LANDESLIGA NORD, 5. Spieltag, SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde – TSV Chemie Premnitz 2:0

Wenn man das nackte Ergebnis liest, erscheint der Sieg des Favoriten aus Ahrensfelde standesgemäß. Schlussendlich unter Strich war es auch so und auch verdient. Nach dem Kantersieg aus der Vorwoche in Velten waren die Hoffnungen auf ein klares Endergebnis nicht von der Hand zu weisen, zumal sich die Gäste in der frühen Phase der Saison mit vier Punkten noch nicht ganz im ruhigen Fahrwasser der Liga befanden. Von Beginn an war klar, wer die Begegnung diktieren würde. Grün-Weiss bestimmte das Geschehen gegen körperlich robuste und mit Leidenschaft zu Werke gehende Gäste und musste sich schon früh damit abfinden, dass Geduld das Hauptanliegen werden würde. „Man kann nicht davon ausgehen, dass wir jede Woche die Gegner aus dem Stadion schießen“, hatte GWA-Trainer Sven Orbanke im Anschluss der Partie seine Truppe so ein wenig in Schutz genommen und damit auch schon durchblicken lassen, dass man es im Laufe der Saison mit Teams zutun bekommt, die die defensivere Spielweise bevorzugen werden. Denn genau das war die Marschroute der Chemiker, die dann bei eigenem Ballbesitz die Kugel lang Richtung GWA-Kasten schlugen und mit dem pfeilschnellen Elias Große schon eine kleine Waffe in ihren Reihen hatten. Die erste nennenswerte Möglichkeit der Begegnung hatte nämlich dieser Große, doch schloss er viel zu früh und überhastet ab, so dass der Ball weit über den Kasten flog (7.). Ahrensfelde hingegen tat sich schwer und versuchte es ebenfalls mit langen Bällen. Doch oft wurden die Anspiele mit zu viel „Schmackes“ in den Raum gebracht, was den Adressaten im läuferischen Anspruch einiges abverlangte und einige Male verpuffte, weil das Spielgerät nicht erreicht werden konnte. Möglichkeiten waren im Ansatz zwar vorhanden, doch fehlte dem Ahrensfelder Unterfangen einfach die zwingende Note. Chancen, wie die von Steven Knörnschild, den der Ball von den Gästen förmlich zum Kopfball im Abwehrdurcheinander zugespielt und erst dadurch gefährlich wurde, waren dem Zufall geschuldet (21.). Es wurde auch nicht viel besser, nachdem Dominic Gesierich das 1:0 erzielt hatte. Das sehenswerte Anspiel von Manuel Schmiedebach, genau durch die Abwehrkette hindurch, verwertete Gesierich per Schuss, ohne lange zu fackeln und unhaltbar (25.). Die Partie wurde nun noch zäher. Premnitz hatte schon vor dem Treffer den letzten Riegel auf sechs Personen erhöht und dem Favoriten damit eine große Denkaufgabe und vor allem Ideensuche aufgebürdet. Und daran hatte Grün-Weiss stark zu knabbern. Zwischendurch war dann wieder mal Elias Große an der Reihe, doch sein Abschluss verballerte er ebenso wie beim ersten Versuch (30.). Ahrensfelde blieb zwar am Drücker und irgendwie in der Chancenerarbeitung weiter im Zufalls-Modus. Wie in der Möglichkeit durch Dominic Gesierich, als Chemie kein richtiges Mittel fand, um den Ball aus der Gefahrenzone zu entfernen und dann Glück hatte, dass der Schütze nur den Pfosten traf, der Ball kurz vor der Torlinie entlangrollte und neben dem anderen Pfosten ins Aus ging (32.). In der 34. Minute musste auch mal GWA-Keeper Mateusz Daniel Mika eingreifen. Elias Große, der Gäste-Unruheherd schlechthin, wurde wieder geschickt. Doch der Schlussmann war mit dem Kopf zur Stelle und machte damit die aussichtsreiche Möglichkeit zunichte.

Zum Wiederanpfiff das gleiche Bild. Premnitz immer noch im Verteidigungsmodus mit dem Unterschied, dass Elias Große nicht mehr in den Genuss kam einen langen Ball zu erlaufen. Grün-Weiss hingegen hatte immer noch das große Plus im Ballbesitzverhältnis, mehr aber auch nicht. Aufreger gab es nur, weil Schiedsrichter Mario Warminski nicht so wirklich zu überzeugen war für Ahrensfelde auf den Punkt zu zeigen und dass die Härte nach einer Stunde etwas anzog. Verbale Geplänkel zwischen Mannschaftsverantwortlichen, mit nicht immer jugendfreier Wortwahl, machten die Partie auch außerhalb des Platzes interessanter. Schlussendlich dauerte die Zeit ohne erwähnenswerten Abschluss bis zur 88. Minute. Patrick Hamel machte für Ahrensfelde den Sack endgültig zu. Die Flanke von der rechten Seite verwertete der Torschütze vollkommen frei zum verdienten Endstand (88.). Trotzdem brachte der Treffer reichlich Diskussionsstoff, sogar noch bis nach dem Abpfiff. Gästekepper Felix Baitz wurde in seiner Aktion den Ball zu erreichen klar behindert bzw. weggeschoben, doch Schiedsrichter Warminski war nicht zu erweichen und erklärte den Treffer als regulär. Sven Orbanke zeigte im Nachgespräch etwas Verständnis für die Gäste, haderte aber auch damit, dass seinem Team zu mindestens ein klarer Elfmeter versagt wurde. In seiner Analyse fand er dann klare Worte für den Gesamteindruck zum Spiel. „Ich finde, wir haben eigentlich ganz gut angefangen. Als dann die Gäste nach zwanzig Minuten auf Sechserkette umgestellt haben, ist es für uns noch schwerer geworden. Das hat Premnitz dann auch clever gemacht. Die Lösungsfindung hat heute nicht gut funktioniert, daran müssen wir definitiv arbeiten. Dann kam auch noch hinzu, dass einige Spieler heute nicht hundertprozentig alles abgerufen haben. Solche Spiele wie dieses, werden wir wohl noch öfter erleben.“

Ahrensfelde: Mateusz Daniel Mika – Dominic Gesierich (84. Hagen Opitz), Julian Hentschel (90. Sebastian Simon), Blenard Colaki, Steven Knörnschild (38. Tilo Scheffler), Leandro Rodriguez Weber, Manuel Schmiedebach, Patrick Hamel, Tim Lenzen, Robin Mansfeld, Lucas Nico Gurklys

Premnitz: Felix Baitz – Louis Malte Pollak (46. Rico Buczilowski), Sascha Weser, Martin Otto, Martin Weber (62. Daniel Yireth Possu Cortes), Nils Haase, Ricardo Quast (79. Jonas Hagedorn), Christian Freidank, Wilheln Neumann, Konstantin Gäde, Elias Große

Schiedsrichter: Mario Warminski (mit einigen Wacklern bei der Entscheidungsfindung bei vermeintlichen Foulspielen in den Strafräumen, ansonsten eher unauffällig)

Zuschauer: 200

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