LANDESKLASSE NORD, 1. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – SG Einheit Zepernick 1:5

Der hoch gehandelte Favorit der Landesklasse Nord, die SG Einheit Zepernick, ist erwartungsgemäß in die neue Saison gestartet. Für Eintracht hingegen konnte man schon von einem kleinen Auftakt-Debakel sprechen. Dabei hatten die Wandlitzer am Spieltag noch medial ihre Neuzugänge präsentiert, was schon ein wenig Hoffnung auf eine spannende und rassige Partie schürte, dass dann auch zu einem Orts-Derby hätte passen können. „Pustekuchen“ war es mit den Erwartungen, denn beide Teams hatten große Personalsorgen. Einschulungen, Verletzungen und auch noch Urlaube waren die Gründe für die Ausdünnung der Kader.

Von Beginn an bestimmten die Gäste das Geschehen. Und man kam nicht herum, der Truppe Honig um den Mund zu schmieren, solch qualitativ geprägte Spielfreunde wurde an den Tag gelegt. „One-Touch-Fußball“ war das Mittel, welches sich das Geral-Team in die Taktikmappe gelegt hatte. An der Zelebrierung dieser mangelte es gerade im ersten Durchgang nur selten. Für die Hausherren bedeutete dieser Umstand eine Qual, denn das ständige Hinterherlaufen zapfte schon mächtig an der Konditionssäule. Doch so hochgelobt die Spielweise der Gäste auch war, umso tiefer suchte man nach Mängeln. Und diese waren im Aufwand zu finden, denn der Nutzen passte nicht wirklich dazu. Die Führung nach acht Minuten, Tom Bittner war nach flachem Anspiel von Luca Grabarek vollkommen frei zum Schuss gekommen, offenbarte einen hohen Verdienst. Die Ergebnis-Erhöhung durch Grabarek zum 0:2, als er von der rechten Strafraumgrenze den Ball ins linke untere Eck nicht unhaltbar zirkelte, ebenfalls (15.). Doch schon frühzeitig stellte sich die Frage, wie würde Zepernick auf einen Gegner reagieren, der sich diese Spielweise nicht gefallen lassen würde. „Natürlich haben wir für solche Fälle auch einen Plan B und C. Wandlitz hat uns heute schon dazu eingeladen, so zu agieren“, war die Antwort von Lucio Geral nach Spielende. Mit der Feststellung der Mittellosigkeit der Hausherren hatte er den Nagel absolut auf den Kopf getroffen. Dies sah auch sein Gegenüber, Matthias Händler, so. Die Partie blieb sehr einseitig und durchlief Phasen, welche schon ein wenig an „David gegen Goliath-Atmosphäre“ erinnerte. Die Chancen, frühzeitig die Partie Richtung Tore-Festival zu steuern, waren absolut vorhanden. Ümit Ejder, Luca Grabarek, Lesley Park und auch Tom Bittner hätten namentlich auf die Schützenliste gepasst. Ebenfalls hervorzuheben, war der nimmermüde Max Gerhard, der seine Kollegen immer wieder mit Flanken und Pässen in die Fütterung nahm. All das wurde nicht belohnt. Wandlitz verteidigte aufopferungsvoll, sodass es bis zur 38. Minute dauerte, ehe es im Heimkasten zum dritten Mal klingelte. Und dieses Zappeln im Netz war ein Abschluss zum Zunge schnalzen. Ümit Ejder bekam die Kugel am Fünfer halbhoch aufgelegt, was ihn so ein wenig dazu zwang in die Galerie zu gehen und per Seitfallzieher unhaltbar einzunetzen. Dem sollte Lesley Park als Nutznießer drei Minuten später nicht nachstehen. Ein sehenswertes „On-Touch-Festival“, in dem die Wandlitzer Abwehrspieler zu Fahnenstangen degradiert wurden, nutze Park aus Nahdistanz zu hochverdientem Pausenstand.

Zum Wiederanpfiff änderte sich Gemengelage ein wenig. Dazu trugen aber fast ausschließlich die Gäste bei, die nun nicht mehr so sehr organisiert und druckvoll ihre Angriffe vortrugen. „Der Dreierwechsel hat so ein wenig unser Spiel gelähmt. Wir hatten eine sehr intensive Vorbereitung und da haben es auch die anderen verdient, eingesetzt zu werden“, war die Erklärung des Übungsleiters zur Minderung des Spielflusses ab Mitte der Halbzeit. Wandlitz hingegen hatte immer noch voll damit zu tun, Tore zu verhindern und den Gegner vom Strafraum wegzuhalten. Dabei spielte auch Eintracht-Keeper Florian Schweitzer eine wichtige Rolle, der die ein oder andere Möglichkeit mit guten Paraden zunichtemachte. Offensiv ging für die Heimtruppe rein gar nichts, sehr zum Wohlwollen von Gästetorsteher Dennis Tietz, der sich im einsetzenden Regen schon etwas langweilte. Ein Foulspiel an Marvin Caetano im Eintracht-Strafraum, verursacht im Zusammenspiel der Kollegen Schweitzer und Daul, bereitete das 0:5 vor. Diese Chance ließ sich der eingewechselte Kalid El-Ahmar per Elfer nicht nehmen und versenkte das Spielgerät unhaltbar für den Wandlitzer Schlussmann (70.). Die Begegnung verflachte indessen immer mehr und hatte eigentlich nur noch zwei Erwähnungen in der Story. Die Erste schrieb der Wandlitzer Martin Paasche mit dem Ehrentreffer zum 1:5. Ein Konter über die Stationen Fabian Leiste und Marcel Petrahn, der letztendlich die Eingabe zum Torschützen leistete, rief noch einmal für diese Partie ungekannte Glücksgefühle hervor (77.). Die „Hundertprozentige“, welche Zepernicks Mannschaftskapitän Ejder in der 88. Minute versemmelte und damit so ein wenig den Chancen-Schlendrian der Gäste widerspiegelte, machte aber trotzdem Hoffnung auf die weiteren Auftritte des Staffelfavoriten. „Die Lorbeeren für die strapaziöse Vorbereitung haben wir heute geerntet. Wenn wir die Partie doppelt so hoch gewinnen, kann sich auch keiner beschweren. Dies soll aber kein Vorwurf an die Mannschaft sein, ich bin schon stolz darauf, dass sie das so souverän gespielt haben“, fasste Lucio Geral im Nachgang die Geschehnisse zusammen. Matthias Händler war in seinem Statement schon ein wenig zwiegespalten, die Frage zu beantworten, ob es nun gut oder schlecht war, am 1. Spieltag auf die Zepernicker zu treffen. „Ich kann darauf gar keine richtige Antwort geben. Im Endeffekt bin ich sehr ernüchtert. Wir hatten heute rein gar nichts entgegenzusetzen. Zepernick hat mich schon beeindruckt, wie sehr die eingespielt waren. Wir schauen mal, was die nächsten Wochen bringen.“        

Wandlitz: Florian Schweitzer – Daniel Langrock, Steffen Philipp Hennig, Martin Paasche, Marcel Petrahn, Dennis Plaumann (46. Fabian Leiste), Florian Mielke, Adrian Fischer, Kenneth Sesselmann (28. Jan Ole Grapentin, 58. Steve Daul), Dominik Onay, Dennis Kabelitz

Zepernick: Dennis Tietz – Eric Woiton (68. Marvin Caetano), Victor John (68. Jonny Ratajczak), Lesley Park, Tom Bittner, Philip Opitz, Vincent Lipp (Kalid El-Ahmar), Luca Grabarek, Max Gerhard (68. Philipp Marcel Schmid), Ümit Ejder, Dustin Warmbrunn

Schiedsrichter: Matti Jonas Reich (Für den Einstand des jungen Referees in der Landesklasse eigentlich eine solide und gute Leitung. Litt aber ein wenig unter den nicht immer korrekt erkannten Abseitssituationen seinen SRA 2. Einen Gefallen tat er sich definitiv nicht, als er eine Foulspielanzeige im 2. Durchgang seines Kollegen Gero Metzner überstimmte und im Nachgang wegen vermeintlicher Diskussionen sogar noch Gelb verteilen musste. Die Übernahme des Fahnenzeichens vom eigentlich gut positionierten Assistenten hätte ihm sicherlich einigen Stress erspart.)

SRA: Benjamin Grüber, Gero Metzner

Zuschauer: 94

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