„Memories of Barnim Rasenballsport – Part 15“

verkehrte Welt ….

Wandlitz …, Heimspiel …, da war doch was! Eine Partie mit dem Prädikat „denkwürdig“. Selten (vielleicht auch noch nie!) habe ich live so eine fesselnde zweite Halbzeit erlebt. Danke an die Eintracht aus Wandlitz, die wie „Phönix aus der Asche“ kam.

7. Spieltag, Landesklasse Nord, Samstag, 05.10.2019 – Anstoß 15:00 Uhr, 1. FV Eintracht Wandlitz – VfB Gramzow 5:4

Eintracht Wandlitz gewinnt die richtungsweisende Begegnung gegen die ambitionierten Gramzower zwar glücklich, aber nicht ganz unverdient. Die 75 Zuschauer bekamen ein Landesklassenduell präsentiert, welches zum Pausenpfiff nicht im Ansatz erahnen ließ, dass Fußball so reizvoll sein kann und eigentlich nichts für „Dünnhäuter“ ist. Vom Anpfiff weg bestimmten die Gäste die Partie, in der Wandlitz zwar ein paar Minuten noch mitmischte, aber nach dem 0:1 durch Danny Blume gänzlich den Faden verlor. Ein Wandlitzer Ballverlust im linken Mittel leitete den Gramzower Angriff ein, der per Flanke bei Blume Station machte und mit dem Tor seinen Abschluss fand (18.). Eintracht wackelte mächtig, wirkte im Abwehrverhalten das ein oder andere Mal schon überfordert und musste in der 24. Minute, wiederum durch Marcel Blume, das 0:2 hinnehmen. Diesmal nutze Blume seine Vorherrschaft im Kopfballduell, als er nach einer Ecke von der linken Seite zur Stelle war. Die einzige Möglichkeit für die Hausherren im ersten Durchgang hatte Paul Roller, als er aus dem Gewühl heraus am Fünfmeterraum zum Schuss kam und Pech hatte, dass Robin Palow sein Bein dazwischen wuchtete (42.). Als dann Lukas Schmiedel, praktisch mit dem Halbzeitpfiff auf 0:3 erhöhte, schienen die Messen für die Eintracht gesungen. „Ich bin ganz ehrlich, für mich war nach dieser Leistung das Spiel entschieden. Ich glaubte wirklich nicht mehr an eine Auferstehung meiner Mannschaft“, hatte Heimtrainer Matthias Händler in seiner Spielanalyse im Anschluss der Partie zum Besten gegeben. Und die ersten Minuten machten auch nicht den Anschein nach einer Wende. Ein lang geschlagener Eckball von der linken Seite landete bei Manuel Thomas, der direkt abzog und mit Dusel den abfälschten Ball unhaltbar im Netz der Gäste unterbrachte (50.). Die Hoffnungslunte fing bei der Händler-Truppe an zu glimmen und bekam noch mehr Nahrung, als Roman Schmidt nur zwei Minuten später auf 2:3 verkürzte. Dabei machte Gästekeeper Mateusz Silewicz nicht beste Figur. Den Schuss, welcher mehr als Eingabe gedacht war, ließ er nach vorne abprallen, wo Schmidt lauerte und in Stürmermanier abstaubte. Die Begegnung nahm nun richtig Fahrt auf. Gramzow schien stark angeknockt und brach fast zusammen, als Roman Schmidt zum zweiten Mal zuschlug und das 3:3 erzielte (59.). Leidenschaft, Intensität und Rasse bestimmten in der Folgezeit das Geschehen. Paul Roller, mit seinem Tor zum 4:3, brachte dann die Wandlitzer Emotionen im positiven Sinne endgültig zum Überkochen. Auch er hatte Fortune bei seinem Schuss gepachtet, als der Ball abgefälscht im VfB-Kasten einschlug (73.). Gramzow wollte nicht verlieren, stellte offensiver um und kam, auch motiviert durch die Ampelkarte für Wandlitz Youngster Ron Kruggel (80.), noch einmal mächtig auf. Noch stand der Pfosten beim Freistoß, getreten von Marcel Blume im Wege. Doch sein Mitstreiter Enrico Bressel machte es dann präziser. Sein Kopfball, aus ungedeckter Position nach einem Eckball, brachte die Gäste nicht unverdient noch einmal zurück in die Partie (84.). Wandlitz wechselte noch einmal und brachte den groß aufgeschossenen Felix Fritzsche. Der hatte in der Nachspielzeit noch zwei Auftritte. Den Ersten setzte er gefühlvoll aus spitzem Winkel mit viel Übersicht zum 5:4 Siegtreffer (90.+3). Den Zweiten hatte er im Anschluss daran. Im Jubeltaumel riss er sich das Trikot vom Körper und verhielt sich im Anschluss unsportlich mit übertriebener Gestik gegenüber den Gästespielern. Dies gefiel dem souverän agierenden Referee Chris Wein überhaupt nicht, der Fritzsche zweimal verwarnte, was schlussendlich die Ampelkarte bedeutete. Mit diesem Umstand konnte sich Matthias Händler im Nachgespräch nicht wirklich anfreunden. „Darüber werden wir reden müssen, so kann man sich nicht darstellen. Zwei Gelb-Rote Karten in einer Partie sind einfach zu viel. Das hat zu allem Positiven heute, schon einen faden Beigeschmack. Der Sieg war im Übrigen schon immens wichtig. Obwohl mich wieder unsere zwei Gesichter gestört haben.“   

Wandlitz: Dominique Adam – Martin Grieger (Jan Großer), Daniel Langrock, Florian Krüger, Marcel Petrahn (88. Felix Fritzsche), Roman Schmidt, Adrian Fischer (65. Nico Rücker), Paul Roller, Manuel Thomas, Ron Kruggel, Kevin Schwabe

Gramzow: Mateusz Silewicz – Robin Sy (77. Janosch Schmock), Max Frenzel, Alexander Fischer, Danny Blume (39. Felix Marschke), Marcel Blume, Robin Palow, Miguel Hartwig, Lukas Schmiedel (69. Sören Seethaler), Enrico Bressel, Kai Hansche

Schiedsrichter: Chris Wein (Angermünde)

Zuschauer: 75

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