekam wiederrum Paul Paech vor die Füße. Erst scheiterte er an Gäste-Torsteher Magnus Erik Brodersen, dann schob er die Kugel neben den Kasten (5.). Für Brodowin war es eine Leidenszeit und beim nüchternen Betrachten konnte einem schon angst und bange werden. Doch mit dem missglückten Schuss von Tim Marvin Bartsch, der auf dem Weg zum Lichterfelder Gehäuse fast verhungerte, läutete die SG so ein wenig den eigenen Offensiv-Aktionismus ein (9.). Der nächste Gästeangriff saß nämlich. Schnörkelloses Anspiel auf Nico Czadseck und genauso einfach der Abschluss des Routiniers, der flach einnetzte (11.). Für Lichterfelde/Finow passte der Treffer sichtbar nicht ins Konzept und zeigte auch Wirkung. Vieles funktionierte nicht mehr. Fehlabspiele, unnötige Ballverluste und auch Unzufriedenheit, die sich im Team auch verbal breit machte. Brodowin hingegen zeigte sich griffiger und blieb beim „Karo einfach“. Ein Diagonalball auf die linke Seite zu Nico Czadseck und dessen Flanke in den Strafraum bereitete das 0:2 vor. Den ersten Abschluss konnte SpG-Keeper Norbert Krause noch parieren, ließ die Kugel aber abprallen. Jean-Pierre Bree war zur Stelle und staubte ab (33.). Heimtrainer Jano Beierlein reagierte und wechselte aus (34.). Die Wirksamkeit dieser Maßnahme zahlte sich aus, denn die SpG knabberte in der Folge intensiv am Anschlusstreffer. Dieser fiel dann auch. Dabei präsentierte sich Brodowins Defensive wiederholt in wackliger Manier, bei der auch Torsteher Brodersen im Eingreifen zögerte und somit das Gegentor auch begünstigte. Schlussendlich war Jeffrey Temma zur Stelle und bugsierte das Spielgerät aus Nahdistanz über die Linie (43.).

Eines war Fakt, in den Brodowiner Reihen hatte sich der hitzebedingte Verschleiß schon vor dem Pausenpfiff breitgemacht. Lichterfelde/Finow hatte mit Beginn der zweiten Halbzeit nun alles im Griff, ohne die große Gala aufzufahren. Es blieb immer noch krampfig. Doch mit dem Ausgleich, den der eingewechselte Ole Lasner in der 54. Minute erzielte, wurde es zu offensichtlich, dass Brodowin noch in eine Niederlage rutschen würde. Zu frei und ohne große Gegenwehr konnte das Tor vorbereitet und erzielt werden. Roman Kühn wurde nur einhundertachtzig Sekunden später Nutznießer schlampiger Gästeabwehrarbeit, als ihm Ping-Pong belastet die Kugel vor die Füße fiel und er keine Mühe hatte, den Ball im Netz zappeln zu lassen. Nachlegen war nun das Motto der Hausherren. Halbchancen mit Ansätzen zu Tormöglichkeiten waren durchaus vorhanden, wurden aber zu einfach hergeschenkt. Stattdessen holte sich Brodowin die zweite Luft und gab der Schlussphase einen Hauch von Spannung. Doch so richtig gefährlich wurde es nicht mehr.

„Für den Kader, den wir heute zur Verfügung hatten, finde ich, haben wir es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht. Wir haben auch versucht Fußball zu spielen, was uns auch bei den Toren gelungen ist. Schlussendlich haben uns heute wichtige Spieler gefehlt, das können wir halt nicht kompensieren“, so Brodowins Routinier Nico Czadseck im Nachgespräch, der seinen arbeitsbedingt fehlenden Trainer Robert Rückmann vertrat. Auf die Frage nach der wahrscheinlich verpassten Aufstiegschance und den Folgen daraus, war die Antwort kurz und bündig. „Wir geben nicht auf und versuchen es im neuen Jahr erneut.“ SpG-Trainer Jano Beierlein sah in seinem Statement einen verdienten Erfolg. „In der Anfangsphase waren wir haushoch überlegen, dort müssen wir mit drei Toren führen. Drei Treffer aus Standards ist für uns nicht ungewöhnlich, da sind wir immer gefährlich. Brodowin hat es aber, trotz ihrer Personalprobleme, gut gemacht.“ Zu den eventuellen Aufstiegsplänen konnte der Trainer noch keine klare Richtung verkünden. „Wir müssen ehrlich sein. Wir haben einen hohen Altersdurchschnitt, der weit über dreißig liegt. Es gibt kaum Jugendliche, die wir nachziehen können. Es hängt also alles ein wenig in der Schwäbe. Schlussendlich entscheidet dies die Mannschaft. Wir müssen uns halt nur mal so langsam entscheiden, wo die Reise hingehen soll.“

Schiedsrichter Henry Reinicke hatte es nicht einfach und dabei auch Glück, dass er trotz einiger fragwürdiger Entscheidungen akzeptiert wurde. In einer fairen Partie wurde er vor keine großen Herausforderungen gestellt, litt aber neben der Hitze auch unter seiner fehlenden Laufbereitschaft. Entscheidungen aus der Ferne lassen sich nun mal nicht sehr gut „verkaufen“, auch wenn man im Nachgang und auf „Anraten“ der Spieler einige Entscheidungen revidierte. Henry Reinicke ist ein Referee, der in dieser Klasse gut aufgehoben ist.

Die Spiele-Statistik findet man hier.

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