LANDESKLASSE NORD, 23. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – 1. SV Oberkrämer 11 0:5

Es ist eine derbe Klatsche für Wandlitz zum Abschluss der Mai-Feierlichkeiten, welche nicht nur Eintracht-Ikone Paul Roller nach Spielende grübeln ließ. „Es war eine komische Partie, die vom Ergebnis her nicht wirklich die Verhältnisse darstellte“, waren seine Worte, welche im Ansatz der Realität entsprachen. Auch sein Trainer, Matthias Händler, suchte in seiner Analyse nach den Antworten für das torlose Auftreten seiner Mannen und bediente sich zusammenfassend an der Fußballerfloskel „Wer vorne die Dinger nicht macht, kriegt sie hinten rein!“ und berüherte damit den Nagel genau auf dem Kopf. Tabellarisch gesehen traf Wandlitz auf Gäste, die man getrost ins ungefährdete Mittelfeld der Liga stopfen konnte und selber immer noch den Blickwinkel Richtung Abstiegsgefahr nicht außer Acht lassen sollte. Die Uhr hatte noch keine zwei Umdrehungen hinter sich gebracht, da musste Eintracht-Keeper Florian Schweitzer das erste Mal hinter sich greifen. Lars Müller hatte sich nach Anspiel im Zweikampf durchgesetzt und unhaltbar das Spielgerät im Netz untergebracht. Es war schon ein spürbarer Nackenschlag für die Hausherren, die sich in der Folge, in einer von beiden Seiten sehr hektisch geführten Partie, weiterhin sortieren mussten. Oberkrämer hingegen, die ihrerseits mit Personalproblemen kämpfen mussten, kamen nun besser in die Partie und schafften es nach gut zehn Minuten die Eintrachtler mehr in deren Hälfte zu binden. Erst war es Luca Ostendorf, der seinen Schuss aus spitzem Winkel auf das Tornetz setzte (12.), dann war wiederholt Müller zur Stelle, der mit seinem nicht sehr platzierten Abschluss den Wandlitzer Torsteher prüfte (14.). Wandlitz wankte ein wenig, schaffte es aber auch nicht in dieser Phase irgendwie Ruhe in die Partie zu bekommen. Doch die Möglichkeit, welche Marcel Petrahn per Diagonalball kredenzt bekam und dann gut positioniert den Ball nicht richtig traf, läutete zumindest eine Phase ein, die beide Vertretungen nun auf Augenhöhe sah (17.). Die nächste Möglichkeit für die Eintracht offenbarte Mängel im Abwehrverhalten der Gäste. Roman Schmidt hatte sich bis zur Grundlinie durchgetankt und zurückgepasst. Ein abwehrender Querschläger wäre fast zum Eigentor geworden, wenn nicht SV-Torsteher Patrick Bobermin aufgepasst und den Fauxpas damit entschärfte hatte (18.). Es blieb weiterhin sehr intensiv. Die sprichwörtliche Zeit zum Luftholen war nicht vorhanden, denn jede Auszeit hätte eine Strafe in Form von Toren folgen können. Doch nach einer halben Stunde verflachte die Partie und bekam zunehmend Inhalte von Zerfahrenheit, weil auch Oberkrämer sich der Fehlerquote der Hausherren etwas anpasste. Die Halbzeitgetränke waren sicherlich schon vorbereitet und beide Trainer hatten sich die Worte für die Halbzeitanalyse zurechtgelegt, da musste Eintracht den nächsten Dämpfer hinnehmen. Ein langer Ball auf Ben Frank, der in der Folge den entscheidenden Zweikampf gewann, traf die Kugel zum Abschluss nicht richtig, aber so, dass sie an Schweitzer vorbei über die Torlinie trudelte (45.).

Zum Wiederanpfiff hatte sich das Heimteam sichtbar etwas vorgenommen. Möglichkeiten, zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen, gab es allemal. Roman Schmidt, dem in dieser Partie scheinbar das Schussglück „geklaut“ wurde, hätte bis zum Abpfiff bei vier sehr guten Möglichkeiten, mindestens zwei machen müssen. Aber auch Paul Roller war nicht chancenlos, aber ebenfalls irgendwie vom Pech verfolgt. Dagegen muss man aber auch erwähnen, dass die Gäste einen sicheren Vertreter der Torhüter-Zunft zwischen den Pfosten hatten und damit den Hausherren in deren Druckphase nebenbei die Zähne zogen. „Oberkrämer war aber auch brutal effektiv“, so Händlers richtige Recherche zum Spielgeschehen, der damit sicherlich das Tor zum 0:3 meinte, welches in der Druckphase seiner Mannschaft fiel. Max Müller machte alles richtig, als er sich lauffreudig zum Anspiel hinter der Wandlitzer Abwehr zeigte, den Ball durchgesteckt bekam und unhaltbar vollendete (53.). Eintracht steckte nicht auf und kam, wie erwähnt, auch zu Möglichkeiten. Doch oft haperte es an der Konsequenz und Zielstrebigkeit. Ganz anders die Gäste, die sich nun im Kontermodus auslebten. Das 0:4 entsprang aber einem Freistoß von der linken Strafraumkante, welcher flach in die Gefahrenzone gebracht und von Luca Ostendorf mit gutem Strahl abgeschlossen wurde. Dabei hatte Ostendorf schon etwas Glück, dass der Ball durch die vielbeinige Abwehr hindurchschlitterte (76.). In der Folge hatte die Heimtruppe zwar die Spielkontrolle mit einigen Halbchancen, doch die 11er blieben kontermäßig weiterhin brandgefährlich. Aber auch denen fehlte die Kaltschnäuzigkeit, um der Eintracht noch mehr weh zu tun. Am Ende stand ein 0:5 an der Anzeigetafel, zu dem Lukas Bertram mit seinem Abstauber-Tor in der 92. Minute beigetragen hatte. Denn erst war sein Kollege Sebastian Hauck an Schweitzer gescheitert, der abgewehrte Ball sprang dann Bertram genau vor die Füße.

„Wir bekommen hier fünf Dinger und sind definitiv nicht die schlechtere Mannschaft“, fasste Händler im Nachgang die Partie zusammen. „Wir haben natürlich die Tabelle immer im Blick. Um in den sicheren Hafen einzukehren, brauchen wir 35 Punkte. Und darauf liegt unser ganzer Fokus“, war dann seine Kampfansage für den Rest der Saison.

Wandlitz: Florian Schweitzer – Marcel Petrahn, Dennis Plaumann, Roman Schmidt (86. Philipp Ertelt), Pascal Sorgatz, Andres Boddenberg (81. Tilo Navarzala), Paul Roller, Florian Liebich (76. Adrian Fischer), Manuel Thomas (76. Johannes Pietschke), Felix Arndt, Jan Großer

Oberkrämer: Patrick Bobermin – Julius Paul Zießnitz (16. Ben Frank), Tim Balting (86. Markus Woltersdorf), Lukas Bertram, Moritz Grasmann, Luca Ostendorf, Pascal Geppert, Max Müller, Lars Müller, Sebastian Hauck, Philipp Jilg (76. Philipp Koslitz)

Schiedsrichter: Michael Bergander (Als Neuling in der Landesklasse machte er seine Sache sehr gut. Verhielt sich wohltuend kommunikativ und hatte damit das richtige Mittel gewählt in einer Partie, welche nicht immer leicht zu leiten war.)

SRA. Lothar Damerow, Lucas Maximilian Grimm

Zuschauer: 200 bei freiem Eintritt im Rahmen des Mai-Festes

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