„Memories of Barnim Rasenballsport – Part 25“

Der Herbst, mit voller Breitseite, präsentierte zum November-Ausklang die „Mutter aller Barnim-Derbys“. So hätte die Eintracht aus Wandlitz als Gastgeber den Landesklassen-Schlager als Plakatspruch vorab präsentieren können. Ob sie dies getan haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Es war aber vom Spielverlauf her eine Partie, die wieder einmal den Hausherren auf den Leib geschnitten und an Spannung kaum zu überbieten war.

13. Spieltag, Landesklasse Nord, Samstag, 30.11.2019 – Anstoß 13:00 Uhr, 1. FV Eintracht Wandlitz – FSV Schorfheide Joachimsthal 4:4

Das Barnim-Derby vom 13. Spieltag in der Landesklasse Nord endete torreich mit einem gerechten Remis. Gästetrainer Sven von Pruschak sah in der Partie beim Vorgespräch keine tabellarische Brisanz. „Beide Teams haben jetzt genug Punkte und werden wohl nicht mehr absteigen. Ich sehe heute nur noch ein Prestige-Duell.“ Doch davon war im ersten Durchgang nur wenig zu spüren. Die Begegnung brauchte gute fünf Minuten Aufwärmzeit, um einigermaßen in die Gänge zu kommen. Marcel Petrahn hätte seine Eintracht in der 7. Minute in Führung bringen müssen, doch sein Schuss aus fünf Metern passierte die Torlinie klar über dem Gehäuse. Praktisch im Gegenzug dann die Gästeführung durch Lucas Schmidt, der nach feiner Vorabarbeit seiner Offensivmitstreiter aus dem Rückraum unhaltbar einnetzte. Der Treffer tat der Partie nicht wirklich gut, denn Folgezeit schleppte sich schon mächtig. Zwar hatte die Pruschak-Elf qualitativ einen klaren Vorteil, schaffte es aber kaum noch Zählbares auf den Zettel zu bringen. Wandlitz hingegen war das Bemühen nicht abzusprechen, aber in der Kreation zu ordentlichen Möglichkeiten blieb ebenfalls vieles auf der Strecke. Petrahn war es in der 24. Minute, der wiederum recht kläglich versagte, als er das gute Anspiel mit einem Schuss von der Strafraumgrenze in die zweite Etage über das Schorfheider Gebälk jagte. Effizienz wurde nun zum Gästethema. Ein schneller Angriff über die rechte Seite mit nachfolgenden drei Stationen und einem stammen Geschoß durch Lucas Schmidt brachte das 2:0 und dies eigentlich aus dem Nichts (31.). Wandlitz kam im Anschluss zur dritten Möglichkeit. Pascal Böß gewann dabei zwar sein Kopfball-Duell, doch der Ball streichelte nur den Außenpfosten (32.). Eintracht-Keeper Dominique Michael Adam reagierte nur sechzig Sekunden später überragend, als er im Eins gegen Eins Duell mit Sebastian Temma die Oberhand behielt. Auch Paul Roller scheiterte im Parallel-Kleinkrieg mit Gäste-Torsteher Fabian Schröder und musste aus der Ferne zusehen, wie seine Kollegen den Gegenangriff nicht unterbinden konnten und sich das ernüchternde 3:0 durch Sebastian Temma einfingen (45.). Eintracht Coach Matthias Händler hatte für seine Jungs scheinbar das richtige Kopfwaschmittel gefunden und zusätzlich zur Defensivstabilität den baumlangen Felix Fritzsche zum Wiederanpfiff in die Partie gebracht. Und dies zahlte sich gleich aus. Der FSV, scheinbar noch im Kabinenschlaf, bekam Manuel Thomas nach einer Rutschpartie nicht zu greifen, der ebenfalls im Fallen das 3:1 markierte (46.). Da war es nun, dass erhoffte Derby-Feeling. Denn Wandlitz marschierte und leitete damit eine furiose zweite Halbzeit ein. Die Gäste hatten aber die passende Antwort. Lucas Schmidt nahm beim Freistoß von der rechten Strafraumgrenze genau Maß und zirkelte die Kugel um den kurzen Pfosten, nicht unhaltbar, in die Maschen. Doch Eintracht gab nicht auf und eröffnete zeitweise in der Gästehälfte ein Schwimmbecken, aus dem die Schorfheider nur noch selten herauskamen. Wandlitz belohnte sich mit den Treffern durch Adrian Fischer, der einen Mauer-Abpraller, ebenfalls haltbar, ins Netz jagte und Manuel Thomas, dessen Schuss aus einem Zweikampf heraus ins Tor trudelte (58., 68.). Die Partie stand auf des Messers Schneide, doch gut zehn Minuten vor Schluss, musste die Heimelf ihrem kräftezehrenden Anrennen tributzollen. Joachimsthal befreite sich wieder und kam zu Möglichkeiten, den Sack endgültig zuzumachen. Dem Motto, dass der Wille Berge versetzten kann, folgte die Eintracht in der Nachspielzeit. Ein Freistoß von der rechten Seite nutzte Pascal Böß in aller Freiheit und ohne Abwehrchance für Fabian Schröder zum vielumjubelten 4:4 (90.+3). Gästetrainer Sven von Pruschak wollte sich nach Spielschluss eigentlich nicht äußern und fasste sich dann doch recht kurz. „Auswärts einen Punkt geholt, das ist doch super“, war dann seine zweideutige Aussage mit einem Hauch von Enttäuschung und Frustration. Matthias Händler, der Eintracht-Übungsleiter, war schon froh über den Punkt, aber auch ein wenig genervt. „Wir haben das Remis auf jeden Fall verdient. Die clevere Mannschaft hat verdient geführt, weil wir uns aber auch zum Teil wie eine Schülermannschaft angestellt haben. Noch ärgerlicher ist unser Torverhältnis, 33 zu 33 Tore, das geht gar nicht, da muss sich definitiv etwas ändern.“

Wandlitz: Dominique Michael Adam – Daniel Langrock, Steffen Philipp Hennig, Marcel Petrahn (77. Max Heyne)), Adrian Fischer, Pascal Sorgatz, Paul Roller, Manuel Thomas, Ron Kruggel (46. Felix Fritzsche – 83. Johannes Pietschke), Kevin Schwabe, Pascal Böß

Joachimsthal: Fabian Schröder – Christian Lorenz, Christopher Krumnow (80. Rene Runge), Kilian Haß, Niclas Philip Zameit, Tobias Fischer (59. Willi Adler), Marius Martin Falk, Sebastian Temma, Benjamin Ehrlich, Lucas Schmidt, Kevin Brauner

Schiedsrichter: Damien Jacobs (Berlin)

Zuschauer: 45

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