AOK-Landespokal Brandenburg, 2. Runde, SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde – FV Preussen Eberswalde 5:1

Die Pokalniederlage, die der Brandenburglist aus Eberswalde mit nach Hause nehmen durfte, war schon recht heftig. Während Ahrensfelde den fünffachen Torerfolg ausgiebig feierte, brauchte Preussens Übungsleiter Matthias Kandula schon eine kleine Auszeit und einen verbalen Austausch mit dem erfahrenen Filip Anic um eine Erklärung für die doch sehr schmerzende Abfuhr zu finden. „An der Kondition lag es heute definitiv nicht. Die Umstellung nach dem unser Sechser, Yulian Radkov Vladimirov, runter musste, hat uns nicht gutgetan. Bis dahin hatten wir eigentlich alles im Griff.“ Mit Letzterem hatte der Trainer nicht unrecht. Die Partie, welche im Übrigen ein gutes Niveau aufwies, präsentierte zwei Vertretungen mit großem Interesse Fußball spielen zu wollen. Dabei bewegten sich die Gastgeber fast immer auf Augenhöhe mit dem höherklassigen Kontrahenten. Entscheidend waren die Zweikämpfe die gewonnen wurden, um die Offensivbemühungen der Gegnerschaft zu unterbinden. Wenn man dazu ein Verhältnis aufrufen wollte, wäre dies im ersten Durchgang mit 47 zu 53 zu bewerten gewesen. Chancentechnisch blieb die Anfangsphase auf einem überschaubaren Niveau. In diesem Punkt hatte aber Grün-Weiss die Nase vorn. Dabei kamen Patrick Hamel mit einem Schuss, den Gästekeeper Lennard Peter entgegenspringend abwehrte (6.) und Steven Knörnschild, der aussichtsreich vertändelte (16.), auf die Strichliste der guten Tormöglichkeiten. Die Begegnung zog immer mehr an und es entwickelten sich schon einige interessante Privatduelle, wie zum Beispiel das Pärchen Nick Meißner und Eberswaldes Neuzugang Dimitar Milushev. Der Preusse agierte dabei schon das ein oder Mal an der Schwelle des Unerlaubten, hatte aber mit Meißner auch den richtigen und konsequent agierenden Gegenspieler an seine Seite gestellt bekommen. Aus dem Spiel der Gäste heraus, kam kaum etwas Richtung Ahrensfelder Kasten. So musste ein Freistoß herhalten, den Steven Zimmermann am linken Strafraum hoch in den „Fünfer“ brachte, wo Filip Anic am höchsten stieg und der Kugel per Kopf die Richtung gab, um im Netz zu landen (32.). GWA-Coach Sven Orbanke war mehr als angefressen, als er das schlechte Abwehrverhalten bemängelte und den Treffer als „billiges Tor“ bezeichnete. Die Kräfteverhältnisse änderte der neue Spielstand keineswegs. Allein schon die Kopfballmöglichkeit durch den nimmermüden Steven Knörnschild, der zwei Minuten später nur knapp das Tor verfehlte, unterstrich das weitere Bemühen des Landesligisten.

Beide Teams kamen unveränderte aus der Kabine. Die Partie, welche im Niveau nicht abfiel, blieb weiter spannend. Was sich nun änderte, war die Quote der gewonnen und vor allem entscheidenden Zweikämpfe. Und diese schraubte Preussen konsequent in die Höhe, ohne aber offensiv mehr auf den Zettel zu bekommen. Die 57. Minute, mit dem Treffer von Patrick Hamel zum 1:1, änderte das Bild komplett. Die Vorarbeit zum Tor war ein gemeinschaftlicher Kraftakt, den Steven Knörnschild mit einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld einleitete. Sein Anspiel auf Michael Kipp, der angepeitscht von der Trainerbank das nächste entscheidende Duell für sich verbuchen konnte und halbhoch zum eingelaufenen Hamel flanke, ließ die Gäste Abwehr in keinem guten Licht dastehen. Der Torschütze machte dann alles richtig, als per Direktschuss unhaltbar einnetzte. Nun begann die Zeit des Eberswalder Leidens. Grün-Weiss setzte nach, zog mit Leidenschaft, Können und Mut den Gästen immer mehr den Zahn und schaffte dies auch in Tore umzumünzen. Ein flaches Anspiel von der linken Seite bekam Lennard Peter nicht so richtig unter Kontrolle. Steven Knörnschild war beim Abpraller zur Stelle und drückte das Spielgerät mit langem Bein über die Linie (68.). Preussen, nun nur noch in der reagierenden Rolle, musste Angriff über Angriff über sich ergehen lassen. Hagen Opitz, dessen Treffer zum 3:1 am meisten gefeiert wurde, besiegelte den Untergang des Brandenburgligisten endgültig. Er wurde Nutznießer einer Verlängerung aus einem Kopfballduell nach einer Freistoßflanke, als er richtig spekulierte und am langen Pfosten zum Schuss kam (73.). Eberswalde, nun mit der Hand am Grabstein, musste weiter leiden, denn Ahrensfelde hörte nicht auf. Patrick Hamel erwischte einen Sahne-Tag und erzielte noch die Treffer vier und fünf. Beim 4:1 kam er im rechten Strafraum zum Torschuss und hatte dabei etwas Glück, vielleicht war es auch Absicht, dass ihm der linke Innenpfosten half und der Ball von dort ins Tor sprang (78.). Mit seiner dritten Bude und beendete Grün-Weiss den Tag. Ein abgewehrter Ball landete genau vor seinen Füßen. Aus 18 Metern nahm er Maß und überwand Lennard Peter, der ein wenig zu weit vor seinem Tor stand, sehenswert, als der Ball kurz unter der Latte einschlug (84.).

„Am meisten freut es mich, dass Patrick heute drei Tore gemacht hat. In letzter Zeit glänzte er ja nicht gerade als Torschütze. Genau so möchte ich Michael Kipp loben, den wir uns heute mal bei unserer Zweiten ausgeliehen haben. Zur Halbzeit hatten wir den Jungs gesagt, dass wir weiterhin Geduld benötigen, denn der Rückstand mit einem Tor war ja noch nicht allzu groß. Am Ende haben wir uns mit einem verdienten Ergebnis und schönen Toren belohnt“, so dass das Statement von Grün-Weiss Trainer Jürgen Beyer kurz nach Spielende, der sich als kommenden Gegner eine machbare Aufgabe wünscht. Matthias Kandula hingegen wird seine Jungs für den Liga-Alltag wieder aufbauen müssen. „Es ist schön blöd, dass wir aus dem Pokal raus sind. Wir werden das Aufarbeiten und dann geht der Fokus Richtung Eisenhüttenstadt.“  

Ahrensfelde: Mateusz Daniel Mika – Nick Meißner, Dominic Gesierich (75. Tilo Scheffler), Julian Hentschel (35. Hagen Opitz), Steven Knörnschild, Manuel Schmiedebach (83. Richard Witte), Patrick Hamel, Tim Lenzen, Robin Mannsfeld, Michael Kipp, Lucas Nico Gurklys

Eberswalde: Lennard Peter – Eric Krause, Hefez El-Ali (65. Patrick Kirsten), Dimitar Milushev, Ceif Ben-Abdallah, Tobias Koepenick, Steven Zimmermann, Milos Savkovic, Filip Anic, Nick Lange (83. Adlan Shaoijanov), Yulian Radkov Vladimirov (55. Jannis Theodor)

Schiedsrichter: Frank Heinze („mit der langen Leine unterwegs“, dabei aber sehr souverän)

Zuschauer: 250

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