LANDESKLASSE NORD, 13. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – FSV Schorfheide Joachimsthal 4:2

„Ich bin ganz ehrlich. Mit dem Ergebnis hätte ich heute überhaupt nicht gerechnet. Schon allein, wenn man unsere derzeitige Trainingsbeteiligung sieht, mit zum Teil weniger als fünf Spielern, kann man dies nicht auf der Rechnung haben“, waren die ersten Worte nach Spielschluss von Matthias Händler, dem Eintracht Übungsleiter, der erst einmal durchschnaufen musste, bevor er zum Gespräch bereit war. Dabei wurden gerade bei der Heimelf Paul Roller und Dennis Plaumann vermisst, die sich vorab in die Krankenliste mit eingetragen hatten. Auch auf Gästeseite war der ein oder andere Ausfall zu verzeichnen. Selbst Trainer Sven von Pruschak hatte sich, wohl zur Sicherheit, mit der Rückennummer 6 in die Reservespielerliste eingetragen.

Die Partie begann eigentlich wie erwartet. Schorfheide mit viel Engagement und Spielwitz setzte die ersten Achtungszeichen, ohne dabei gefährlich zu werden. Doch die Marschrichtung der Gäste flaute immer mehr ab und brachte nach gut zehn Minuten die Eintracht, mit der Erkenntnis mutiger zu werden, in den Nadelstich-Modus. Und mit dem ersten gesetzten Pfeil fiel auch gleich das 1:0, welches schon für eine gewisse Nüchternheit in den Gästereihen sorgte. Ein vollkommen unnötiger Ballverlust der Joachimsthaler an der Mittellinie brachte Youngster Felix Arndt auf den Plan. Der nahm sich die Kugel, dribbelte wie befreit und ohne große Gegenwehr Richtung Gästekasten und schob schlussendlich das Spielgerät unhaltbar an Fabian Schröder vorbei ins linke untere Eck (15.). Effizienz wurde nun in der Folge für die Eintracht zum Synonym. Wieder war es Felix Arndt, der vollkommen frei zum Schuss kam und mit viel Auge flach zum 2:0 einnetzte (22.). Eine zu erwartende wütende Reaktion der Gäste blieb gänzlich aus. Stattdessen wurde mit einem Hauch von Überheblichkeit ein „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“ ausgepackt, was nicht nur ohne positiven Effekt blieb, sondern auch den Unmut der eigenen Kollegen nach sich zog und dem zahlreich erschienenen Publikum den einen oder anderen lauten hämischen Lacher entlockte. Augenscheinlich war aber auch, dass der von Pruschak-Truppe die Ideen fehlten der sattelfesten und vor allem griffiger agierenden Heimabwehr irgendwie einen Druck aufzuerlegen. Selbst die gute Möglichkeit für Sebastian Temma, der, nachdem Moritz Fedder vorab klar foulgespielt hatte, den Ball aufgelegt bekam und der Schuss in den Armen von Florian Schweitzer landete, konnte nicht als ein „Flagge hissen“ gewertet werden (25.). Da passte es dann schon eher, dass Marcel Petrahn in der 30. Minute auf 3:0 erhöhte. Es war schon eine Katastrophe, was die Gäste im Abwehrverhalten an den Tag legten. Ein langer Abschlag wurde von Petrahn erlaufen, der seinerseits kaum Mühe hatte, sich im Zweikampf durchzusetzen und das Spielgerät im Tor unterzubringen. Glücklich konnte sich der FSV schon schätzen, dass die Eintracht durch Manuel Thomas noch zwei sehr gute Möglichkeiten liegen ließ und damit die Gäste-Stehlampe nicht schon frühzeitig ausschaltete (38., 40.). Doch irgendwie fand der FSV Richtung Halbzeitende ein paar Fusseln des Spielfadens wieder und kam durch Marius Martin Falk zum moralisch nicht unwichtigen 3:1 kurz vor dem Halbzeitpfiff (43.). Falk, der über die rechte Seite in den Strafraum eindrang und sich dabei mit zwei Häkchen in Schussposition brachte, hatte bei seinem nicht supergefährlichen Flachschuss auch ein wenig Glück, dass sich Heimkeeper Schweitzer in nicht unhaltbarer Position befand. Moritz Fedder war es dann, der seinem Team noch zusätzlich vor der Pause den Anschlusstreffer hätte bescheren können. Vollkommen frei vor Schweitzer auftauchend, traf er den Ball nicht richtig und versiebte damit eine nahezu hundertprozentige Möglichkeit (45.).

Der Wiederanpfiff hatte drei Minuten hinter sich gebracht, da lag der Ball zum 3:2 im Wandlitzer Tor. Joachimsthal, mit sichtbarer verbreiteter Brust aus der Kabine gekommen, nutze einen Eckball und das daraus folgendem Durcheinander im Strafraum mit Eintracht-Spielern, welche nicht in der Lage waren, das Spielgerät konsequent zu entfernen. Benjamin Ehrlich beendete das Gestochere, in dem er irgendwie die Kugel über die Linie drückte. Wer nun erwartete, den Augenschein hatte es auf jeden Fall, dass die favorisierten Gäste nun einen Sturmlauf entfachten, sahen sich recht schnell getäuscht. Zwar driftete die Ballbesitzquote auf zeitweise über achtzig Prozent, mehr aber auch nicht. Es blieb beim ideenlosen und zum Teil auch unansehnlichen Gekicke. Den Gästen fehlte einfach der Mut, den Sven von Pruschak erst in der 90. Minute lautstark einforderte. Doch da war es zu spät. Pascal Sorgatz hatte im Gegensatz den Mumm, der den Gästen fehlte, als er sein Solo zum 4:2 ansetzte und dabei wieder die Mängel in der Abwehrarbeit der Gäste offenbarte. Der Jubel kannte keine Grenzen und das vom Leib gezogene Trikot mit folgender Verwarnung konnte dem Torschützen im Endeffekt nur noch ein Siegerlächeln abgewinnen (90.+3).

„Bei uns ist heute alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Hinten sicher stehen und vorne Nadelstiche setzen“, fasste ein sichtlich stolzer Matthias Händler den Auftritt seiner Jungs zusammen. Sven von Pruschak hatte, sicherlich sehr angefressen, die kürzeste und schnellste Route zur Kabine genommen und war somit für ein Statement nicht mehr zu erreichen.

Wandlitz: Florian Schweitzer – Steffen Philipp Hennig, Robin Schittenhelm, Marcel Petrahn, Adrian Fischer (46. Jan Großer), Pascal Sorgatz, Florian Liebich, Manuel Thomas, Kevin Schwabe, Germain Pötzsch (60. Roman Schmidt), Felix Arndt

Joachimsthal: Fabian Schröder – Christian Lorenz, Sebastian Temma, Moritz Fedder, Tobias Fischer, Chris Bolle (60. Paul Ludwig), Lasse Volk, Marius Martin Falk, Benjamin Ehrlich, Florian Groß, Lucas Schmidt

Schiedsrichter: Radoslaw Zbaracki (Mit ruhiger und souveräner Leistung unterwegs. Sein sichtbares Vorhaben ohne Karten auszukommen, musste zwangsweise gegen Ende der Partie überworfen werden. Das Ahnden von mehrmaligem absichtlichen Ballwegschlagen hätte eventuell den ein oder anderen Probanden schon ein frühzeitiges Duschen beschert.)

SRA: Krysztof Pawlisiak, Rafal Waldemar Bukowski

Zuschauer: 130

Anmerkung: Leider hat das Schiedsrichter-Team im offiziellen Spielbericht unter fussball.de bei den Torminuten falsche Angaben gemacht. Die Zeiten im meinem Bericht entsprechen der Realität.

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