KREISPOKAL OHV/BAR, 2. Runde, FSV Fortuna Britz – FSV Schorfheide Joachimsthal 0:4

„Klare Kiste“, wäre die Textur nach Spielende für das Pokal-Orts-Derby gewesen, welches zusätzlich auch ein Landesklassen internes Duell bedeutete. 400 Zuschauer wurden am Einlass gezählt. Eine stattliche Anzahl für ein Spiel, welches kaum dem Rahmen wert war. Denn was über 90 Minuten angeboten wurde, entsprach nicht wirklich den Erwartungen. Schorfheide war ohne ihren „etatmäßigen“ Trainer Sven von Pruschak und ohne Feldspieler, die älter als 25 Jahre sind, angereist. Und dies merkte man der Truppe besonders in den Anfangsminuten an. Denn dort hatte die Fortuna ihre beste Phase. Das etwas wackelige Defensiv-Konstrukt der Gäste ließ nämlich zwei Möglichkeiten zu, die qualitativ besser bestückte Teams gnadenlos ausgenutzt hätten. Erst war es Marc Seifert, der nach einer Ecke und dem sehr unsicher agierenden Schorfheider Keeper Fabian Schröder zum Schuss kam und schlussendlich Pech hatte, dass noch abwehrender Fuß dazwischenkam (4.). Dann nur eine Minute später bekam Philipp Tulke die Möglichkeit, doch scheiterte er auch an sich selbst, weil er zu hektisch und überhastet abgeschlossen hatte. In der Folgezeit kam „Juchte“ besser in die Partie, aber ohne groß zu glänzen. Das „Nullachtfünfzehn“ Prozedere mit langen Bällen brachte kaum Wirkung und fand nur selten Abnehmer. Genauso wenig wurde es ein Pokalfight. Aufreger wurden nur erzeugt, wenn gerade die Hausherren mit sehr rustikalen Neigungen im Zweikampfverhalten provozierten und dies auch in der ein oder anderen Situation von Erfolg gekrönt wurde. Schiedsrichter Jonas Marx ließ unverständlicher Weise viel durchgehen und beging damit schon eine Gradwanderung, welche ihm die Partie hätte entgleiten lassen können. Doch er hatte oft Glück, dass sich die Probanden per Handshake einigten und somit ein wenig selber den „Pfeffer“ aus der Begegnung nahmen. Das Spiel schleppte sich, Britz Bemühungen waren schon spürbar, aber letztendlich fehlte doch die Qualität, um irgendwie Zählbares auf die Rechnung zu bekommen. Die Gäste hatten diese Güteklasse, waren aber auch nicht wirklich in der Lage dies auf die Waage zu packen. Mit dem ersten ordentlichen Angriff der Gäste fiel dann auch das 0:1. Willi Adler hatte von der linken Seite geflankt und Heim Keeper Patrick Görlitz zum Eingreifen gezwungen. Er konnte aber den Ball nur nach vorne abwehren, wo Moritz Feeder vollkommen frei abziehen konnte und der Ball unter den Armen von Görlitz ins Tor rutschte (19.). Die Hoffnung, dass der Treffer die Spielqualität etwas anheben würde, blieb leider auf der Strecke. Immer wieder tauchten diese Nicklichkeiten in Form von übertriebener Härte auf, die der Referee weiterhin ohne große Konsequenzen durchgehen ließ.

Zum Wiederanpfiff das gleiche Bild. Schorheide ohne große Ideen und Britz weiterhin bemüht. Doch die 54. Minute, in der Moritz Feeder seinen zweiten Treffer erzielte, klärte die Verhältnisse zumindest Ergebnistechnisch nun eindeutiger. Fedder gewann seinen Zweikampf vor der rechten Strafraumseite, den sein Gegenpart Frank Ploen gerne als Foul gesehen hätte. Doch der Schiedsrichter ließ laufen, der Torschütze sich nicht zweimal bitten und gab dabei Patrick Görlitz keine Chance zur Abwehr des präzisen Geschosses. Die Messen waren nun gesungen. Zwar flammte um die siebzigste Minute ein kleines Strohfeuer der Fortuna auf, doch so richtig ungemütlich wurde es für Fabian Schröder nicht wirklich. Joachimsthal tat nun nur noch das Nötigste und erhöhte trotzdem auf 0:3. Willi Adler hatte sich bestimmt innerlich gefreut, als Fortunas Defensivkräfte kurz vor dem eigenen Strafraum ohne Not den Ball verlieren und Adler mit dem eroberten Spielgerät das Eins-gegen-Eins-Duell mit Görlitz für sich entscheiden konnte (77.). Nur eine Minute später schob Sebastian Temma mit seinem Tor zum 0:4 das Ergebnis Richtung Debakel. Im Endeffekt beließen es die Gäste dabei und können getrost zum Lostopf für die nächste Pokalrunde schauen. Ein negatives, vor allem vollkommen sinnloses Highlight hatte die Partie noch zu bieten. Aus der vermeintlichen lautstarken Britzer Anhängerschaft hatte sich ein Proband selber auserkoren, den „Flitzer“ zu machen. Eine Situation zum Fremdschämen, die die Ordnerschaft mit einer Begleitung zum Stadionausgang zügig beendete.

Die Stimmen zum Spiel:

Moritz Fedder (Mannschaftkapitän Joachimsthal): „Ich bin erst einmal sehr froh, dass das hier zu Ende ist und dass sich niemand verletzt hat. Eigentlich hätten wir hier heute nur verlieren können. Nun haben 4:0 gewonnen. Somit bleibt alles beim Alten. Spielerisch war das heute schon sehr schwierig und der harte Boden hat noch sein Übriges getan. Es ist zwar schön, dass wir weitergekommen sind, aber der Fokus liegt eindeutig auf der Liga.“

Enrico Jürgens (Trainer Fortuna Britz): „Hintenraus war es dann eindeutig. Da kommt natürlich die Qualität zum Tragen. Bis zum 0:2, so denke ich, haben wir es ganz gut gemacht. Das war dann aber der Genickbruch. Leider habe ich dann auch nichts mehr auf der Bank zum Nachschieben und zum Verändern. Es fehlen immer wieder Spieler, so wie heute, um endlich mal vorwärtszukommen. Da muss endlich was passieren, sonst werden wir Woche für Woche solche Spiele wie heute erleben. Dann fehlt uns einfach die Qualität.“

Britz: Patrick Görlitz – Mattis Preuß, Maximilian Roch, Marc Seifert, Darren Kaßner, Dwayn Kaßner, Paul Halgato-Jung, Frank Ploen, Philipp Tulke, Tim Marvin Mengel (73. Marvin Bäsler), Tim Franken (51. Maxime Gertz)

Joachimsthal: Fabian Schröder – Kilian Haß (80. Philipp Wrensch), Sebastian Temma (88. Paul Ludwig), Niclas Philip Zameit, Moritz Fedder, Tobias Fischer, Lasse Volk, Marius Martin Falk, Willi Adler (78. Alexander Targatz), Florian Groß, Lucas Schmidt

Schiedsrichter: Jonas Marx (ließ viel durchgehen und hatte dabei oft Glück, dass die Kontrahenten sich untereinander einigten)

Zuschauer: 400

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s