KREISLIGA OST, 20. Spieltag, SV Beiersdorf – FSV Fortuna Britz II 1:0

Abstiegskampf in der Kreisliga Ost! So hätte man die Partie vor Spielbeginn erwartet. Leider kam es nicht so. Bei stürmischem Wetter wurde die Auseinandersetzung zur „Fehde“, wo keiner so richtig in der Lage war den berühmten Handschuh in die Runde zu werfen. Dabei hatte Beiersdorfs Trainer Steffen Gloge vor Spielbeginn positive Vorzeichen gesehen, die darauf beruhten, dass die personelle Aufstellung ganz ordentlich war und man noch genug Spiele vor der Brust habe, um das rettende Ufer zu erreichen.

Es war ein ekliges Wetter. Der starke Wind ließ die Spannseile an den Flutlichtmasten im Takt klappern, was eigentlich nur nervte und die Teams nicht gerade animierte, diesen Rhythmus für das eigene Spiel mitzunehmen. Es waren dann noch keine sechzig Sekunden vergangen, als die Gäste durch Rayk Kletzin zur ersten Möglichkeit kamen. Eingeleitet hatte diese Chance Beiersdorfs Björn Bork mit einen vom Wind gebremsten Rückpass auf den eigenen Keeper, in den Kletzin hineingesprintet war und seinen Schuss aus spitzem Winkel in das Außennetz setzte. In der Folge wurde es immer augenscheinlicher, dass die Begegnung mehr in den Krampf-, als in Kampfmodus umschaltete. Mit dem Gebläse im Rücken wirkte der Offensivaufwand verbunden mit den größeren Spielanteilen der Hausherren etwas präsenter. Doch im Ertrag blieb das ganze Unterfangen recht blass. Gloge‘s lautstarke und mutmachende Hinweise, den Abschluss auch mal aus der Ferne zu versuchen, blieb ungehört. Zu oft wurde der Aufwand verkompliziert und machte es den Gästen dann doch recht einfach zu verteidigen. Fortuna hingegen versuchte es mit langen Bällen auf Kletzin, der sich zwar in vorderster Front aufrieb, aber genauso wie alle teilnehmenden Probanden mit dem holprigen Geläuf so seine Probleme hatte die eigene Basic umzusetzen. Die nächste Gästemöglichkeit erzeugte wiederum die Heimtruppe, die eine „Kerze“ im eigenen Strafraum produzierten und Matthias Huwe im Kasten des SV dazu zwangen, die Kugel über die Latte ins Aus zu lenken (10.). In der 17. Minute ist es Björn Bork, der nach einer Flanke von der rechten Seite und mangelndem Zugriff der Gäste seinen Schuss links knapp am Tor vorbeisetzte und es damit schaffte, die erste nennenswerte gefährliche Situation für sein Team zu erzeugen. Während Britz Mannschaftskapitän Manuel Müller im Nachgespräch eine Kampfpartie gesehen hatte und dies dem nicht wirklich entsprach, blieb das Vorgetragene im unteren Niveaubereich. Sporadische Halbchancen, von denen die Beiersdorfer etwas mehr auf den Notizzettel brachten, bestimmten die Folgezeit. Hervorzuheben ist hierbei die Schussmöglichkeit Brian Reinicke-Böttcher, der einmal seinen Mut zusammennahm und an der Strafraumkante zum Dribbling für eine gute Position ansetzte, schlussendlich, aber zu unplatziert den Britzer Schlussmann Nick Verbeek prüfte (24.). Trotz der nicht wirklich erwärmenden Partie konnten beide Teams kurz zum Jubeln ansetzten, was das Schiri-Team aber in der Abseitsentscheidungsfindung nur kurz zuließ und den Treffern die Gültigkeit somit aberkannte. Bei Rayk Kletzin war das Abseits noch eine klare Geschichte (38.), im Falle von Eric Dupont hätte man schon eine virtuelle Linie ziehen können (39.).

So ging es torlos in den zweiten Durchgang und man konnte schon gespannt sein, was Steffen Gloge seinen Mannen mit auf den Weg gegeben hatte. Bei Britz stellte sich eigentlich nur die Frage nach der Kondition. Denn bis auf eine Ausnahme, nämlich Torsteher Verbeek, bestand der Kader nur aus Spielern der Altherrenmannschaft. Doch dieses eventuelle Fitness-Problem stellte sich erst einmal nicht. Denn die Fortunen, nun mit dem kühlen „Sirokko“ im Rücken, machten dies, was die Heimtruppe vor dem Pausenpfiff nicht hinbekam. Abschlüsse aus der zweiten Reihe bestimmten gute fünfzehn Minuten die Szenerie, aber auch ohne große Nöte für den Kasten der Beiersdorfer. Eigentlich richtig gefährlich wurde es für die Britzer nur, wenn die Beiersdorfer Abwehrgilde mithalf. Wie in der 47. Minute nach einer erneuten „Kerze“, mit der Dennis Lehmann seinen eigenen Keeper in Verlegenheit brachte und der schon fast per Glanztat die Situation entschärfen musste. Die Partie wurde zunehmend noch zerfahrener. Beiersdorf mit wenigen Möglichkeiten, obwohl im Ansatz der Entstehung bei besserer spielerischer Qualität wesentlich mehr möglich gewesen wäre. Auch der eingewechselte Fabian Vesterberg konnte, trotz mehrmaliger Freiheiten auf der linken Seite, sein sicherlich vorhandenes Potential nicht entscheidend einbringen. Es war das typische Null-Tore-Spiel, wenn da nicht diese eine Situation in der 72. Minute gewesen wäre. Ein Freistoß, getreten von der linken Seite, wurde vom Beiersdorfer Mannschaftskapitän Toni Reske im Strafraum angenommen und aufs Tor gebracht. Dabei traf er die Kugel nicht richtig und hatte Glück, dass Nick Verbeek keine gute Figur machte und den durchaus haltbaren Ball im Endeffekt im Jubel der Hausherren aus dem eigenen Netz holen musste. Britz war schon angefressen und versuchte nun noch einiges, aber ohne große Gefährlichkeit auszustrahlen. Ein wenig Frust bekam zuzüglich Schiedsrichter René Ziemann verbal zu spüren, der aber auch mit der ein oder anderen strittigen Entscheidung die aufkommende Kritik fütterte. Schlussendlich gewann die Beiersdorfer Truppe den Abstiegs-Gipfel, zu dem Steffen Gloge schon während der Partie nach einer Verletzungsbehandlung beim Gang zur Auswechselbank die passende Bezeichnung fand und dem Gekicke das Prädikat „Not gegen Elend“ verabreichte.

Seine Analyse nach der Partie hatte dann aber schon einen Hauch von Hoffnung, aber auch den Blick in die Realität. „Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, wenn wir in den nächsten drei Partien sechs Punkte holen, ist noch vieles drin. Wir haben in den sieben letzten Begegnungen sechs Heimspiele. Spielerisch sind wir nun mal nur Kreisklasse. Aber wenn noch was möglich ist, werden wir es natürlich auch versuchen.“

Manuel Müller in seinem Statement kurz nach dem Abpfiff sah dem Abstiegskampf recht positiv entgegen. „Das war heute ein schöner Fight, Dorf gegen Dorf, es war alles drin. Am Ende ein glücklicher Sieg für die Heimmannschaft. Kampfeswille, die Erfahrung und ganz einfach nur Spaß am Fußball haben, dann schauen wir mal, was dabei zukünftig rauskommt.“

Beiersdorf: Matthias Huwe – Corvin Zander, Toni Reske, Brian Reinicke-Böttcher, Björn Bork, Dennis Lehmann, Max Messal (46. Fabian Vesterberg), Eric Dupont, Kevin Büttner, Sebastian Falk, Sven Schulz

Britz II: Nick Verbeek – Sven Krumbach, Clemens Schulze, Daniel Eggebrecht, Steffen Kletzin, Kenny Fischer, Rayk Kletzin, Christian Gersdorf, Ringo Wossilus (16. Oliver Miko), Stefan Schmude, Manuel Müller

Schiedsrichter: René Ziemann – Klassenbezogene solide Leistung. Tat gut daran auf die gerade von Gästeseite geforderten Bestrafungen nicht einzugehen. Zusammenarbeit mit den Assistenten verbesserungswürdig, da oft schon selber entschieden, bevor ihm eine Hilfestellung angeboten werden konnte.

SRA: Oscar Laurin Krause, William Marquardt

Zuschauer: 20

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