Ein Wink mit dem Zaunpfahl …

In meinem kleinen bescheidenen Büro steht eine Box mit Stiften und Kugelschreibern. Eigentlich nichts Unnormales. Was dem wohl überall gleich sein wird, dass man Lieblingsstifte hat, die sich gut nutzen und einem irgendwie nie im Stich lassen. Genauso einen geliebten Kugelschreiber habe ich mal vor Jahren geschenkt bekommen. Am letzten Wochenende, genauer am Sonntagmorgen wurde damit der letzte Schriftzug gezogen, mit der Feststellung, dass die Kugelschreibermine leer war. Einen Austausch der Mine strebe ich nie an, ich entsorge in solchen Fällen immer die Stücke und gebe einem neuen Schreibgerät eine gleichwertige Chance mich froh zu stimmen.

Wer das liest, wird sich wahrscheinlich fragen, was das mit dem „Wink und dem Zaunpfahl“ zu tun hat. Das, ich nenne es mal Rätsel, wird nicht gänzlich gelüftet werden können, da dies ein Fall ist, bei dem man schon ein wenig zwischen Zeilen lesen muss.

Es gibt Menschen, die sich in ihrer Freizeit engagieren. Manchmal für Geld, manchmal auch nicht. Letzteres, das dürfte wohl bekannt sein, ist das was ich sehr mag und auch sehr unterstütze. So weit so gut.

Seit 2009 bin ich im Barnim in Punkto Fußball unterwegs, zum größten Teil ehrenamtlich, im anderen Abschnitt auch für Geld (Freier Mitarbeiter einer Tageszeitung). Was mir riesig Spaß macht, Schreiben und Fotografieren, hat als positivem Nebeneffekt zu einem höheren Bekanntheitsgrad einiger Probanden und Gemeinschaften beigetragen. Dies hat leider auch dazu geführt, dass mein Tun zur Selbstverständlichkeit mutiert ist und das was dahintersteckt, nämlich „ICH“, kaum noch oder selten Beachtung findet. So wird man bei den Planungen für Huldigungs-Maßnahmen für Ehrenamtler einfach vergessen bzw. ist man gar nicht auf dem Plan. Man ist ja immer da, gehört irgendwie dazu, macht das wirklich gut, wird sporadisch mit einem Daumen nach oben in den sozialen Netzwerken gelobt, was möchte man eigentlich mehr. Doch darin liegt die Krux begraben.

Und nun wieder zum ursprünglichen Thema mit dem Wink und dem Zaunpfahl. Am letzten Samstag habe ich eine Ehrenamts-Huldigung miterleben dürfen. Wirklich, eine tolle Sache, weil absolut verdient. Leider aber war der Kreis der Geehrten sehr klein und die Personen, welche das Projekt über Jahre mitgefüttert haben, ich vermute mal, wurden einfach vergessen. Die Enttäuschung, im Übrigen nicht das erste Mal, war riesengroß und hat nach einer grübelnden Nacht dazu geführt, dass eine „radikale“ Änderung im Umgang getroffen wurde. Ein Gesprächsangebot zur Aufklärung wurde zwar genutzt, hat aber leider nicht wirklich dazu beitragen können, den Entschluss nochmal zu überdenken. Was die Entscheidung auch unterstützt und dann ein wenig mit einem „Signal des Schicksals“ verbunden hat, auch wenn nur zu einem Prozent, war das funktionale Ende des Kugelschreibers.

Jetzt nutze ich ein neues Handschreibegerät ohne Aufschrift oder Logo, ganz neutral, damit der nächste „Wink mit dem Zaunpfahl“ nicht wieder eine gravierende Veränderung in meinem Tun hervorrufen muss.

Die Frage nach der Beschlussfassung wird hier nicht beantwortet werden, man wird sie aber irgendwie erkennen, merken, spüren oder was auch immer.

Ich möchte auf diesem Wege allen Vereinen und handelnden Personen danken, die sich hier nicht angesprochen fühlen. Was mir auch sehr wichtig ist, dass meine Zeilen niemanden zu etwas verpflichten. Vieles, vielleicht auch das meiste, wird ja richtig gemacht und das ist auch gut so. Leider wird aber auch einiges vergessen und vor allem übersehen. Ich bin super gerne im Barnim unterwegs und spüre sehr oft, dass ich irgendwie indirekt auch einen Mini-Beitrag für den Bestand des BARNIMER RASENBALLSPORTs leisten kann. Allein das macht mich schon sehr stolz und ist meine Motivation nicht den gesamten Kopf, sondern ab und zu (bei Frust und Enttäuschung) nur meinen Haarschopf in den Sand zu stecken.          

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