LANDESKLASSE NORD, 21. Spieltag, SG Einheit Zepernick – FSV Schorfheide Joachimsthal 0:1

Aprilwetter in Brandenburg, so auch in Zepernick beim Spitzenspiel der Einheit gegen die „ambitionierte Wundertüte der Liga“ aus Joachimsthal. So ein wenig lag aber auch ein Erinnerungsschatten aus den Hinrunden-Begegnungen, Pokal und Meisterschaft, über diesem Spiel, als das Sportliche leider etwas in den Hintergrund gerückt war. Doch von dem war, trotz einer normalen Rivalität, rein gar nichts mehr zu spüren.

Mit der Sonne im Blick begann das Spiel schon recht rasant, als Schorfheides Kilian Haß nach zwanzig Sekunden aus achtzehn Metern aus fast zentraler Position seinen Schuss übers Tor jagte und damit anzeigte, wo die Spurrille der Gäste hinzeigen sollte. Denn in der Folge entwickelte sich eine sehr intensive Partie, in der der FSV chancentechnisch mehr in die Abrechnung brachte. In der 6. Minute rückte Zepernicks Keeper Dennis Tietz zum ersten Mal in den Focus. Nach einem Gäste-Eckball, welcher zu zentral abgewehrt wurde, kam der Ball zu Lasse Volk, der nun alle Freiheiten hatte, sich in die Liste der unhaltbaren Abschlüsse einzutragen. Doch sein nicht unplatzierter Schuss gab Tietz die Möglichkeit zu parieren, die er auch in guter Manier nutzte. Nur zwei Minuten später war es wieder Lasse Volk, der sich in der rechten Strafraumseite sehr frei zum Anspiel anbot und den Ball auch aufgelegt bekam. Das platzierte Geschoß zwang Dennis Tietz erneut zur Glanztat, der mit seiner Parade sich und seine Kollegen weiterhin im Spiel hielt. „Das hat mich schon sehr geärgert, dass wir diese Möglichkeiten liegenlassen haben“, monierte Schorfheides Übungsleiter Sven von Pruschak kurz nach Spielende und war schon froh darüber, dass sich dies nicht rächte. Die Begegnung blieb weiterhin inbrünstig und im ansehnlichen Niveau. Dabei machten die Joachimsthaler mehr richtig als die vom Gäste-Coach favorisierten Zepernicker. Variabel agieren, war die sichtbar vorgegebene Marschroute. Von frühem Pressing, zum massiven Verteidigen, dem Operieren mit langen Bällen bis zum Durchkombinieren, all das war in der Gästepalette vorhanden. Das war auch das was der Einheit so ein wenig den Zahn zog. „Wir haben es einfach nicht geschafft, gefährlich ins letzte Drittel zu kommen“, hatte Einheits Trainer Lucio Geral den Finger in die eigene Wunde gelegt und damit den großen Unterschied für die gesamte Partie ausgemacht. Selbst den erfahrenen Kevin Maek bekam man überhaupt nicht in die Ballverteilersituation, was den Offensivdrang noch mehr lähmte. Nach gut zwanzig Minuten schraubten die Gäste ihre Angriffsbemühungen etwas runter, was der Begegnung im Attraktivitäts-Level nicht wirklich guttat. Während Einheit weiter vergeblich an der ersten Möglichkeit arbeitete, wurde es im Gegenzug für Tietz eine handlungsarme Arbeitszeit. Moritz Fedder versuchte es zwar in der 29. Minute mal aus der zweiten Reihe, merke aber schon selber beim Tritt gegen den Ball, dass dieser Versuch wohl klar im Aus landen würde. Sechzig Sekunden später war es dann so weit. Zerpernick, vertreten durch Freistoßschütze Eric Woiton, kam zur ersten wirklichen Möglichkeit. Doch sein direkt geschossener Ball passierte das Quergebälk mit Abstand, so dass Schorfheides Schlussmann Fabian Schröder weiterhin ohne Beschäftigung verharrte. So blieb der Heimelf nur eine kleine Rand-Anekdote für einen schmunzelnden Berichtseintrag. Vincent Lipp, der in der Nähe seiner Auswechselbank stark räuspernd und etwas nach Luft japsend unterwegs war, begründete diesen Vorfall mit dem Verschlucken am Kaugummi, was dem eigenen Bankpersonal trotz des tristen Auftritts der eigenen Aktiven ein Lächeln ins Gesicht zauberte (35.).

Mit dem Anpfiff zum zweiten Durchgang des umsichtig leitenden Martin Krause bekam die Begegnung das Niveau der Anfangsphase wieder aufgesetzt. Doch die nahen dunklen Wolken mit weitentferntem Gewittergrollen ließen nichts Gutes erahnen. Als dann der verhagelte Regen mit Sturmunterstützung einsetzte, unterbrach der Schiedsrichter die Partie für sechs Minuten (53.). Zwingend notwendig wäre diese Unterbrechung nicht gewesen, so konnte man das Ganze unter zuschauerfreundlich verbuchen, die sich für die Unwetterphase ein geschütztes Eckchen suchen konnten. Nach der Wiederaufnahme kam die beste Zeit der Hausherren. Diese mündete in einer hundertprozentigen Möglichkeit. Philip Opitz hatte von der linken Seite passgenau geflankt und Jan Gedenk die Kugel an der Fünfmeterraumgrenze aufgelegt. Der zog auch gleich ab und fand in Fabian Schröder seinen Meister, der in Weltklassemanier die Kugel hielt und die Situation entschärfte (76.). Schorfheide hingegen hatte sich den Kontermodus auferlegt und ging mit vielen daraus resultierenden Möglichkeiten sehr schlampig um. Das berühmte „besser ausspielen“ hätte der Partie sicherlich schon früher den nicht unverdienten Auswärtsdreier genehmigt. Schlussendlich fiel das Tor des Tages fast aus dem Nichts. Ein Angriff über die rechte Seite mit aufgelegtem Pass zu Lucas Schmidt brachte das vielumjubelte 1:0. Schmidt hatte sich ein Herz genommen und aus zwanzig Metern einfach mal abgezogen und dabei auch noch Glück, dass der Schuss abgefälscht wurde und unhaltbar im Netz der Hausherren einschlug (82.). Die Schlussminuten incl. der siebenminütigen Nachspielzeit waren noch einmal intensiv. Letztendlich ließen die Schorfheider Youngster nichts mehr zu, was der immer noch nicht sehr aussagekräftigen Tabellensituation mit diesem Schlussergebnis neues Aufstiegsfutter einimpfte.

„Von der Anzahl der Tormöglichkeiten haben wir das Spiel verdient gewonnen. Die Jungs haben sich taktisch super verhalten, alles reingehauen, ich bin sehr zufrieden“, so das kurze, aber sehr aussagekräftige Statement von Sven von Pruschak. Sein Zepernicker Kollege Lucio Geral sah den verdienten Erfolg ebenfalls bei den Gästen. „In vielen Phasen der Partie war es recht ausgeglichen, leider war unser Spielaufbau oft zu fehlerhaft. Joachimsthal hat es aber auch sehr gut gemacht und dabei auch recht reif agiert. Für meinen Geschmack ist der Sieg auch verdient, allein schon, weil die Antwort auf die Willensfrage mehr auf deren Seite lag. Die Niederlage heute hat schon gesessen, ich bin gespannt, wie die Mannschaft damit umgeht. Wir haben jetzt noch einen intensiven Monat vor uns, mit Pokal und der Partie gegen Templin, welche ich schon als Endspiel bezeichnen würde.“                  

Zepernick: Dennis Tietz – Kevin Maek, Eric Woiton, Joshua Idaehor, Max Gronski (85. Fabian Schulz), Lesley Park, Philipp Marcel Schmid (60. Jan Gedenk), Philip Opitz, Patrick Töpfer, Niklas Liebenthal (46. Oliver Eckert), Vincent Lipp

Joachimsthal: Fabian Schröder – Christian Lorenz (85. Sven Musolf), Kilian Haß, Sebastian Temma, Moritz Fedder (90.+7 Paul Ludwig), Tobias Fischer, Lasse Volk, Marius Martin Falk, Benjamin Ehrlich, Florian Groß, Lucas Schmidt

Schiedsrichter: Martin Krause (Das gesamte Team lieferte unter der souveränen Leitung des Referees eine ausgezeichnete Leistung ab.)

SRA: Luca Giovannini, Florian Kutzner

Zuschauer: 109

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