KREISOBERLIGA OHV/BAR, 3. Spieltag, BSV Rot-Weiß Schönow – FSV Basdorf 3:0

Heidefest in Schönow rund um die Sportanlage der BSV Rot-Weiß, der Rahmen für ein Niederbarnim-Derby war damit gesetzt. Doch so richtige Festtagsstimmung schwappte nicht in die Zuschauerreihen. Allein schon der Blick in die Mannschaftsaufstellung der Gäste ließ nicht Gutes erahnen. Ganze zwölf Aktive wurden dort aufgeführt, was einem schon das Wort „Rumpfelf“ in die Unterhaltung trieb. Gäste-Co-Trainer Hartmut Kregelin, der seinen Chef Dietmar Kallweit urlaubsbedingt vertrat, hatte dafür die passende Erklärung im Vorgespräch parat. „Wir haben sechs Bundespolizisten in unseren Reihen, welche auch Stammspieler sind, die heute Dienst schieben müssen und uns deshalb schmerzlich fehlen. Zusätzlich kommen auch noch einige zusammen, die privat verhindert sind. Dann spielt heute auch noch unsere Zweite, auf die wir auch nicht zurückgreifen können. Damit müssen wir irgendwie klarkommen. Die Jungs sind aber motiviert, mal schauen was draus wird.“

Doch seine Hoffnung, die Partie lange offen zu halten, wurde in der 3. Minute schon begraben. Nachdem Maximilian Bachnick sechzig Sekunden vorher an „Man of the Match“, Gäste-Torsteher Tibor Kreiger, gescheitert war, machte er es in dieser nächsten Situation besser. Den Durchstecker von Tobias Münchberg verwertete er vollkommen kompromisslos zur frühen Führung. Basdorf präsentierte sich aber trotz des personellen Notumstandes keineswegs geschockt. Engagiert arbeitete die Truppe weiter, so wie man es von Beginn an sichtbar auf der Agenda hatte. „Wir hatten heute einige junge Spieler auf dem Platz, denen noch etwas die Erfahrung fehlt. Die Abstände zu den Gegenspielern waren einfach zu groß, sodass Schönow seine volle Qualität ausspielen konnte“, war die Erklärung von Kregelin für die zu überstehenden Druckphasen der Hausherren. Denn Rot-Weiß machte in der Folgezeit schon ganz schön „Bambule“. Offenbarte dabei aber eine nicht unbekannte und schon länger im Rucksack verstaute Abschlussschwäche. Vor allem Bachnick und auch seine Kollegen Münchberg, Murla und Molkentin stellten sich in die Reihe der „Chancen-Auslasser“. Hinzukam, dass im Tor der Gäste ein Keeper aufgestellt war, der fast alles richtig machte. Schönow kratze an den Torerfolgen, zeigte aber noch einen Mangel, dass gut vorbereitete Halbchancen nicht konsequent vergoldet wurden. Basdorf hatte die Anfangsviertelstunde ohne weitere Kratzer gut überstanden und wurde nun gegen etwas nachlassende Hausherren mutiger. Jubeln hätten die Gäste in der 20. Minute können. Dan Steinhagen, eigentlich Stammspieler der Basdorfer Reserve, kam im rechten Strafraum nach einem Freistoß zum Abschluss und schien dabei schon etwas überrascht zu sein, so frei abschließen zu können. Letztendlich brachte er die Kugel nicht aufs Tor, sondern links neben den Kasten. Das fleißige Auslassen der Torerfolge der Heim-Offensive setzte sich weiter fort. Und wenn sich Dan Steinhagen und Michael Niklas Roskosch im linken Strafraum nach einem Anspiel nicht gegenseitig behindert hätten, wäre ein Eintrag zum 1:1 im Spielformular durchaus möglich gewesen (24.). Mit dem 2:0 nach neunundzwanzig Minuten untermauerte der BSV dann seinen bis dato überlegenen Auftritt. Torschütze wurde Emurla Musa, der Nutznießer eines wiederholt missglückten Abschlusses von Maximilian Bachnick wurde. Wieder hatte Kreiger mit toller Parade den Versuch vereitelt, war dann aber gegen den Flachschuss von Murla aus gut achtzehn Metern machtlos (29.). Das Chaos, welches Stefan Schulz mit seinem „Durchtanker“ zur rechten Grundlinie und anschließendem Pass in den Rückraum verursachte, passte irgendwie in die Labor-Welt der Hausherren. Mehrere Versuche, den Ball im Basdorfer Tor unterzubringen, scheiterten zum Teil an Überhast. Schlussendlich war es wieder Schulz, der mit einem Schlenzer die Kugel dann an den linken Außenposten setzte (33.). Die letzte nennenswerte Möglichkeit in Halbzeit eins konnten die Gäste für sich notieren. Max Prollius hatte nach einem langen Einwurf direkt abgezogen und dann Pech, dass Stefan Schulz seinen Fuß dazwischen bekam und damit einen möglichen Einschlag verhinderte (43.).

Im Pausengespräch, kurz vor dem Wiederanpfiff, hatte FSV-Keeper Kreiger einen recht guten Auftritt seiner Truppe gesehen, aber auch angemahnt, dass im Endeffekt die Kondition in den eigenen Reihen für den Ausgang der Partie maßgeblich sein könnte. Doch von dieser Schwäche war erst einmal nichts zu sehen. Obwohl man schon anmerken musste, dass Heimkepper Enrico Müller, bis auf ein Wegfangen eines langen Balles, im zweiten Durchgang kaum eine Ballberührung vornehmen durfte. Der Aufwand der Hausherren war immens. Es wurde vieles probiert. Chip-Bälle als Anspiel, Durchstecker, Ballstafetten vor dem Gästestrafraum, Schüsse aus der zweiten Reihe. All das brachte im Endeffekt kaum Erwähnenswertes in den Ticker. Kreiger, mit Sonderlob vom Trainer, konnte sich weiterhin auszeichnen. Dan Steinhagen war der auffälligste Basdorfer Fels in der Brandung. Der eingewechselte Schönower Youngster Casper Finn Rehder machte dann mit dem 3:0 die Angelegenheit standesgemäß. Die flache Eingabe von der linken Seite, platziert von Emurla Musa, war so gut getimt, dass Rehder im Fünfer nur noch den Fuß hinhalten brauchte (70.). Die Gäste waren nun zumindest konditionell mit durch. Doch die Basdorfer Leidenschaft und ganz nebenbei die erwähnte Abschlussschwäche der Hausherren, mit noch zwei absoluten Riesenmöglichkeiten, welche wirklich kläglich im Ausspielen liegen gelassen wurden, verhinderten ein noch klareres, den Chancen nach verdientes und höheres Endergebnis.

„Die Ansprüche, welche uns von außen angetragen werden, sind natürlich groß. Ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft sehr zufrieden. Das war heute eine sehr reife Leistung. Für uns war das wieder ein Next Step auf dem Weg, auf dem wir uns gerade befinden. Wir haben nichts anbrennen lassen, man muss aber auch feststellen, dass man den heutigen Gegner in deren personeller Konstellation schlagen musste. Torchancen erspielen ist unsere erste Prämisse, an der Chancenverwertung werden definitiv noch arbeiten müssen“, so Schönows Trainer Hendrik Brösel in seiner Spielanalyse.  

Schönow: Enrico Müller – Eric Schneider, Maximilian Bachnick, Emurla Musa (73. Lukas Lang), Tobias Münchberg, Enrico Molkentin (60. Christoph Spitze), Stefan Schulz (85. Paul Paasche), Pascal Bettge (73. Jannik Haselow), Marcel Wlotzka (60. Caspar Finn Rehder), Nico Brauer, Max Gronski

Basdorf: Tibor Kreiger – Jonas Pelzer, Lucas Kergel, Kay Paulsen, Julius Krause, Max Prollius, Michael Niklas Roskosch, Dustin Michael Thobis, Lukas Müller (56. Artur Popovichuk), Tim-Alexander Gentz, Dan Steinhagen

Schiedsrichter: Roland Reinhardt (Der Referee ist nicht nur ein Routinier seiner Zunft, sondern er amtierte auch so. Präsent bei Erfordernis, ansonsten mit langer Leine unterwegs, was die Aktiven mit viel Wohlwollen in einer sehr fairen Begegnung honorierten. Kam gänzlich ohne persönliche Strafen aus und lag bei der Entscheidung, den von Schönower Seite geforderten Foulelfmeter nicht zugeben, goldrichtig.)  

SRA: Andy Rast, Erik Oskar Wasielewski

Zuschauer: 187

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