KREISLIGA OST, 2. Spieltag, SpG Biesenthal/Marienwerder – FSV Lok Eberswalde 2:3

Eines muss mal vorab angemerkt werden. Die Wertschätzung für den Kreisliga-Fußball ist scheinbar über die Jahre und noch zusätzlich durch die Corona-Zeit fast gänzlich abhandengekommen. Eine persönliche Begrüßung der zu Spielbeginn anwesenden Zuschauer, deren Anzahl zum Abzählen nicht alle Finger benötigt hätte, ließ einen schon traurig stimmen. Auch die Ausrede, dass wohl einige wegen des Wukensee-Festes ferngeblieben sein können, kann man so nicht gelten lassen. Da ist es fast schade, dass der Kreisverband noch ein Dreiergespann mit der Spielleitung beauftragt und von seiner Seite aus stolz darauf ist, als einziger Kreisverband Brandenburgs die Kreisliga so mit Schiedsrichtern und Assistenten zu besetzen. Ich finde, der wirklich ehrlichere Fußball im Kreis hat einfach mehr verdient. Das Schlüsselwort lautet hierbei ganz klar – Unterstützung.

Nun zum Spiel. Beide Vertretungen hatten ihre Auftaktbegegnungen in den Sand gesetzt. Dabei sah Spielgemeinschafts Coach Thomas Eitner eine unverdiente Auftakt-Niederlage in Oderberg. „Wir hatten die klareren Chancen und hätten die Partie nicht verlieren dürfen“, so sein Statement kurz vor Spielbeginn. Doch der Auftritt seiner Jungs konnte an den vom 1. Spieltag nicht anknüpfen. Zumindest in der Kreation von Abschlussmöglichkeiten blieb die Truppe vieles schuldig. Es war eine interessante Begegnung, in der die Gäste sich viel lauffreudiger, zielstrebiger und vor allem spielsicherer präsentierten. So schleppten sich die Angangsminuten etwas, doch mit zunehmender Dauer nahm die Schlagzahl der Lokführer Richtung Kasten der Heimmannschaft merklich zu. Besonders die Offensivstrategen Maximilian Rohling und Jakob Müller wechselten sich im „Versieben“ von sehr guten Möglichkeiten ab. So hätte sich die Heim-Truppe kaum beschweren können, wenn man nach einer guten halben Stunde den Ball vier oder fünf Mal aus dem eigenen Kasten holen und zum Anstoß schreiten müssen. Biesenthal/Marienwerder hingegen, konterte sporadisch und hatte in der 24. Minute nach einem langen Ball von Roman Stasik die erste verheißungsvolle Tormöglichkeit. Doch Adressat Kevin Brömer nahm sich nicht die Zeit und durchaus vorhandene Freiheit noch näher an des Gegners Kiste zu kommen und schloss viel zu früh ab. So blieben im Endeffekt nur ein paar wenige Halbchancen, die Gästekeeper George Burghause kaum in Bedrängnis brachten. Lok haderte mit sich, blieb aber weiterhin am Drücker. Schlussendlich folgte noch die Belohnung, welche Maximilian Rohling erzielte und damit seine Truppe mit dem moralischen Vorteil in die Kabine zur Halbzeitbesprechung schickte. Rohling wurde zum Abstauber, nachdem SpG-Torsteher Stephan Wichert den ersten platzierten Schuss nur abklatschen konnte und Rohling die Kugel förmlich vor die Füße sprang (43.).

Zum Wiederanpfiff wechselte Biesenthal/Marienwerder zweimal aus. Thomas Eitner hatte seiner Truppe scheinbar im der Halbzeit-Laudatio noch einmal die Leviten gelesen, denn das nun Dargebotene war durchaus positiver. So ergaben sich nun auch klare Möglichkeiten, die innerhalb von zwei Minuten, den bis dato erlebten Spielverlauf, stark auf den Kopf stellten. Ein sehenswerter Angriff über die rechte Seite mit passender Flanke Richtung Elfmeterpunkt war die Vorbereitung zum Ausgleich. Dort hatte die Lok-Abwehr Kevin Brömer sträflich frei gelassen, der die genaue Peilung nahm und das Spielgerät unhaltbar unter die Latte nagelte (58.). Biesenthal/Marienwerder wollte mehr und die Gunst des Wankens der Gegnerschaft für sich nutzen. Ein Konter, mit mehreren Zwischenstationen, landete letztendlich bei Daniel Schwarz. Der blieb in der linken Strafraumhälfte ganz cool und lupfte am herauseilenden Burghause vorbei und ließ sich und seine Kollegen jubeln, nachdem der Ball im langen unteren Eck im Netz zappelte (60.). In der Folge lebte die Partie von der Spannung und besonders angefressenen Gästen. Diese zeigten Moral und kamen in der 66. Minute zum Ausgleich. Ein langer Einwurf in den Strafraum und ein Durcheinander in den Abwehrhandlungen mit kaum Zugriff, brachte Titus Herrmann in die Lage, den Ball irgendwie über die Linie zu drücken. Die Partie bewegte sich auf des Messers Schneide, in der die Eberswalder Truppe schlussendlich den längeren und vielleicht auch glücklicheren Atem hatte. Eine Flanke von der rechten Seite wurde per Kopfball zurück in den Strafraum gebracht, wo sich David Papendick am Ende bedankte, dass er so frei ebenfalls per Kopfball das unhaltbare 2:3 erzielen und damit den Auswärtsdreier für seine Truppe eintüteten konnte. Biesenthal/Marienwerder versuchte nochmal alles um die Niederlage abzuwenden. Doch mit der berühmten Brechstange im Gepäck wollte nur noch wenig gelingen, so dass man am Ende mit leeren Händen dastand. SpG-Übungsleiter Thomas Eitner war aber im gesamten nicht erzürnt, dass der Saisonstart etwas in die Hose zu gehen scheint. „Erst einmal bin ich mit der zweiten Halbzeit sehr zufrieden. Sicherlich hatten wir Glück, dass wir zur Halbzeit nicht schon tot waren. Die Moral hat auf jeden Fall gestimmt. Von Fehlstart würde ich nicht reden, wie auch in Oderberg war heute von Niederlage, Unentschieden und Sieg alles drin.“ Sein Gegenüber, Lok-Trainer Andreas Prill, war schon froh, dass die drei Punkte der Lok zugeschrieben werden konnten. „Dass nicht alles reingeht, ist schon klar, aber eine Führung zur Halbzeit mit vier oder fünf Toren wäre absolut verdient gewesen. Aber das ist halt unser Manko, wie schon letzte Woche bei einem guten Gegner in Lobetal. Wir wollten unbedingt den Sieg, da ist es eigentlich auch egal, ob mit fünf Toren Vorsprung oder so knapp wie heute:“

Biesenthal/Marienwerder: Stephan Wichert – Sebastian Gust, Kevin Brömer, Roman Stasik, Simon Bammel, Skye Siewke, Jompe Lischewski, Jeremy Siegel (46. Daniel Schwarz), Max Riekenberg (46. Marcien Holstein), Julian Drechsel, Nick Volkmer (65. Sven-Olaf Spillmann)

Lok Eberswalde: George Burghause – Nick Goldbrich (82. Maximilian Mätzkow), Vinzenz Ebert, Maximilian Rohling, Titus Herrmann, Karl-Luca Roth (64. David Papendick), Jakob Müller, Fred Hörnicke, Candy Herrmann (75. Björn Meyer), Samuel Wilke, Lukas Schneider

Schiedsrichter: Maximilian Zaspel (Birkenwerder)

Zuschauer: 40

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