AOK-Landespokal Brandenburg, Viertelfinale, SV 1908 „GRÜN-WEISS“ Ahrensfelde – SV Babelsberg 03 0:2

Es war angerichtet, das berühmt berüchtigte „David gegen Goliath“, das „Klein gegen Groß“ oder was man da noch für Vergleiche hätte zu Rate ziehen können. Ahrensfelde hatte fast alle Probanden an Bord, bei den Babelsbergern sah die Lage nicht so rosig aus. Von deren Seite bestand der Wunsch, schon allein wegen der vergangenen Corona-Fälle, die Begegnung verlegen zu lassen. Doch die Brandenburger Spielleitung konnte und wollte dem nicht nachgeben und so begann die Partie bei bestem Herbstwetter vor einer guten Kulisse von 780 zahlenden Zuschauern, unter denen sich auch ein Tross Gästefans, mit gut hundert Mann Stärke, über die gesamte Spielzeit laut präsentierte. Die Anfangsminuten hatten es in sich. Denn der Regionalliga-Vertreter suchte den kurzen Prozess. Schon in der zweiten Minute bekam Frank Zille die Kugel durchgesteckt und hatte eigentlich alle Möglichkeiten, die frühe Führung zu erzielen. Doch Ahrensfeldes Keeper Mateusz Daniel Mika zeigte sich hellwach und konnte die Kugel wegfischen. Noch nicht mal sechzig Sekunden später konnte sich Nicola Jürgens mit seinem Schuss, der nur knapp vorbei ging, bei seinen Kollegen bedanken, die sich auf der linken Seite sehenswert durchkombinierten und den Schützen dann per Anspiel in die gute Abschlussposition brachten. Jürgens hatte dann auch die nächste Chance auf dem Schlappen, doch diesmal war Steven Knörnschild zur Stelle, der das Spielgerät einen Meter vor dem Tor zur Ecke entschärfte (5.). Grün-Weiss musste sich schon etwas schütteln, um dem drohenden Gegentreffer aus dem Wege zu gehen. Die Einstellung stimmte augenscheinlich, denn der Landesligist erkannte zusehends, dass Mut gepaart mit Selbstvertrauen ein probates Mittel wäre, auch so einem Gegner Paroli zu bieten. In der 11. Minute war es dann Steven Knörnschild, der per Flachanspiel im Gästestrafraum zum Abschluss kam und das erste Mal ein Raunen im weiten Rund organisierte. Doch sein Schuss war nicht platziert genug, so dass 03-Keeper Jannick Theissen den Ball unter sich begraben konnte. In der Folge hatten die Gäste die Partie zwar weiter im Griff, mussten aber feststellen, dass nun wesentlich offensiv aktiviere Ahrensfelder dem Favoriten ein wenig Geduld abverlangen würden. Das Spiel tauchte in eine Phase ein, in der es zwar intensiv blieb, aber vor beiden Gehäusen wenig Zählbares auf die Rechnung kam. Einen Fehler, und dies konnte man schon als Inaktivität und inkonsequenter Zweikampfführung bezeichnen, brachte die Gästeführung, erzielt durch Nicola Jürgens. Grün-Weiss konnte eine Flanke von der rechten Seite nicht verhindern und war dann nicht in der Lage mindestens noch zweimal einzugreifen. Schlussendlich schlug der Schütze noch einen Haken, um sich in Position zubringen und dann unhaltbar halbhoch einzunetzen (22.). Der Treffer passte den Gästen natürlich gänzlich in Kragen, allein schon, weil Ahrensfelde den Klassenunterschied immer mehr wettmachte. Ein Abseits-Freistoß, den Grün-Weiß Torsteher Mika weit an den Strafraum der Gäste schlug, wäre fast ein Babelsberger Bumerang geworden. Denn die Gästeabwehr unterschätzte den Ball, den Julian Hentschel dann artistisch Richtung Tor beförderte und abgefälscht knapp rechts neben den Pfosten setzte (25.). Manuel Schmiedebach nutzte in der 32. Minute dann das gleiche Strickmuster wie Mika und bediente Hentschel, der im Laufduell abzog, aber nicht genug Peilung in den Schuss bringen konnte. Grün-Weiss versuchte viel und spielte dabei schon ein wenig mit dem Feuer. Denn die Abseitsentscheidungen gegen die Gäste waren schon sehr auf Kante genäht und hätten in manchen Situationen, als man doch recht weit aufgerückt war, zum Genickbrecher werden können. Und genau so eine Situation erzeugte in der 43. Minute das 0:2. Ein langer Ball, den Marcel Rausch sehenswert annahm, sich dann vorlegte und schlussendlich auch das Laufduell gewann, führte zur unhaltbaren Halbzeit-Führung und was noch keiner ahnen konnte, auch zum Endresultat.

Zum Wiederanpfiff wechselte Grün-Weiss zweimal aus und setzte damit die Fahnen noch nicht auf Halbmast. Denn mit Dominic Gesierich und Paul Berger brachte das Trainer-Duo Orbanke/Beyer zwei frische Offensivkräfte, was sich in den Anfangsminuten optisch recht gut anfühlte. Doch mehr als ein Gleichgewicht im Mittelfeld sprang dabei nicht heraus. Babelsberg hatte in den Verwaltungs- und Kontrollmodus umgeschaltet und machte nun nicht mehr als nötig. So blieb die Begegnung mit nie aufsteckenden Ahrensfeldern zwar spannend, aber auch recht höhepunktarm. Am Ende setzte sich der Favorit verdient durch, doch so richtig feiern ließen sich die unterlegenen Hausherren vor der stattlich gefüllten Haupttribüne mit stehenden Ovationen. Aber auch der Babelsberger Anhang huldigte den verdienten Einzug ins Halbfinale, an dessen Berechtigung auch Ahrensfeldes Trainer Jürgen Beyer keinen Zweifel hatte. „Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft. Sicherlich können wir früh mit zwei Treffern zurückliegen, haben dann auch selber zwei sehr gute Möglichkeiten. Da hätten wir das Tor machen und sie dadurch in Unruhe bringen müssen. Schlussendlich sind wir sehr stolz auf unsere Leistung.“

Ahrensfelde: Mateusz Daniel Mika – Sebastian Simon (46. Dominic Gesierich), Nick Meißner, Hagen Opitz (46. Paul Berger), Julian Hentschel, Steven Knörnschild (66. Patrick Hamel), Leandro Rodriguez Weber (71. Maximilian Hecker), Manuel Schmiedebach, Tim Lenzen, Robin Mansfeld, Lucas Niko Gurklys (66. Justin Lauterbach)

Babelsberg: Jannik Theißen – Jake-Robert Wilton, Emir Can Gencel, Frank Zille (71. Luis Biehl), Mateo Kastrati, Marcel Rausch, Felix Pilger (64. Mert Ahmedov), Janne Sietan, Finn Berk, Nicola Jürgens (82. Marco Flügel), Petar Lela

Schiedsrichter: Florian Lukawski (sehr souveräne Leistung in einer sehr fairen Partie)

Zuschauer: 780

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