KREISPOKAL OHV/BAR, 1. Runde, SV Grün-Weiss Niederfinow – SpG Oderberg/Lunow 0:4

Klare Geschichte in Niederfinow, wo die Heimtruppe mit dem positiven Nimbus des Aufsteigers zur 1. Kreisklasse schon ein wenig die Erwartungen schürte, dem gestandenen Kreisligisten der Spielgemeinschaft ein Bein zu stellen. Am Ende waren die Gesichter schon etwas in die Länge gezogen. Genauso auch bei Grün-Weiss Trainer Thomas Wurl, der ganze fünf Minuten zum inneren Sammeln brauchte, um zum Statement bereit zu sein. „Die Mannschaft war von Beginn an nicht frei im Kopf. Der selbstauferlegte Druck für eine erhoffte Revanche gegen Oderberg wegen der Pokalniederlage aus der letzten Spielzeit, war dann wohl doch zu groß. Uns fehlte ganz einfach die Leichtigkeit und dadurch sind wir auch gar nicht richtig ins Spiel gekommen. Trotzdem, Gratulation an Oderberg“, so Thomas Wurl in seiner nüchtern gefassten Spielanalyse.

Doch so verkrampft begann Grün-Weiss keineswegs. Die anfänglichen Minuten waren zwar mehr von Abtast-Geplänkel geprägt, den aktiveren Eindruck hinterließ dabei aber der Aufsteiger. Justin Bauer kredenzte den ersten Heim-Abschluss mit einem Freistoß aus gut zwanzig Metern, welcher doch recht eindeutig mit dem Passieren über der Querlatte im Toraus endete. Keine Minute später setzte die SpG das eigene Torschuss-Zählwerk in Gange, doch Moritz Linke schlenzte mehr als er schoss und verfehlte ebenfalls per Quergebälk-Überquerung sein Ziel. In der 7. Minute brannte es dann im Niederfinower Strafraum zum ersten Mal lichterloh. Linke, der hellwache Nutznießer schlechter Spieleröffnung der Heimmannschaft wurde, wurde von SV-Keeper Leon Path herauslaufend attackiert. Dieser konnte den Ball unter Mithilfe seiner Kollegen nicht entscheidend klären, sodass Philip Schmidt zum Schuss kam und den Ball knapp neben den rechten Pfosten setzte. Mit zunehmender Spielzeit klaffte der Klassenunterschied im qualitativen Auftritt beider Teams immer weiter auseinander. Besonders das Gäste-Duo Linke und Schmidt präsentierte ansehnliche Fußballkost, welche aber über die gesamte Spielzeit einen Makel hatte. „Chancenverwertung“ war das Schlüsselwort, welches auch Spieler-Trainer Torsten Ludwig im Nachgespräch ein kleines Grinsen entlockte. „So richtig wissen wir auch nicht, woran das liegt. Aber vielleicht ist gerade bei Philip Schmidt heute der Knoten geplatzt. Zumindest hoffen wir das mal.“ Den ersten Oderberg/Lunow-Treffer erzielte Niklas Ballentin in der 15. Minute. Wieder war es ein Fehler im Spielaufbau der Heimtruppe, den Philip Schmidt für sich nutzte, um für Ballentin aufzulegen, der im Endeffekt keine Mühe hatte, mit dem 0:1 die Partie Richtung zweite Pokalrunde zu schieben. Für die Hausherren wurde es nur selten offensiv gefährlich. Bezeichnend dafür war, dass die langen Abschläge von Leon Path die größte Gefahr ausstrahlten und die Gäste das ein um andere Mal etwas in Verlegenheit brachten. Darryl Vogler war in der 17. Minute ein Adressat dieser „Caro-Einfach-Spielweise“. Schlussendlich fehlte ihm aber die Kaltschnäuzigkeit, um Gäste-Torsteher Lukas Ballentin irgendwie in Bedrängnis zu bringen. Die SpG drängelte auf eine Ergebniserhöhung, war sich aber oft selber im Wege. Halbchancen mit Aussicht auf Erfolg wurden nicht konsequent in die finale Situation gebracht und verpufften oft im Aufwandsminus. Die Trinkpause flößte den Grün-Weissen noch einmal Motivation ein. So war es Eric Pinske, der sich in eine gute Position gedribbelt hatte und vielleicht auch etwas glücklos war, als er den Ball nicht hundertprozentig traf und das Tor nur um Zentimeter verfehlte (26.). „Es war die Phase, wo wir ein wenig wackelten“, hatte Torsten Ludwig im Nachgespräch in den Raum geworfen und war dann auch froh, dass mit dem Tor zum 0:2 durch Marcus Friedrich „der Treffer zur richtigen Zeit fiel“. Die Entstehung offenbarte für diese Partie den klaren Klassenunterschied, den Oderberg/Lunow mit einer Doppelpass-Stafette und daraus folgendem Querpass zum Torschützen untermauerte. Schlussendlich brauchte Friedrich nur noch den Fuß hinhalten und die Glückwünsche entgegennehmen (34.). Das 0:3, erzielt durch Doppel-Packer Niklas Ballentin entschied die Partie schon frühzeitig. Es war die schönste Bude der Partie. Ballannahme, Körperdrehung und Torschuss in einem Guss, sehr sehenswert (39.). Den ersten Durchgang beendete der glücklose Philip Schmidt mit zwei fast hundertprozentigen Möglichkeiten. Die Erste mit einem Schuss aus sehr guter Position mit dem bekannten Ende (43.). Die Zweite resultierte aus einem fragwürdigen Foulstrafstoß, der schwach getreten im Fangnetz neben dem Tor landete (45.).

Die zweite Halbzeit wurde dann zu einer kurzen Geschichte. Schmidt und Linke starteten weiter einige Versuche auf die Torschützenliste zu kommen. Linke vergeblich, Schmidt mit einem glücklichen Ende zum 0:4. Die Flanke von der rechten Seite verwertete der Torschütze mit direktem Schuss, wobei man auch feststellen musste, dass die Kugel in der Bewegung zum Tor schon recht trudelnd unterwegs war (86.). Niederfinow hingegen zeigte sich weiterhin sehr engagiert, musste sich aber eingestehen, dass es in dieser Partie schlussendlich qualitativ nicht reichte. Ansätze zu verheißungsvollen Kontern waren mehrfach gegeben. Doch die vielen langen Bälle hatten den Stürmern die Kraft geraubt, um konzentriert sich bietende Abschlussmöglichkeiten zu generieren.

„Ich denke, wir sind verdient weitergekommen. Es sind uns aber noch einige Dinge aufgefallen, die verbessert werden sollen. Die jungen Spieler müssen im Hauptaugenmerk alle integriert werden. Ich denke, das passte heute schon ganz gut. Die Abläufe funktionieren noch nicht so, wie wir uns dies wünschen. Da hoffen wir, dass wir das zukünftig besser hinbekommen. Unser Saisonziel ist definitiv frühzeitig dafür zu sorgen, dass wir nicht wieder Abstiegsgefahr geraten. Ein einstelliger Tabellenplatz ist erstrebenswert, mal schauen, wo uns die Saison hinführt“, so der siegreiche Gästetrainer.

Auch Niederfinows Coach Thomas Wurl zeigte sich für die neue Spielzeit recht selbstbewusst. „Das Primärziel ist definitiv, die Klasse halten. Wir wollen konsequent durchspielen und peilen aber schon einen Platz oberen Tabellendrittel der 1. Kreisklasse an.“             

Niederfinow: Leon Path – Kevin Dahme, Eric Pinske, Paul Knappe (54. Dustin Wurl), Justin Bauer (66. Thomas Düring), Felix Henry Grull (46. Dennis Lembke), Florian Hentschel, Tino Drafs, Nick Path, Darryl Vogler, Lukas Kurrasch

Oderberg/Lunow: Lukas Ballentin (78. Achim Meyer) – Christoph Meier, Luca Fallnich, Alexander Tesky (46. Tobias Köpke), Tony Ihlenfeld, Moritz Linke, Philip Schmidt, Thomas Fetting, Niklas Ballentin, Torsten Ludwig, Marcus Friedrich (78. Ben-Sören Wilke)

Schiedsrichter: Roger Schönwetter (In einer sehr fairen Partie, ohne persönliche Strafen, war der Referee ein guter Leiter. Die ein oder andere wackelige Abseitsentscheidung wurde zwar kommentiert, schlussendlich nahm ihm dies aber keiner übel.)

Zuschauer: 82

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