„Memories of Barnim Rasenballsport – Part 19“

Endlich mal wieder Kreisoberliga und ein Heimspiel für Einheit Zepernick. Ärgerlich nur, dass die Partie dann, mit der Begründung den Hauptplatz schonen zu wollen, auf den engen Kunstrasenplatz verlegt wurde. Dann noch das Gästeteam aus Storkow, welches die Igel-Taktik „par excellence“ praktizierte und der Partie somit das Prädikat „besonders wertvolle Betonmischung“ vermittelte.

10. Spieltag, Kreisoberliga OHV/BAR, Samstag, 02.11.2019 – Anstoß 14:00 Uhr, SG Einheit Zepernick – SG Storkow 5:0

Einheit Zepernick bleibt mit dem standesgemäßen Sieg gegen den Aufsteiger aus Storkow auf dem Platz an der Sonne und ist dabei immer noch ohne Niederlage. Die Gäste aus der Oberhavel hingegen scheinen nun endgültig in der Realität der Kreisoberliga angekommen zu sein und befinden sich nach dem euphorischen Saisonbeginn so ein wenig auf Talfahrt. Die Optiz-Elf konnte personell aus dem vollen Koffer schöpfen. „Der Musiker ist auf Tournee, der fehlt uns schon. Selbst Philipp Engel, unser Neuzugang von Einheit Bernau, muss erst einmal draußen bleiben“, berichtete der Übungsleiter kurz vor dem Anpfiff. Storkow hatte in diesem Punkt größer Probleme, allein schon auf der Torhüterposition musste mit Tobias Langnickel die dritte Kraft den Kasten hüten. Die Partie begann sehr gemächlich und besonders für Einheit mit der Suche nach Ideen den zweireihigen Betonriegel irgendwie zu knacken. Dabei sprang zunächst nur eine Ballbesitzquote von gefühlten neunzig Prozent heraus, die sich im gesamten Spielverlauf wenig veränderte. Der kleine Kunstrasen, auf dem kurzfristig ausgewichen wurde, spielte den Gästen natürlich in die Karten. Einheit brauchte Geduld, machte aber auch den Fehler die Angelegenheit im Schneckentempo spielerisch lösen zu wollen und verfiel dabei einige Male in den Modus des „Hacke, Spitze, Eins, Zwei, Drei …“.  Hinzu kam, dass die Schussqualität aus der zweiten Reihe ebenfalls zu wünschen übrig ließ. So war es nicht verwunderlich, dass ein Strafstoß, Max Bochmann hatte Philip Opitz gelegt, zu verdienten 1:0 führte. Der Gefoulte nahm sich die Kugel und verwandelte sehr souverän (31.). In den Folgeminuten kratze Einheit einige Male an der Ergebnisverbesserung, doch Atze Renner (32.), Niklas Liebenthal (33.) und Lesley Park (35.) offenbarten schon Mängel im Abschlussvermögen. In der 40. Minute hatte dann Einheits Keeper Steve Jarling seinen ersten Auftritt. Der musste weit raus rauskommen und Kopf und Kragen riskieren, um dem mit einem langen Ball versorgten Jacob Pöhl die Kugel vor der Ballannahme abzunehmen. Zum Wiederanpfiff blieben die Kräfteverhältnisse unverändert. Zepernick agierte immer noch in Handballmanier, den Ball vor dem Gästestrafraum hin und her spielend, ohne große Wirkung zu erzeugen. Doch mit dem 2:0 durch Patrick Kain, der nach einem Lupfer von Atze Renner den Ball mit der Stirn aus Nahdistanz über die Line beförderte, war das Spiel praktisch entschieden (58.). Innerhalb von zwei Minuten erhöhte sich die Torbilanz der Heimtruppe auf 4:0. Philip Opitz zum zweiten Mal (59.) und Atze Renner, der auf der linken Außenbahn eine gute Partie ablieferte, belohnte sich selbst mit einem Treffer (61.). So ein wenig bahnte sich nun ein Gästedebakel an. Doch es blieb aus, aber auch nur, weil Zepernick die Taktik des Kurzpassspiels auf engstem Raum nicht aufgab und es damit den Gästen nicht allzu schwer machte, zu verteidigen. Stattdessen kamen die wackeren Storkower noch zu ein paar Kontermöglichkeiten, die aber in der gut organisierten Abwehr der Hausherren hängen blieben. Den Schlusspunkt in dieser sehr zähen Partie, setzte Lesley Park. Er wurde durch Philip Opitz, der von der Grundlinie zurückpasste, sehenswert in Szene gesetzt und konnte ohne Probleme mit platzierten Schuss den Endstand herstellen (79.). Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass den Hausherren noch zweimal das Aluminium im Wege stand. „Mit der ersten Halbzeit waren wir nicht zufrieden. Nach dem Wiederanpfiff wurde es dann besser. Für mich war es auf jeden Fall eine Steigerung zur Vorwoche, wo nicht viel zusammenlief. Was mich immer noch ärgert, ist unsere Chancenverwertung, die uns heute sicherlich ein höheres Ergebnis gekostet hat“ war im Statement von Dirk Optiz im Nachgang zu hören. Gäste-Coach Christian Böttcher hatte wohl mit einer Niederlage gerechnet und blieb in seiner Analyse recht entspannt. „Der Sieg, allein schon wegen der Qualität der Zepernicker, geht absolut in Ordnung. Unsere Igeltaktik hat gut funktioniert, deshalb ist mir das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen. Mich ärgert nur, dass meine Jungs es nicht geschafft haben, die wenigen Konter ordentlich zu Ende zu fahren. Das können wir auf jeden Fall besser.“

Zepernick: Steve Jarling – Steffen Wolf, Kevin Capolei, Eric Schneider (46. Philipp Engel), Philip Opitz (66. Karsten Zootzky), Atze Renner, Max Gronski, Lesley Park, Stefan Schulz, Patrick Kain, Niklas Liebenthal (79. Fabian Kobel)

Storkow: Tobias Langnickel – Dirk Sassenhagen, Christian Klahn (82. Niklas Rodat), Jan Kubaty, Michael Schröder, Kay Schläfke, Max Bochmann, Philipp Schramm, Jacob Pöhl, Roman Mummenthey, Lukas Hagenbach (76. Martin Hofrichter)

Schiedsrichter: Andreas Türke (Gartenstadt)

Zuschauer: 62

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