KREISPOKAL OHV/BAR, 2. Runde, SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde II – FC Falkenthaler Füchse 1994 0:2

Eigentlich war alles angerichtet für ein spannendes Pokalspiel. Ahrensfeldes Landesliga-Reserve, angetreten mit viel Vorschusslorbeeren durch den verlustpunktfreien Saisonstart in der Kreisoberliga, gegen die Falkenthaler Füchse, die in der Landesklasse mit drei mageren Pünktchen eher nicht optimal gestartet waren. „Ich rechne mir schon was aus, mein positives Gefühl macht mir Hoffnung.“ hatte Heimtrainer Daniel Lüß vor der Partie zum Besten gegeben und damit dem Ganzen auch etwas Euphorie eingehaucht. Doch das Hochgefühl dauerte nur gute fünfzehn Minuten an. „Ich fand, dass wir eigentlich ganz gut begonnen haben. Unser Vorhaben so ein wenig die Hand drauf zu haben und den Gegner zuzustellen, hat bis zum Gegentor ganz gut funktioniert“, erklärte Lüß im Nachgang seine Sichtweise zur Anfangsphase. Seine Mannschaft, die im Übrigen auf eigenen Wunsch sich sehr sportlich zeigte und ohne Verstärkung aus dem Landeliga-Team antrat, spielte zwar mit, lies aber auch schon in dieser Phase einiges vermissen. Die Füchse ihrerseits waren wesentlich aggressiver und in ihren Aktionen frischer unterwegs und hatten sich damit auch die Führung durch Kenny Ladewig schon verdient. Ladewig, der in der 28. Minute eine Hundertprozentige in den Ahrensfelder Himmel jagte, war dann nur eine Minute später erfolgreich zur Stelle. Aus einem Ballverlust der Heimtruppe resultierte ein direktes Anspiel auf den Torschützen, der sich per Finte in Position brachte und mit platzierten Schuss einnetzte. Wer nun hoffte, dass sich Grün-Weiss aus seiner Passivität und Trägheit befreite, sah sich leider getäuscht. Zwar konnte man der Lüß-Truppe den Willen nicht absprechen, aber es gelang in der Folgezeit nicht mehr wirklich viel. Das Spiel im Allgemeinen rutsche immer tiefer in die unteren Schubladen der Qualitätsansprüche. Falkenthal machte aber nun auch nicht mehr als nötig und brauchte dabei noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben. Das knappe 0:1 hing auch nicht am seidenen Faden, da GWA mehr mit sich zu tun hatte, als den zu erwartenden Pokal-Fight endlich aufzunehmen. Nach einer kurzen und scheinbar knackigen Halbzeitansprache, Daniel Lüß kam sehr früh aus der Kabine, schien seine Kopfwäsche Wirkung gezeigt zu haben. Zu mindestens war eine größere Laufbereitschaft und etwas mehr Mut im Vorwärtsgang zu erkennen. Doch dies erwies sich als Strohfeuer und mündete Richtung Schlusspfiff in einer sehr dominanten Harmlosigkeit vor dem Füchse-Kasten. Zwar kam man einige Male in gute Positionen, doch der finale Pass oder auch die „Traute“ mal aus der zweiten Reihe abzuziehen, blieben einfach auf der Strecke. Erschwerend kam noch hinzu, dass Nico Salvatore Gliese in der 64. Minute per Ampelkarte das Feld räumen musste, als er schon etwas frustbehaftet seinen Gegner unsanft von den Beinen holte. Falkenthal, die im Übrigen in dieser Partie auch nicht den Qualitäts-Nimbus für sich gebucht hatten, suchten nun ihr Heil in sporadischen Kontern und fanden es auch. Philipp Benthin wurde auf die Reise geschickt, passte im Strafraum quer zu Kenny Ladewig, der dann aber „Auge“ zeigte und zum besser positionierten Benthin zurückspielte. Der Kasten war leer und der Ball zappelte zum zweiten Mal im Netz (80.). Daniel Lüß war verständlicher Weise bedient und fasste sich am Ende dann recht kurz. „Die zweite Halbzeit war unterirdisch, aber dies von beiden Mannschaften“. Füchse-Trainer Hannes Krämer analysierte schon zweischneidig. „Das war heute schon ein Stück Arbeit und ich freue mich, dass wir gewonnen haben. Aber ganz ehrlich, bei unseren schlechten Personalsituation hatten wir schon darüber nachgedacht, die Partie herzugeben.“

Zwei Dinge zum sonst gut leitenden Schiedsrichtergespann müssen hier aber noch erwähnt werden. Zum einen war es unverständlich, dass der GWA-Verantwortliche Patrick Kluge für alle sichtbar zur Behandlung auf den Platz gerufen und dafür schlussendlich mit dem gelben Karton bestraft wurde. Hier hätte das scheinbare Missverständnis doch ganz einfach in den Handlungsspielraum (früher Fingerspitzengefühl) des gut leitenden Referees gepasst, der mit ein paar mahnenden und richtigstellenden Worten die Situation ohne Bestrafung hätte glätten können. Des Weiteren ist man immer wieder überrascht, welche Hilfsmittel auch schon in den Niederungen des Amateurfußballs zum Einsatz kommen. Das Headset, eine gute Unterstützung für das Schiedsrichtergespann, sollte aber bitte nur dafür genutzt werden. Leider war es für den ersten Assistenten scheinbar ein Spielzeug, der gerade im ersten Durchgang aus Gesprächen über das Headset resultierend mehrmals sehr laut, fast schon höhnisch, lachte und damit verständlicher Weise die GWA-Verantwortlichen aufbrachte. Ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit und Diskretion bei aller gewünschten Lockerheit wäre wohl angebrachter.       

Ahrensfelde: Tim Eggebtrett – Marcel Riemer, Pascal Klinkmann (87. Niklas Hvalec), Robert Herold, Leoan Sill, Christoph Wunder, Lukas Vorwerk (68. Willi Lerche), Dennis Gärtner, Florian Redder, Rico Riegel, Nico Salvatore Gliese

Falkenthal: Pepe Baumgartl – Jonathan Koch, Philipp Benthin (90. Hannes Krämer), Florian Koch, Kenny Ladewig, Alexander Presch (41. Georg Alexander Dehne), Martin Ziegenhagen, Nico Raupach, Robin Mohr, Steven Herfort, Julian Weber (55. Sebastian Schultz)

Schiedsrichter: Damien Jacobs (Berlin)

Zuschauer: 85

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