LANDESKLASSE NORD, 12. Spieltag, 1. FV Eintracht Wandlitz – SV Eintracht Bötzow 3:1

Die Vorzeichen zur Partie standen ganz unter dem Motto „Spreu vom Weizen trennen“. Denn für beide Vertretungen bedeutete jeweils ein Dreier auf der Habenseite, erst einmal Luft zu holen. Wobei man aber auch klar anmerken musste, dass der größere Druck ganz eindeutig bei den Gästen lag.

Die Begegnung begann bei tristem Herbstwetter den tabellarischen Gegebenheiten der Kontrahenten angepasst und auf mittlerer bis unterer Niveauschiene. „Weder Fisch noch Fleisch“, so hatte es Wandlitz Coach Matthias Händler ebenfalls gesehen, denn der torlose erste Durchgang konnte nur wenig erwärmen und auch selten Spannung erzeugen. „4-3-3“ war nach zwei Minuten aus dem Mund von Gäste-Übungsleiter Marco Meißner lautstark zu hören, was scheinbar an seine Jungs adressiert war und wohl die taktische Marschroute der Hausherren bedeutete. Wandlitz begann aus gut gestaffelter Abwehr die Partie offensiv mit spielerischen Akzenten in die Gänge zu bringen, was auch durchaus in Ansätzen gelang. Bötzow hingegen legte das Hauptaugenmerk in die Defensive, um dann förmlich mit langen Bällen zu explodieren und den pfeilschnellen Niklas Schulz auf der linken Seite mit Bällen zu füttern. Mit dem ersten Abschluss brauchte es bis zur fünften Minute, den Wandlitz Routinier Jan Großer aus der zweiten Reihe absetzte, nachdem ihm ein abgewehrter Eckball vor die Füße gesprungen war. Im Endeffekt hatte er etwas Pech, dass das gut angesetzte Geschoss in der vielbeinigen Gästeabwehr hängen blieb. Die Partie war zäh und nicht für Erinnerungen bestimmt, obwohl man schon wesentlich schlechtere Spiele in dieser Liga gesehen hatte. Es dauerte auch ein wenig bis zur nächsten Möglichkeit. Diese hätte die Bötzower Truppe, welche über die linke Seite kam und im Wandlitzer Strafraum ein Gestochere organisierte, weil kein richtiger Schuss zustande kam und abwehrtechnisch ebenfalls die klare Klärung fehlte. Nutznießer wurde schlussendlich Armando Görög per Fernschuss aus gut achtzehn Metern, der sein Ziel nur knapp verpasste (13.). In der Folgezeit bekamen die Barnimer immer mehr Oberwasser und schafften die eine oder andere Situation, in der man recht sehenswert vor die Gäste-Kiste kam. Pascal Böß zeichnete sich dabei als hervorzuhebender Schütze aus, dem aber auch irgendwie sein Schussglück abhandengekommen war (17., 19., 25.). Aber auch sein Kollege Marcel Petrahn zeigte Präsenz im Sechszehner der Bötzwer. Aber auch bei ihm passte noch nicht ganz so viel zusammen (18.). Ein gravierender Fehler im Spielaufbau der Hausherren, Adrian Fischer agierte recht schlampig, brachte Niklas Schulz auf den Plan. Der war durchgestartet und vielversprechend unterwegs. Schlussendlich fehlte beim Abschluss die Genauigkeit, als der Ball rechts neben dem Tor ins Aus ging (20.). Die Partie schleppte sich weiterhin auf magerem Niveau. Beide Teams waren „stets bemüht“ und wenn dann mal überhaupt etwas ging, dann fehlte Fortune und auch etwas aus dem qualitativen Regal. Als dann Pascal Böß, der sich schon einige Minuten quälte, in der 42. Minuten verletzungsbedingt passen musste, tat sich schon die Frage auf, wer den Aktivposten der Hausherren ersetzen sollte. Denn in der Schlussphase hatte Bötzow mehr Engagement in die Partie geworfen und zumindest eine Gleichwertigkeit erreicht. Trotzdem kratzte Wandlitz noch zweimal an der Halbzeitführung. Marcel Petrahn hatte zum Ersten einen Freistoß aus achtundzwanzig Metern an die Querlatte gesetzt (44.) und scheiterte zwei Minuten später aus Nahdistanz an Gäste-Torsteher Denis Brabetz.

Paul Roller war für Böß gekommen und hatte damit die Bürde übernommen, aus der „Not gegen Elend-Partie“ eine ansprechendere Begegnung zu machen. Denn so hatten viele das vor der Halbzeit Gesehene bezeichnet und sich nur durch Heißgetränke erwärmen können. In einem war man sich aber absolut einig, nur ein Tor würde dem Spiel guttun. Und den Gefallen tat Youngster Felix Arndt seiner Wandlitzer Eintracht, als er in die 49. Minute einnetzte und eine sehr spannende Rest-Halbzeit einleitete. Denn sein Treffer war ein Tor des Willens. Dennis Plaumann flankte von rechts, Roman Schmidt haute dann in seinen Schuss alles rein und blieb im Bötzwer Körpergefüge hängen. Schlussendlich war Arndt zur Stelle, der mit seinem Tor schon sehr mental befreiende Jubelzüge auslöste. Die Hoffnung durch ein Tor der Partie mehr Schmackes zu verleihen, ging nun vollends in Erfüllung. Zwar stieg die Qualität nicht wirklich, aber Leidenschaft und Wille produzierten immense Spannung. Auch in den Zweikämpfen wurde es zusehends intensiver, bei denen schon das ein oder andere Mal mit dem Wort rustikal hantiert werden konnte. Ganze zehn Minuten nach dem 1:0 war wieder einmal Niklas Schulz auf der linken Seite unterwegs. Sein Marsch vorbei an zwei Wandlitzer Abwehrspielern endete mit einem unnötigen Foul an ihn, als er den Ball schon gespielt hatte und unsanft an Torauslinie von den Beinen geholt wurde. Schiedsrichter Krysztof Pawlisiak zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Strafstoßpunkt. Armando Görög verlud seinen Gegenüber, Torsteher Florian Schweitzer und markierte den nicht gänzlich unverdienten Ausgleich. Die Folge präsentierte viel Hektik im spielerischen Auftritt beider Teams und auch viele Nicklichkeiten, die immer wieder zu Unterbrechungen führten. Augenscheinlich war aber auch, dass sich kein Aktiver mit dem Remis zufriedengeben wollte. Wandlitz bekam nun mehr Abwehrtätigkeit aufgebügelt und fing ebenso an, per Konter sein Heil im Angriff zu suchen. So war es Marcel Petrahn, der nach einem gescheiterten Schuss von Roman Schmidt mit dem Abpraller am kurzen Pfosten scheitere (64.) und in der 70. Minuten zur Stelle war und das 2:1 markierte. Wieder ist es eine abgewehrte Kugel, welche er dann, mit allen Freiheiten behaftet, unhaltbar im Gästekasten einschlagen ließ. Für Bötzow war aber keineswegs Schluss. Doch dem Bemühen fehlte das Glück. Wie in der 92. Minute, als Nico Schmidt noch einmal schusstechnisch hinlangte, der Ball aber in der körperlichen Präsenz der Hausherren hängen blieb. Wandlitz hingegen war einfach griffiger und ließ in der regulären Spielzeit noch ein, zwei sehr gute Möglichkeiten liegen. Das befreiende 3:1 erzielte der nimmermüde Manuel Thomas in der 93. Spielminute. Roman Schmidt, in Kontermanier, schüttelte seine Gegenspieler ab und passte quer auf Thomas. Der Rest war dann nur noch Jubelarie.

„Für mich war der Sieg völlig verdient. Obwohl ich sagen muss, dass dies kein Spiel für Trainernerven war. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so effektiv, da hat uns noch die Konsequenz gefehlt. Nach der Halbzeit war das dann besser, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass wir früher den Deckel draufmachen. Jetzt können wir erstmal mit neunzehn Punkten durchatmen. Obwohl wir uns spielerisch etwas verbessert haben, sind wir immer noch zu inkonstant unterwegs. Deshalb dürfen wir uns keineswegs auf dem Erreichten ausruhen“, so das Statement zum Spiel von Heim-Trainer Matthias Händler.  

Wandlitz: Florian Schweitzer – Tim Simon, Marcel Petrahn, Dennis Plaumann, Roman Schmidt, Adrian Fischer (23. Felix Arndt), Manuel Thomas, Dominik Onay, Pascal Böß (42. Paul Roller), Jan Großer, Florian Mielke (Steffen Philipp Hennig)

Bötzow: Denis Brabetz – Sarafin Schummert (73. Nico Schmidt), Armando Görög, Jan Hofmann (73. Benjamin Ende), Niklas Schulz, Tom Matuschak, Kevin Kepler (36. Peer Werner), Niklas Reibold, Sven Knut Neuber, Nico Neuber, Denny Beer (56. Nikolas von der Heyden)

Schiedsrichter: Krysztof Pawlisiak (Sehr souveräne Leitung. Musste sich aber Richtung Spielende, die eine oder andere Kritik gefallen lassen, weil er zum ersten in der Zweikampfbeurteilung etwas nachließ und zum anderen unter einigen fragwürdigen Abseitsentscheidungen seines Kollegen Radoslaw Zbaracki zu leiden hatte.)

SRA: Radoslaw Zbaracki, Mariusz Jacek Szrankiewicz

Zuschauer: 70

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