LANDESKLASSE NORD, 4. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – FC Falkenthaler Füchse 1994 0:1

Tristes in Wandlitz, die Eintracht schafft es wieder nicht ihre Negativserie zu beenden. Ein recht sprachloser und vor allem konsternierter Übungsleiter der Wandlitzer, Matthias Händler, konnte einem schon leidtun, wie er nach Spielende zusammengekauert allein auf der Auswechselbank saß und im Nachgespräch nach Erklärungen suchte. „Uns fehlt auch einfach das Glück. Die Phrase: „Wenn Du vorne die Tore nicht machst, wirst Du hinten bestraft“ – passt heute wie die Faust aufs Auge.“ Und damit hatte er zumindest, was den Auftritt seiner Jungs im zweiten Durchgang und die damit verbundenen Chancen betraf, absolut ins Schwarze getroffen. Personell, vom Papier her, war die Heimtruppe gar nicht so schlecht aufgestellt. Doch der Rucksack, gerade auch wegen der derben Pokalniederlage in Leegebruch, wog schon schwer und der Druck endlich die ersten Punkte einzufahren, nicht minder. Die Füchse hingegen hatten auch Probleme, aber anderer Natur, wie der Coach der Gäste im Vorgespräch erläuterte, dass ihm viele Akteure größtenteils wegen Verletzungen weggebrochen seien. Die Partie begann behäbig. Die taktischen Ausrichtungen glichen sich wie ein Ei dem anderen. „Wir wollen heute etwas anders agieren. Nicht wie in den letzten Partien gleich vorne draufgehen, sondern eher etwas zurückgezogen und sicherer stehen“, hatte Paul Roller die Marschroute seiner Eintracht vor dem Anpfiff im Geheimen verraten. Falkenthal hatte den gleichen Plan und war, wie nach gut zwei Minuten aus den Abwehrreihen zu hören war, davon doch auch etwas überrascht. Ein qualitativer Leckerbissen war nicht zu erwarten und wurde es auch nicht. Das Mittelfeld bestimmte zwar die Szenerie auf Augenhöhe, Chancen blieben dabei aber große Mangelware. Offensiv ging es nur mit langen Bällen. Eines dieser „Gäste-Geschosse“ nahm Nico Raupach auf, fackelte in sehr guter Position auch nicht lange und versemmelte dann im Endeffekt diese Top-Möglichkeit recht kläglich (5.). Kenny Ladewig war der Nächste, der als Adressat für solch ein Anspiel auserkoren war. Für ihn war dann im Vorwärtsgang kurz hinter der Strafraumkante mit einem Foulspiel der Weg zu Ende. Referee Fabian Kralisch zögerte keine Sekunde und zeigte auf den ominösen Punkt. Florian Koch übernahm die Verantwortung und versuchte schlenzend ins linke untere Eck einzulochen. Den doch recht schwach geschossenen Elfmeter parierte Heimkeeper Dominique Michael Adam und ersparte damit seinen Kollegen einen nicht benötigten Nackenschlag (11.). Etwas kurios wurde es dann in der 19. Minute mit zwei Situationen, die mit höhnischem Lachen begleitet wurden und die müde Partie etwas auflockerten. Erst war es Paul Roller, der schreiend im Gästestrafraum nach einem Zweikampf zu Boden ging und dann Kenny Ladewig im Gegenzug ohne „Gebärden-Tam-Tam“ genau so versuchte einen Elfer zu schinden. Mit Torgefahr gab es vor dem Kabinengang noch zwei gute Wandlitzer Versuche. Erst nagelte Paul Roller nach einer Schiri-Ball-Ausführung und folgender Flanke das Spielgerät per Kopf an die Latte (29.), dann war es Roman Schmidt, der nach einem Abspiel-Fauxpas der Gäste am rechten Fünfmeterraum abzog und Pech hatte, dass noch ein „Fuchs sein Pfötchen“ dazwischen bekam (34.). Zu Wiederanpfiff erhöhte Wandlitz den Druck und gab auch so ein wenig den Sicherheits-Fußball auf. Die Partie bekam nun auch mehr Schmackes, in Form von Zweikampfintensität und Emotionen. Es wurde keine Chancenflut, doch mit Roman Schmidt, Paul Roller, Pascal Sorgatz und auch Pascal Böß trugen sich die auffälligsten Akteure auf der Strichliste der Tormöglichkeiten ein, die aber auch mit dem Pech an diesem Tage einen Pakt geschlossen hatten. So kam es, wie es kommen musste. Nico Rücker produzierte einen verhungernden Rückpass zum eigenen Keeper, der in letzter Not nur noch die Möglichkeit sah, den Ball mit der Hand aufzunehmen. Der eingewechselte Alexander Presch nahm die Einladung zum indirekten Freistoß an und brachte den Ball aus gut acht Metern direkt auf das mit Wandlitzer Personal gefüllte Tor. Jubelnd konnte er im Anschluss seine Kollegen umarmen, als dann die Kugel abgefälscht im Netz zappelte (90.). In der dreiminütigen Nachspielzeit wäre der Ausgleich noch möglich gewesen. Roman Schmidt war in den Strafraum zweikämpfend eingedrungen und hatte seine Gegenspieler abgeschüttelt. Letztendlich kam sein Schuss zu zentral, den der Gästetorsteher locker unter sich begraben konnte (90.+2). „Der Sieg war absolut glücklich. Wir haben gut gekämpft, hätten auch schon zur Halbzeit, durch die eine gute Möglichkeit und den Strafstoß führen können. Es war keine schöne Partie, aber egal“, so ein sehr zufriedenen erscheinender Gästetrainer Hannes Krämer kurz nach Spielende. Matthias Händler hingegen nannte seine Gefühlwelt sehr niederschmetternd und auch ernüchternd. „Der Plan war heute hinten die Null zu halten, dies ist auch weitestgehend aufgegangen, bis zu diesem katastrophalen individuellen Fehler. Das ist halt bitter.“ „Es hilft nichts , positiv bleiben und weitermachen“, so seine verbale Agenda für die nächsten Aufgaben.  

Wandlitz: Dominique Michael Adam – Jan Großer, Dennis Plaumann, Roman Schmidt, Pascal Sorgatz, Nico Rücker, Kenneth Sesselmann, Paul Roller, Ron Kruggel (77. Jan Ole Grapentin), Felix Fritzsche, Pascal Böß

Falkenthal: Rico Raupach – Georg Alexander Dehne, Jonathan Koch, Philipp Benthin, Florian Koch, Kenny Ladewig, Arthur Losensky, Nico Raupach, Julian Weber (46. Robert Reinmann), Sebastian Schultz (80. Alexander Presch), Robin Mohr

Schiedsrichter: Fabian Kralisch  

Zuschauer: 95

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